Mittwoch, 18. Mai 2011

[Rezension] Sarah Pinborough - Die Bürde des Blutes *****

Autor: Sarah Pinborough
Titel: Die Bürde des Blutes
Originaltitel: A Matter of Blood
Reihe: ja, Auftakt einer Trilogie
Genre: Horror-Thriller
Seiten: 479
Verlag: Otherworld
Veröffentlichung: 28. Januar 2011
ISBN: 978-3800095353
Preis: 16,95 Euro


Ausstattung: Die Bürde des Blutes erhält der Leser broschiert und der Innenteil ist vorne blutrot. Hinten ebenso, aber dort findet sich auch der Schriftzug „Nichts ist heilig“ – äußerst passend, denn dieses Statement findet sich auch auf den Frauenleichen im Roman selbst.
Die Fliegen, die das gesamte Cover „zieren“, haben mir ja schon einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen, ohne dass ich die Geschichte kannte. So viele Fliegen auf einem Haufen sind ja schon grundsätzlich ekelig und verbreiten die passende Einstimmung zur Geschichte.
Nun zum Titel „Die Bürde des Blutes“. Hm, er scheint darauf anzuspielen, was der Protagonist ist und warum. Und dass er dies eben im Blut hat. Ganz genau fassen kann ich dies nicht, aber auch der Titel passt gut zum Inhalt.

Klappentext: Der Fliegenmann ist unter uns
Inspector Cass Jones hat alle Hände voll zu tun, denn ein Serienkiller, der sich „Fliegenmann“ nennt, geht in London um und hinterlässt rätselhafte Botschaften auf den Körpern seiner Opfer. Im Laufe der Ermittlungen taucht immer wieder der Name eines Mannes auf, der in einem geheimnisvollen Zusammenhang zum Fliegenmann steht: Castor Bright.
Diese Spur führt Cass Jones nicht nur ins labyrinthische Innere des transnationalen Finanzkonsortiums Der Bank, sondern auch tief in die eigene Vergangenheit…
Inhalt:
Cass Jones muss nicht nur seinen eigenen Fall – den Mord an zwei Schuljungen – lösen, sondern als sein Kollege krank wird, auch seinen übernehmen: Inzwischen wurden vier Frauenleichen gefunden, die nicht nur mit einem blutigen Schriftzug, sondern auch mit Fliegeneiern verunstaltet wurden.
Nach und nach stellt sich heraus, dass die Fälle doch mehr miteinander zusammenhängen als gedacht und auch dass Cass Jones die Ermittlungen leitet ist mitnichten ein Zufall. Seine eigene Vergangenheit, ja seine eigene Herkunft spielt eine große Rolle…

Meine Meinung:
Gleich am Anfang beginnt der Roman ziemlich unappetitlich mit mehreren Morden und mit Fliegen. Schon der Prolog vermittelt dem Leser, dass er es hier nicht mit einem normalen Krimi oder Thriller zu tun hat. Diese Ermittlung wird auf jeden Fall fantastische Züge annehmen.
So ist es dann auch. Die Fantasyelemente sind zwar nicht übermäßig, aber sehr genau platziert. Besonders über verschiedene Handlungsstränge gelingt es dem Autor sie dem Leser näher zu bringen. Einerseits verfolgen wir die Handlungen und Geschehnisse um Cass Jones, andererseits den Fliegenmann. Schon früh erfährt der Leser, dass der Fliegenmann der Mörder ist, aber erst sehr spät wird seine Identität aufgedeckt, ebenso wie die des Mr. Bright.
Cass Jones ist aber das Highlight dieses Romans. Er ist Polizist, aber man kann ich nicht eindeutig auf die Seite der Guten einordnen. Schon früh wird deutlich, dass er eine Vergangenheit hat, die nicht nur schwer auf ihm lastet, sondern auch beinahe seine Karriere, sein Leben zerstört hätte. Erst nach und nach wird aufgeklärt, was in den letzten zehn Jahren geschehen ist. Sowohl privat, als auch in einem Undercover-Einsatz hat es schwerwiegende Verfehlungen gegeben, die Cass bis heute verfolgen.
Außerdem nimmt er auch heute noch hin und wieder Drogen – Koks, auch im Dienst – ist beinahe Kettenraucher, betrügt seine Fraue und hatte kaum Skrupel Schmiergelder anzunehmen.
All das klingt auf den ersten Blick sehr unsymphatisch und tatsächlich hatte ich auf den ersten Seiten Schwierigkeiten mich mit ihm zu identifizieren, aber ich gebe ja jedem eine zweite Chance und so hat mich Cass immer mehr in seinen Bann gezogen. Hinter all diesen Verfehlungen steckt doch ein guter Mensch, der in diesem Roman zu faszinieren weiß.
Das Buch ist in einer düsteren Grundstimmung angesiedelt, in der es den meisten Menschen in London schlecht geht. Wir befinden uns in der Zukunft, vielleicht ungefähr im Jahre 2020, ganz genau ist das nicht festzumachen und Bankenkrisen haben über viele Menschen Armut gebracht. Trotzdem gelingt es der Autorin und dem Protagonisten den Leser in eine Geschichte voll Spannung und auch voller Hoffnung zu entführen.
Die Geschichte lebt von vielen Andeutung, von Rückblenden und von vielen Puzzleteilchen, die nicht nur Cass zusammensetzen muss, um die Mordfälle und seine Vergangenheit aufzuklären, sondern auch  der Leser, um die Geschichte zu verstehen. Ist man aber erst dem Reiz der Suche nach der Antwort erlegen, erwartet den Leser große Spannung. 

Fazit: Nach einem etwas mühevollen Anfang, der auch teilweise von beinahe philosophischen Gedanken geprägt ist, hat mich dieses Buch sehr gefesselt und in Atem gehalten. Cass Jones ist trotz oder gerade wegen seiner vielen Schwächen ein wunderbarer Protagonist und ich freue mich, dass es noch zwei weitere Bände geben wird.
Ich vergebe 5 von 5 Punkte.


Reiheninfo:
„Die Bürde des Blutes“ ist der Auftakt einer Trilogie, die sich um Cass Jones dreht. Band 2 „Die Farben der Finsternis“ erscheint im September 2011. Für Band 3 ist noch kein Erscheinungstermin bekannt gegeben. 

Über die Autorin: Sarah Pinborough wurde 1972 in Buckinghamshire geboren und lebt heute nur ein paar Meilen von ihrem Geburtsort entfernt, nachdem sie ihre Kindheit damit verbracht hat, in der Welt umherzureisen. Die Erinnerungen an diese Zeit geben ihr viel Material für ihre Horrorgeschichten, mit denen sie im englischsprachigen Raum schon viele Erfolge gefeiert hat. Mit Die Bürde des Blutes erscheint nun ihr erster Mysterythriller - in England bei Gollancz und im deutschsprachigen Raum bei Otherworld. (Quelle)

1 Kommentar:

  1. Nochmal was für dich!! :-)

    http://damarisliest.blogspot.com/2011/05/mein-5-award.html

    LG,
    Damaris

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