Donnerstag, 26. Mai 2011

[Rezension] Nele Neuhaus - Wer Wind sät **** (Hörbuch)

Autorin: Nele Neuhaus
Titel: Wer Wind sät
Sprecherin: Julia Nachtmann
Reihe: siehe Reiheninfo
Genre: Krimi
Länge:  468 Minuten (gekürzte Lesung)
Veröffentlichung: Mai 2011
ISBN: 978-3899030549
Preis: 19,95 Euro

Ausstattung: Das Cover des Hörbuchs deckt sich mit dem des Buches. Sowohl der Rabe, als auch die Stromleitung auf dem Bild und natürlich auch die Blutstropfen sind äußerst passend. Alle drei Komponenten haben direkten Bezug zur Geschichte und machen gleichzeitig neugierig. Eine gelungene Kombination.
Auch der Titel ist in seiner Zweideutigkeit gut gelungen. Die Geschichte wird durch den geplanten Bau eines Windparks in Gang gebracht und die Menschen, die versuchen dies zu verhindern oder andere Beweggründe haben, säen Wind und ernten Sturm.
Die sechs CDs sind in dem schön gestalteten Innenteil der stabilen Papphülle sicher untergebracht und leicht herauszunehmen.

Klappentext: Seit Tagen liegt der tote Nachtwächter im Firmengebäude. Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff muss an sich halten, als sie die halb verweste Leiche sieht. Gemeinsam mit ihrem Chef Oliver von Bodenstein ermittelt Pia im Umkreis einer Bürgerinitiative, die gegen den geplaten Windpark kämpft. Sie stoßen auf ein Grundstück im Taunus, das einen alten Mann das Leben kostet – und das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist… 

Inhalt:
Im Taunus soll eine große Windanlage gebaut werden. Es gibt eine wachsende Bürgerbewegung gegen dieses Vorhaben und nachdem der erste Tote – im Firmengebäude der Wind pro – auftaucht, stecken Pia und Oliver mitten in einer verzwickten Mordgeschichte.
Nicht nur dass die Wind Pro vehement ihre Interessen verfolgt und hierbei auch nicht vor Drohungen zurückschreckt, auch die Bürgerinitiative ist bereit sich zu wehren und das mit mehr als nur toten Hamstern auf Bürotischen. Nur schwer lassen sich die verschiedenen Motivationen aller beteiligten Personen durchschauen und am Ende wird Oliver sogar soweit mit ins Geschehen hineingezogen, dass er wegen Befangenheit vom Dienst freigestellt werden muss…

Meine Meinung:
Ganz grundsätzlich muss ich sagen, dass es gekürzte Lesungen bei mir immer etwas schwer haben. Ich habe das Gefühl, das ich etwas Wichtiges verpasse, im Besonderen gerade das Zwischenmenschliche scheint bei diesen Kürzungen immer leiden zu müssen.  Obwohl ich auch bei „Wer Wind sät“ hin und wieder das Gefühl hatte: „Oh, hier geht alles etwas zu abrupt ineinander über“, hatte ich doch einige Stunden Hörvergnügen.
Ich kannte dieses Ermittlerpaar bisher nicht, aber Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein sind dem Hörer sofort sympathisch und man kann sich schnell in ihre Situation hineinversetzen. Das beginnt bei mir schon, als Pia etwas gehetzt und gestresst am Flughafen ankommt.
Gut gelungen finde ich, dass der Hörer nicht nur dem Geschehen um die Ermittler verfolgt, sondern es auch immer wieder Handlungsstränge gibt, die Personen näher beleuchten, die auf die eine oder andere Weise mit den Mordfällen im Taunus verstrickt sind. Ebenso die Rückblicke ins Jahr 2008 sind sehr gut gelungen.
Ich hatte immer mal wieder Probleme mit den Namen, das hat aber weniger etwas mit der Geschichte zu tun, als mit dem Hörbuch. Wenn ich Namen lese, kann ich mir sie besser merken, als wenn ich sie höre und so habe ich immer mal wieder einige Personen durcheinander gebracht.
Julia Nachtmann scheint sich ebenso wie der Hörer nach und nach in die Geschichte einzufinden. Anfangs dachte ich, dass es mit einer 0815-Sprecherin zu tun habe, die einfach diesen Krimi vorliest, aber nach und nach wurden die verschiedenen Stimmen und Situationen feiner herausgearbeitet. Freude, Trauer und Schmerzen der Charaktere konnte man in der Stimme von Frau Nachtmann wiederfinden.
Die einzelnen Handlungsstränge werden am Ende gut und schlüssig miteinander verwoben und auch wenn ich meine Vermutung bezüglich des Mörders am Ende bestätigt sah, wurde dadurch die Spannung keinesfalls aufgehoben. 

Fazit: Ein gelungener Krimi, der aber nur langsam anläuft, was daran liegen könnte, dass ich das Ermittlerteam nicht aus den vorigen Fällen kannte. Leider hatte ich hin und wieder das Gefühl die Kürzung innerhalb der Lesung zu bemerken. Ich würde immer für vollständige Lesungen plädieren. Alles in allem findet der Zuhörer hier eine spannende Handlung und sauber ausgearbeitete Charaktere.
Ich vergebe 4 von 5 Punkten. 


Reiheninfo:
Die Geschichte beinhaltet einen in sich abgeschlossenen Kriminalroman. Es gibt aber weiterhin Krimis mit dem Team Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein.
(Die Links verweisen auf die Bücher, Fall 3-5 sind als Hörbücher verfügbar) 

Sicherlich hilft es ungemein die Vorgänger gelesen zu haben, um die zwischenmenschliche Beziehung innerhalb des Ermittlerteams besser verstehen zu können. Aber auch so ist die Geschichte des derzeit letzten Bandes gut zu verstehen.

Über die Autorin:
Nele Neuhaus wurde 1967 in Münster geboren und wuchs in Paderborn auf. Sie lebt seit ihrer Kindheit im Taunus, in dem auch ihre Krimireihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein angesiedelt ist.
Sie veröffentlichte eben diese Reihe erst in Eigenregie bei Books on Demand, bis sie 2008 von Ullstein entdeckt wurde. Seitdem wurde sie zu einer der meistgelesenen deutschen Krimiautoren. In 20 Länder wurden die Rechte schon verkauft, unter anderem nach Italien, Spanien, Korea, Russland und in die USA.
Einen spannenden Bericht wie Nele Neuhaus zur Schriftstellerei kam,  findet ihr auf ihrer Homepage.


Über die Sprecherin:
Julia Nachtmann wurde 1981 in der Nähe von Stuttgart geboren. Sie absolvierte ab 2001 die Schauspielschule in Hamburg und ist seitdem auch im Theater zu sehen, ebenso in einigen Kurzfilmen und in TV-Produktionen.
Bei zahlreichen Hörbüchern hat sie als Sprecherin mitgewirkt. So unter anderem bei der Reihe von Monika Feth, mit dem Auftakt „Der Erdbeerpflücker“, Isabel Abedis „Lucian“ und Lauren Kates „Engelsnacht“.

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