Freitag, 13. Mai 2011

[Rezension] Brent Weeks - Am Rande der Schatten ****

Autor: Brent Weeks
Titel: Am Rande der Schatten
Originaltitel: Night Angel Trilogy II: Shadow’s Edge
Reihe: Nightangel - Trilogy
1. Der Weg in die Schatten
2. Am Rande der Schatten
3. Jenseits der Schatten
Seiten: 699
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 19. Juli 2010
ISBN: 978-3442266296
Preis: 15,00 Euro
Ausstattung: Titel und Cover sind perfekt auf den ersten Teil abgestimmt. Farblich diesmal in Rot gehalten und der Mann auf dem Titel befindet sich in einer anderen Kampfhaltung. Wenn man es so interpretieren möchte, wirkt er hier sogar etwas zurückgezogen und erinnert stark an Kylar zu Beginn dieses Buches.
Im Inneren befindet sich vorne und hinten eine Karte, so kann der Leser die Wege der Charaktere verfolgen oder aber auch nachschauen wo die verschiedenen Völker leben.

Achtung! Da dies der zweite Band der Trilogie ist, sind Spoiler für Band 1 möglich!

Klappentext: Die Ausbildung zum Assassinen hat sich für den ehemaligen Gassenjungen Azoth als überaus schmerzhaft erwiesen, denn sein einstiger Lehrer Durzo Blint und sein bester Freund Logan sind den Machenschaften des Gottkönigs von Khalidor zum Opfer gefallen. So ist es kein Wunder, dass Azoth seiner Profession den Rücken gekehrt hat. Doch dann hört er das Gerücht, dass Logan noch am Leben sein soll und sich versteckt. Und so muss Azoth sich der Frage stellen, ob die Schatten einen jemals wieder loslassen, wenn man sich erst einmal in sie hineinbegeben hat …

Inhalt:
'Du hast einen harten Weg gewählt', erwiderte sie.
'Keinen Weg, eine Schlacht. Manchmal ist das Leben unser Schlachtfeld. Wir müssen tun, was richtig ist, nicht das, was wir tun wollen.'

(Am Rande der Schatten, Seite 308)

Band zwei setzt eine Woche nach den Geschehnissen von Band eins an. Kylar beschließt nicht nur seine große Liebe Elene und sich, sondern auch Momma Ks Tochter Uly in Sicherheit und aus der Stadt zu bringen. Sie flüchten zu Verwandten und dort will Kylar sich ein neues Leben als Kräuterhändler aufbauen.
Doch sein altes Leben holt ihn schnell wieder ein. Die Nachricht, dass sein bester Freund Logan noch lebt, ist ein Grund nach Cenaria zurückzukehren. Damit handelt er jedoch gegen jeden Wunsch, den Elene geäußert hat und lässt sie zurück. In Cenaria wütet zur gleichen Zeit der Gottkönig und versucht nach und nach den Willen der Menschen zu brechen. Es schein als könne nur der Nachtengel dies noch verhindern.

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn ist die Geschichte äußerst brutal. Dem Leser wird der Gottkönig über seine Handlungen näher dargestellt und diese Handlungen sind fern jeder Menschlichkeit, jedes Mitgefühls. So gelingt es dem Autor auch den Leser schnell die Ausgangssituation noch einmal vor Augen zu führen und ich hatte das Gefühl Band eins gerade erst vorher beendet zu haben.
Dass Kylar für Elene versucht sein Leben als Blutjunge aufzugeben, macht ihn einerseits sympathisch. Andererseits macht es ihn sehr authentisch, dass es ihm noch vor der Nachricht, dass Logan möglicherweise noch lebt, nicht gelingt ein ruhiges beschauliches Leben zu führen. Er schleicht sich nachts raus und obwohl er verspricht nicht zu töten, gelingt es ihm nicht. Dies treibt einen Keil zwischen das Liebespaar und je mehr Kylar versucht die Situation zu retten, desto schlechter sieht es für ihn aus. Das endet mit dem Höhepunkt, dass er Elene verlässt und sie seinen Brief nie findet, weil dieser vorher geklaut wird. Brent Weeks gelingt es hervorragend mit beiden Charakteren mitzufühlen.
Die erste Hälfte des Buches zieht sich an einigen Punkten etwas. Ich habe im Prinzip immer nur darauf gewartet, dass Kylar endlich aufbricht und in die Stadt zurückkehrt. Das passiert aber erst auf Seite 300 ungefähr. Der Klappentext lässt dies viel früher vermuten, daher hatte ich immer das Gefühl alles vorher sei nur Vorgeplänkel. Es verrät aber sehr viel über Kylar, Vi, Momma K und all die anderen Personen und im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte mich mehr darauf einlassen können.
Etwas schwierig ist die Lage auch mit den verschiedenen Handlungssträngen. Es geschieht immer wieder, dass neue Charaktere auftauchen, die dann keine wirkliche Einführung in die Geschichte erfahren. So muss der Leser mühsam Teilchen für Teilchen das Puzzle zusammen setzen, was diese Charaktere können und was sie in der Geschichte zu suchen haben. Einerseits ist das spannend, andererseits auch anstrengend, weil es mir manchmal schwer fiel mich innerhalb der ganzen Namen zurecht zu finden.
Brent Weeks hat keine Skrupel wichtige Protagonisten umzubringen und damit meine ich nicht nur Kylar, der ja schon in Band eins das ein oder andere Mal gestorben war. Er selbst schreibt, Georg R.R. Martin habe ihm das beigebracht, denn so sind die Leser bei der nächsten Gefahr für die Charaktere aufmerksamer und damit hat er völlig recht. Es macht die Geschichte sehr viel spannender, wenn man sich nicht darauf verlassen kann, dass die wichtigen und bekannten Personen bis zum Schluss überleben.

Fazit: Band 2 ist im Ganzen weder besser noch schlechter als Band 1. Die Geschichte ist spannend und es gibt weiterhin mehr als nur einen sehr konfliktreichen Charakter. Besonders aber die Handlungsstränge und verschiedenen Personen haben mir das Leben oft schwer gemacht. So gibt es alles in allem 4 von 5 Sternen.

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Über den Autor: Brent Weeks wurde 1977 in Montana geboren. Heute lebt er mit seiner Frau, die auch seine Jugendliebe ist und seinen Kindern in Oregon.
Obwohl er anfangs ein schwacher Leser war, stand für Weeks schon mit 13 Jahren fest, dass er Romanautor werden wollte. Schon damals hat er viel und leidenschaftlich gern geschrieben. Nachdem er am Hillsdale College Englisch studiert hatte, arbeitete er kurzzeitig als Lehrer. Doch dann begann er sich voll dem Schreiben zu widmen und wurde mit dem großen Erfolg der Nightangel-Trilogie belohnt. Hier geht’s zur Website des Autors. Am 19.September 2011 erscheint in Deutschland der Auftakt zu einer neuen Trilogie: „Schwarzes Licht “. Auf Englisch ist dieser Roman schon erschienen - "Black Prism "

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