Samstag, 26. März 2011

[Rezension] Christoph Meckel – Suchbild. Über meinen Vater & Meckel – Suchbild. Meine Mutter

Inhalt: In diesem Werk setzt sich Christoph Meckel intensiv mit seinem Vater auseinander. Nicht nur dessen Charakter und sein Verhältnis zu den Kindern, werden beleuchtet, sondern das gesamte Leben. Er ist mehrmals im Kriegseinsatz während des zweiten Weltkrieges und wird am Ende sogar von den Franzosen gefangen genommen und in ein Lager nach Afrika gebracht.
Als kranker Mann – nach einer Hirnverletzung – kehrt er nach Hause und ist dort der Mittelpunkt der Familie, was mehr als einmal für die Kinder Schwierigkeiten mit sich bringt
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Inhalt: Der Vater wurde von Meckel 1980 eingehend in jeder Lebensphase beschrieben und das größtenteils chronologisch. Die Haltung des Autor/Erzähler wird zwar deutlich, aber es gibt immer nur wenige kurze Einschübe, in denen der Erzähler direkt seine Sichtweise schildert.
Dies ist bei der Betrachtung seiner Mutter völlig anders. Hier wird weder chronologisch noch direkt am Leben der Mutter entlanggegangen. Die Mutter wird völlig aus der Sicht des Kindes geschrieben. Der Leser folgt einzelnen Gedankengängen des Autors, die scheinbar manchmal völlig ohne inneren Zusammenhang hintereinander stehen. So sehen wir wie ungeliebt und missverstanden sich das Kind fühlte und wie kühl und herablassend sich die Mutter verhält.
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Rezension: Ich bin ehrlich. Es fällt mir sehr schwer hierzu eine passende und sinnvolle Rezension zu schreiben. Das ist auch der Grund, warum ich beschlossen habe, beide Bücher zeitgleich zu rezensieren, weil ich sie so gegeneinander stellen kann.
„Über meinen Vater“ hat mich an manchen Stellen sehr schockiert. Der Vater ist herrschsüchtig und ordnungsliebend. Zwar scheint er seine Kinder zu lieben, dies wird aber nur an äußerst wenigen Stellen ausgedrückt. Im Gegensatz dazu ist die Mutter scheinbar völlig kalt. Jeder würde sich als Kind von ihr ungeliebt fühlen.
In „über meinen Vater“ sind mir viele Passagen aufgefallen, die überaus poetisch sind, in denen der Autor mit Sprache spielt und mit klaren Worten den Punkt der Sache trifft.
Im Ganzen muss ich sagen, fiel es mir deutlich leichter das Werk über den Vater zu lesen. Hier konnte ich dem Ziel und den Gedanken gut folgen. Bei „Meine Mutter“ war dies deutlich schwerer, was mir auch die Freude an der Sprache verdorben hat.
Ich möchte keine Sterne vergeben, weil es mir schwer fällt, diese beiden Werke in so plumpe Bewertungen einzusortieren. Zu empfehlen sind diese Bücher all jenen, die sich mit deutschen Autoren oder aber mit Problemen und Schwierigkeiten zwischen Generationen zur Nazizeit beschäftigen möchte.
Über den Autor: Christoph Meckel ist am 12.6.1935 in Berlin geboren und verbrachte Kindheit und Jugend in Freiburg im Breisgau. Sein Vater ist ebenfalls Schriftsteller und hätte sich gewünscht, dass der Sohn wie der Großvater Architekt wird.
Er ist nicht nur Autor, sondern auch Grafiker, beide Berufe übt er seit 1956 aus. Heute lebt er nur zeitweise in Deutschland. Die andere Zeit verbringt er in Südfrankreich.

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