Sonntag, 21. Mai 2017

Buchtipp: Brent Weeks - Düsterer Ruhm - Licht-Saga Band 5

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Brent Weeks - Düsterer Ruhm
Autor: Brent Weeks
Titel: Düsterer Ruhm
Reihe: Licht-Saga
1. Schwarzes Prisma
2. Blendende Klinge
3.Sphären der Macht
4. Schattenblender
5. Düsterer Ruhm
6. Lichtbringer (erscheint im Herbst 2018)
Genre: Fantasy
Seiten: 864

Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 20. März 2017
ISBN: 978-3734161018
Preis: 7,95€  (Taschenbuch)

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  • Die ist der 5. Teil einer sechsteiligen Saga, Spoiler für die vorhergehenden Teile sind möglich, ich versuche sie aber gering zu halten. Ursprünglich war diese Reihe als Trilogie geplant. 
  • In diesem Teil stehen nun verschiedene Figuren im Mittelpunkt. Der Handlungsstrang hat sich langst aufgeteilt und springt zwischen ihnen, wobei Kip, Gavin, Kariss und Theia am meisten Zeit eingeräumt wird. Manche haben nur kurze Gastspiele, andere tauchen selten aber regelmäßiger auf. Dies empfinde ich persönlich als sehr angenehm, da die Figuren alle so gestrickt sind, dass sie Licht und Schatten in sich vereinen. Es gibt keinen Helden, dessen Seite der Leser nicht verlassen will, da man bei jedem entweder die Motive anzweifelt oder er sich auf andere Weise merkwürdig verhält. 
  • Dieser Band erzählt ungefähr die Geschichte über das nächste Jahr - schließt also direkt an Band 4 und hat zum Glück eine kurze Zusammenfassung der vorangegangen Bände, sodass der Leser sich die Geschehnisse schnell wieder in Erinnerung rufen kann. Durch die verschiedenen Handlungsstränge ist diese Zeitablauf aber auch etwas verzwickt. Hat man bei Gavin oft das Gefühl, dass man als Leser nur wenige Stunden bei ihm verweilt, wird die Handlung bei Kip vorangetrieben und immer wieder auch ein Zeitsprung von mehreren Monaten gemacht. So entsteht das Gefühl, dass die Zeit je nach Ort unterschiedlich schnell verläuft. Das funktioniert natürlich aber nur so lange, bis die Handlungsstränge sich kreuzen, was in einem Fantasy-Roman nur eine Frage der Zeit ist. 
  • Mein größter Kritikpunkt ist, dass Vieles einfach nicht erklärt wird. Woher hat Gavins Vater sein Wissen jeweils? Wie konnte dies oder jenes gestohlen werden? Was denkt Kip in dem Moment tatsächlich, wenn der Erzähler explizit auf seine verworrenen Gedanken hinweist, ohne sie offen zu legen? Der Leser ist gezwungen dies alles als gegeben hinzunehmen und kann es nicht hinterfragen, oder eher: sollte es nicht hinterfragen. Ich denke nicht, dass alle Fragen im letzten Band abschließend geklärt werden, da es dann nur eine langweilige Fragenbeantworterei sein würde. Also bleibt einem nichts anderes übrig als damit zu leben. Dies ist aber auch ein Punkt, an dem der Autor es sich leicht macht - zumindest empfinde ich es so: Es werden Logikfehler vermieden, indem die Fragen offen bleiben. 
  • Hatte ich in Band 4 lange Zeit keine Ahnung, wohin das alles führen soll, wurde dies in Band 5 weitergeführt und erst am Ende beantwortet: Was ist das Ziel einiger Figuren? Dies wird nun tatsächlich im Laufe dieses Bandes beantwortet und bleibt bei keiner Figur weiter offen stehen. Das ist gut und macht das Warten auf Band 5 beinahe unerträglich.
  • Ich habe auch diesen Band erneut als Hörbuch gehört und bin erneut begeistert über die Fähigkeiten des Sprechers Bodo Primus. Ich kann jedem dieses Hörbuch aufgrund des Sprechers nur ans Herz legen!

Mittwoch, 17. Mai 2017

Zitat der Woche #3

"Ich glaube, die Schildkröte ... die grüne Meeresschildkröte ... hat sie Folgendes gelehrt: Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dafür." 
John Strelecky - Das Café am Rande der Welt - Seite 58

Uff, ja. Wie wahr, nicht wahr?
Gerade für mich, die ich ja zwischen zwei Jobs pendel, immer wieder eine große Thematik!

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Die Rezension erscheint demnächst auch hier.

Dienstag, 16. Mai 2017

Buchtipp: Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch

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Autor: Markus Heitz
Titel: Des Teufels Gebetbuch
Genre:
Fantasy (Urban-Mystery-Fantasy)
Seiten:
672
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 1. März 2017
ISBN: 978-3426654194
Preis: 16,99 Euro (broschiert)

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Ich frage mich ja schon seit Jahren, woher der werte Markus Heitz seine Ideen nimmt. Jährlich erscheinen einige Bücher von ihm, die aber niemals alle in dieselbe Kerbe schlagen. Bei den meisten Autoren ist es ja so "Kennste eins, kennste alle (Bücher)." Das ist hier eindeutig nicht der Fall.
"Des Teufels Gebetbuch" läuft so auf einer Ebene mit "Totenblick" und "Oneiros" - also was das Setting betrifft. Wir befinden uns in der Gegenwart in Deutschland - mit klarem Fantasyeinfluss, was schnell deutlich wird, aber nicht die Strukturen, die wir aus unserem Alltag kennen über den Haufen wirft. Die Karten sind besonders, sie können Besonderes, aber davon weiß nicht jeder.

Mir gefällt auch an diesem Roman sehr gut, dass es keine Helden im klassischen Sinn gibt. Denn Heitz' Figuren sind selten perfekt, was sie menschlich macht und so fiebert der Leser besonders gerne mit. Unser Protagonist in diesem Roman ist nicht nur "trockener" Spielsüchtiger, auch Drogen und ein gestörtes Verhältnis zu seiner Familie spielen eine Rolle.

Es gibt immer mal wieder Rückblicke in die Zeit Johann Wolfgang von Goethes, der in diesen Rückblicken auch mitspielt, aber dabei keine Hauptrolle einnimmt. Es gibt Anspielungen auf den "Faust". Von anderen Lesern des Gebetbuches habe ich schon gehört, dass ihr Interesse an diesem Klassiker soweit gestiegen ist, dass sie diesen nun lesen wollen. Wir müssen aber so ehrlich sein, dass die inhaltliche Verwebung gering ist. Nicht jedem, dem "Des Teufels Gebetbuch" gefällt, wird auch "Faust" gefallen. Wobei es schon eine Lektüre wert ist.

Obwohl Heitz' Sprache meist klar und schnörkellos ist, beweist er hier gerade auch in den Rückblicken, dass er mit der Sprache spielen kann und auch so formulieren kann, dass man zumindest das gefühlt hat, man befände sich Ende des 18. Jahrhunderts, wenn die Figuren miteinander reden.

Da ich das Hörbuch gehört habe, noch einige Worte zum Sprecher:
Ich bin immer wieder schwer beeindruckt, wie es den Sprechern gelingt, so vorzulesen, dass in jedem Moment klar ist, welche Figur gerade redet, ohne dass es lächerlich wirkt. Daumen hoch! Uve Teschner liest einfach grandios.

Alles in allem kann ich auch Heitz' neuestes Werk uneingeschränkt empfehlen.
Kleine Längen im Mittelteil des Romans sind so schnell überwunden, dass sie kaum ins Gewicht fallen.