Donnerstag, 21. April 2011

[Rezension] Bernd Perplies - Magierdämmerung - Für die Krone ***(*)

Genre: Steampunk; Seiten: 440; Preis: 12,95 Euro; erschienen bei Egmont-Lyx

Klappentext: London 1897. Eines Nachts findet der junge Reporter Jonathan Kentham in einer Gasse einen sterbenden Mann. Dieser übergibt ihm einen Ring, der Jonathans Leben grundlegend verändern soll. Unfreiwillig wird er in den Kampf rivalisierender Magier hineingezogen. In den Ruinen des untergegangenen Atlantis wurde ein uraltes Siegel gebrochen und die Wahre Quelle der Magie geöffnet. Die ganze Welt droht im Chaos zu versinken...
Inhalt: Atlantis wird entdeckt und die Wahre Quelle der Magie offen gelegt. Durch dieses Geschehen will der Magier Wellington seine Macht vermehren und endlich nicht mehr im Verborgenen leben. Denn Magie ist zwar allgegenwärtig, doch nichtmagiebegabte Menschen wissen davon nichts.
Als der erste Lordmagier Londons brutal ermordet wird, werden seine Freunde und Vertrauten hellhörig und vermuten einen Verrat. Gemeinsam versuchen sie dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Zur gleichen Zeit beginnt die Welt sich aufgrund der erhöhten magischen Aktivität zu verändern und so wissen alle beteiligten recht bald, dass Eile geboten ist. 

Ausstattung: Das Cover zeigt ein Tauchboot, vermutlich in Anspielung auf das Boot, das auch gleich im Prolog eine wichtige Rolle spielt. Im unteren Teil zeigt auf einem Zahnräderwerk der erste von drei Teilen eines zerbrochenen Bildes. Im Ganzen ist das Cover für die Zeit des viktorianischen Englands wunderbar herausgeputzt und stimmig.
Im Inneren findet der Leser vorne eine Karte Europas und hinten eine Karte von London. Zu großen Teilen spielt die Geschichte in eben dieser Stadt. 

Meine Meinung:
Um ehrlich zu sein, muss ich sagen, dass der Prolog mich etwas enttäuscht hat. Die Spannung kann hier kaum aufgebaut werden, da dem Leser von Anfang an bekannt ist, was notwendigerweise geschehen muss. Der Klappentext verrät ja, dass Atlantis entdeckt wird. Erst mit dem Beginn des ersten Kapitels konnte wirklich mein Interesse geweckt werden.
Der Leser findet sich in einer Welt wieder, in der Magie für alle Magiebegabten ganz alltäglich ist. Diese Magie ist nun aber etwas Besonderes. Sie wird über Fäden gewirkt, die alle Lebewesen und auch die unbelebten Gegenstände miteinander verbindet und sie umgibt. Dies ist Fadenmagie und sie kann von Magieanwendern manipuliert und benutzt werden.
Es wird dem Leser leicht gemacht, sich in diese neue Form der Magie einzufinden, da es zwei Charaktere gibt, die ebenfalls neu in diesem Geschäft sind. So wird man Stück für Stück an die Möglichkeiten und die Grenzen des Magischen herangeführt. Die Welt, wie sie sich den Magiern darstellt, wird so treffend beschrieben, dass ich oft das Gefühl hatte, ich könnte all das Fadenwerk ebenfalls vor mir sehen.
Obwohl ein Großteil der Handlung in London spielt, gibt es einen zweiten Handlungsstrang in Schottland, der erst am Ende des Buches mit dem ersten zusammengeführt wird. Hier machen sich die magiebegabte Kendra und ihr Großvater auf dem Weg nach London. Sie sind aufgeschreckt durch die neue spürbare Magie und wollen mit dem – inzwischen toten – ersten Lordmagier ein weiteres Vorgehen gegen das Chaos besprechen.
Etwas gewöhnungsbedürftig waren immer wieder die kurzen Einschübe mit Personen, die der Leser nicht kennt und auch nicht kennen muss, die ihm nur zeigen sollen, wie sich die Welt um die Protagonisten herum, verändert.
Nach einiger Detektivarbeit, die am Ende auch erfolgreich ist, machen sich die Protagonisten Jonathan, Randolph und Holmes auf dem Weg um Kendra und ihren Großvater vor einem Anschlag zu retten. Doch die Feinde sind schneller und nach einem großen Kampf einige Seiten vor Schluss, endet dieses Buch auf dem vorläufigen Höhepunkt der Geschichte.

Fazit: Obwohl ich tatsächlich mehr erwartet hatte und die ganz große Spannung bis zum Ende dieses ersten Bandes oft ausgeblieben ist, werde ich an der Geschichte dran bleiben und auch die nächsten Bände lesen. Ich vermute, dass unter den Männern aus London die weibliche Note gefehlt hat und diese ist im Ende in der Hauptstadt angekommen.
So möchte ich 3,5 von 5 Punkten geben und setze meine Hoffnung auf Buch zwei und drei.

Über den Autor: Bern Perplies wurde 1977 in Wiesbaden geboren.  Er studierte Filmwissenschaft, Buchwissenschaft, Germanistik und Psychologie in Mainz. Im Anschluss gelangte er durch ein Praktikum beim Heel-Verlag in die Welt des Schreibens. So veröffentlichte er erst Zeitschriftenartikel, übersetzte dann, um zum Schluss seiner Leidenschaft dem Schreiben eines großen ersten Romans zu folgen.
Tarean: Sohn des Fluchbringers“, 2008 im Egmont/Lyx Verlag erschienen, war eben dieser erste Roman, der den Auftakt zu einer Trilogie bildet.  Anders als in der Magierdämmerung-Geschichte hat Perplies hier seine ganz eigene Welt erschaffen und der Leser kann somit in ein High-Fantasy Roman abtauchen. Hier gehts zur Website des Autors.

Reiheninfo:
"Magierdämmerung – Für die Krone" ist der Auftakt zu einer Trilogie. Bereits erschienen ist Band zwei: „Magierdämmerung - Gegen die Zeit“. Für September 2011 ist der Abschluss dieser Geschichte angekündigt: „Magierdämmerung - In den Abgrund“.

Kommentare:

  1. Hallo Asaviel!
    Schöner Blog, schöne Rezension, endlich mal jemand, der das Buch nicht bloß in den Himmel lobt. Solch kritische Stimmen liest man gern!

    Eine kleine Korrektur hätt ich aber: Der 3. Teil wird "In den Abgrund" heißen. Du schreibst und verlinkst zweimal "Gegen die Zeit".

    Ansonsten, mach weiter so! Damit wir hier noch gaanz viele informative Rezensionen lesen können!

    Grüße,
    Bregolas

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  2. Hey Bregolas,
    danke für die lobenden Worte. Höre ich natürlich sehr gerne!

    Was den dritten Teil angeht, hast du natürlich völlig recht und ich habe es sofort geändert. Da hat sich irgendwie der Fehlerteufel eingschlichen. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  3. Hi Asaviel!

    Schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Aber wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten, wär's auch langweilig:).

    Eine gute Woche,
    Nia

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  4. Hey Nia,
    es war ja nicht schlecht und ich bin auf jeden Fall gewillt noch mehr davon zu lesen. ;-)

    Dir auch eine schöne Woche!

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