Donnerstag, 10. März 2011

[Rezension] Ju Honisch - Das Obsidianherz

Klappentext:
München 1865. Ein magisches Manuskript, dessen Inhalt in den falschen Händen von ultimativer Zerstörungskraft sein kann, ist verschwunden. Der britische Agent Delacroix erhält den Auftrag, die Schrift aufzuspüren und zurückzubringen, wobei ihm zwei junge bayerische Offiziere sowie ein Magiewissenschaftler hilfreich zur Seite stehen. Doch auch das Böse trachtet in mannigfaltiger Form nach der Macht des Manuskripts, um die Welt in ein Abbild seiner eigenen grausamen Phantasien umzuwandeln.
Nichts von all dem ahnt Miss Corrisande Jarrencourt, eine junge Dame, die in München nur einen wohlsituierten Ehemann sucht. Ins Geschehen hineingezogen muss sie feststellen, daß es auf dieser Welt Dinge gibt, von deren Existenz sie bis dahin nichts ahnte...
Eine Welt so nah an unserer, dass sie kaum davon zu unterscheiden ist, gleichzeitig in der Vergangenheit mit Damen, die gekonnt in Ohnmacht fallen und Gentlemen, die sie aus den Fängen der Feyon retten.
Bisher hat mit Steampunk schon häufiger abgeschreckt. Irgendwie konnte ich den Reiz dahinter nicht so richtig entdecken und bin immer auf Abstand geblieben. Das Obsidianherz auf meine Wunschliste für Weihnachten zu schreiben, hab ich beschlossen nachdem ich eine Rezension zu einem der Nachfolger (Jenseits des Karusells) gelesen hatte.
Anfangs habe ich die weiblichen Charaktere als äußerst anstrengend empfunden.
Miss Corrisande Jarrencourt zusammen mit ihrer Anstandsdame Eliza Parslow sind zu Beginn der Handlung kaum zu ertragen. Sie beschäftigen sich nur mit sich selbst bzw. der Suche nach einer geeigneten Partie für Corrisande. Zicken und „Damen von Welt“ waren auch als Charaktere in Büchern noch nie so mein Fall. Je weiter Corrisande aber in das Geschehen verwickelt wird, umso mehr gewinnt sie auch die Zustimmung des Lesers. Insbesondere ihre spannende Vergangenheit trägt dazu bei.
Die Opernsängerin Cérise Denglot hat mich ebenfalls einiges an Nerven gekostet. Der bayrische König persönlich hat sie gebeten bei der Suche nach dem Manuskript zu helfen. Nicht nur deswegen hält siesich für etwas Besseres. Lässt es jeden im Umkreis spüren und auch ihre Gedanken, ihr Innerstes dreht sich scheinbar nur darum. An Spannung gewinnt sie erst durch den mysteriösen Besucher, der sie von Zeit zu Zeit aufsucht.
Die Herren der Geschichte waren von Anfang an eher etwas für mich und das hat sich auch bis zum Ende gehalten. Sie haben alle einen differenzierten Charakter und keiner von ihnen ist einfach in gut und böse einzuteilen.
Jetzt nach dem Beenden der Lektüre bin ich auch restlos überzeugt und fand die Geschichte überaus spannend und unterhaltsam. Sie hat etwas frisches Neues an sich, denn in diesem Gewand ist mir Fantasy bisher eher selten begegnet.
Es gibt vier Sterne, weil die Geschichte überzeugt, aber es anfangs etwas Zeit braucht, bis man sich eingefunden hat.
Genre: Fantasy, Steampunk
Seiten: 807
Preis: 16,95 Euro (trotz Taschenbuch recht teuer, da in einem kleinen Verlag erschienen)

Weitere Bände: Salzträume 1 & 2 (teilweise mit bekannten Charakteren)

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