Sonntag, 1. Mai 2011

[Rezension] Janet Clark - Ich sehe dich *****

Autorin: Janet Clark
Titel: Ich sehe dich
Seiten: 430
Verlag:  Heyne
Veröffentlichung: April 2011
ISBN: 978-3-453-43592-6
Preis: 8,99 Euro

Titel und Cover: Gemeinsam sorgen Titel und Cover dafür, dass der Betrachter sich etwas unwohl fühlt. Wer möchte schon dauerhaft beobachtet und verfolgt werden? Das Gesicht mit den panisch aufgerissenen Augen vermittelt sofort, dass man es mit einem spannenden Thriller zu tun hat. 

Klappentext: Sie müssen sterben. Einer nach dem anderen. Die Opfer sind Männer, die ihre Frauen terrorisiert und gequält haben. Als Saras Schwester unter Mordverdacht gerät, beginnt ein erbarmungsloser Wettlauf mit der Zeit. Kann Sara die Unschuld ihrer Schwester beweisen, bevor der Täter seinen teuflischen Plan vollendet? Zu spät bemerkt Sara, dass auch sie längst ins Visir des Mörders geraten ist…

 Inhalt: Saras Schwester wird verdächtigt ihren Mann ermordet zu haben und tatsächlich spricht auch vieles gegen sie. Er war nicht nur Alkoholiker, sondern sie wurde auch von ihm geschlagen und im Internet hat sie Rachefantasien veröffentlicht. Das ist für die Polizei beinahe so gut wie ein Geständnis.
Von alledem wusste Sara nichts, doch sie ist das von überzeugt, dass ihre Schwester unschuldig ist. Mit Hilfe ihres Anwalts Michael schleicht sie sich in die Selbsthilfegruppe in, die auch Tini besucht hat. Immer mehr Verdächtige tauchen auf und Sara bemerkt zu spät, dass der wahre Täter sie längst ebenfalls im Visier hat. Ihr läuft die Zeit davon, um ihre Schwester zu retten und sich selbst den Fängen ihres Häschers zu entziehen… 

Meine Meinung:
Von Beginn an wird der Leser mit mehreren Handlungssträngen konfrontiert. Diese zu entwirren und dem Geschehen zu folgen ist innerhalb der erste 50-70 Seiten etwas mühsam. Viele Namen und viele Orte werden einem präsentiert, ohne dass eine Verbindung zwischen ihnen hergestellt werde kann. Spätestens ab Seite 100 klärt sich diese Verwirrung aber auf und der Leser ist nun vollständig von der Handlung gefesselt.
Es gibt nicht nur Kapiteleinteilungen, sondern das Buch ist auch in Tage eingeteilt. Der gesamte erste Tag wirkt sehr prologhaft. Es werden weitere Fragen aufgeworfen und keine Fragen beantwortet. Hier gibt es keine Einführung in die Geschichte für den Leser. Diese folgt dann Stück für Stück ab Tag zwei. Die Kapitel selbst sind auffällig kurz, was mich anfangs zwar etwas irritiert hat, im späteren Verlauf empfand ich dies aber als sehr angenehm. So werden einige Szene aus zwei verschiedenen Blickwinkeln beschrieben, was dem Leser besser die Möglichkeit gibt, sich in die Charaktere hineinzuversetzen.
Das ist auch eine besondere Stärke dieses Thrillers. In jeden Charakter kann man sich hineinversetzen. Selbst in den fremden, mysteriösen Mann, dem ein Handlungsstrang gewidmet ist und der erst sehr spät einen Namen erhält. Trotz allem Erschrecken und Erschauern über seine Gedanken und Gewaltfantasien, ist es Janet Clark gelungen, dass der Leser verstehen kann, warum dieser Mann so empfindet, wie er zu dem werden konnte, was er heute ist.
Die sehr präzise Sprache der Autorin erleichtert es dem Leser, sich die Geschehnisse deutlich und klar vorstellen zu können, was mehr als einmal bei mir ein kalten Schauer hervorgerufen hat, wenn ich die Gräueltaten der Männer und Frauen gelesen haben.
Bis zum Schluss ist dieser Thriller spannend. Sehr viele auftretende Charaktere geraten beim Leser in Verdacht und auch wenn ich immer mal wieder den wahren Mörder erraten habe, konnte ich mir bis zum Ende nicht sicher sein. Sehr geschickt führt die Autorin am Ende alle Handlungsfäden zusammen und ihr gelingt ein passendes Ende. Die Fragen, die sich ergeben haben, werden aufgelöst und die Charaktere bleiben bis zum Schluss authentisch.

Fazit: Dies ist ein Thriller, der unter die Haut geht und den ich kaum aus den Händen legen konnte. Zartbesaitete Frauen sollten aber lieber die Finger davon lassen. Es besteht die Gefahr, dass man sich nicht mehr aus dem Haus traut, so gelungen ist die Spannung in diesem Buch.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten.

Quelle
Über die Autorin: Janet Clark, geboren 1967 in München, arbeitete nach ihrem Studium als wissenschaftliche Assistentin, Universitätsdozentin, Geschäftsführerin und Marketing-Leiterin in Belgien, England und Deutschland. Neben Beruf und Familie beschäftigte sie sich intensiv mit dem Schreiben und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten. Ich sehe dich ist ihr Debütroman. Heute lebt Janet Clark mit ihrem Mann und drei Kindern wieder in München.
Hier geht es zur Website der Autorin: *klick*

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