Samstag, 14. Mai 2011

[Rezension] Silvia Avallone - Ein Sommer aus Stahl ***

Autorin: Silivia Avallone
Titel: Ein Sommer aus Stahl
Originaltitel: Acciaio
Seiten: 415
Verlag: Klett-Cotta
Veröffentlichung: Mai 2011
ISBN: 978-3608938982
Preis: 19,95 Euro


Ausstattung: Ein Hardcoverban in zartem hellblau gehalten, umgeben von einem Schutzumschlag, auf dem die zwei Mädchen zu sehen sind, die auch den Mittelpunkt der Geschichte darstellen. Sie sind an ihrem Lieblingsort: dem Strand. Über allem thront das Stahlwerk, das auch im Buch jedes Geschehen überschattet.
Der Titel verweist nur teilweise auf den Inhalt. Tatsächlich wird uns in der Geschichte ein Jahr im Leben zweier Familien geschildert und nicht nur ein Sommer. 

Klappentext: Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer trennen Piombino von der Insel, und doch ist sie unerreichbar für die Freundinnen Anna und Francesca. Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen Strand und Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Bis die Liebe alles verändert.

Inhalt: Zwei Mädchen werden langsam zu jungen Frauen. Anna und Francesca sind beinahe 14 Jahre alt und davon überzeugt, dass jetzt das Leben anfängt. Schon jetzt bändeln sie mit Jungs an und spielen mit Reizen, die sie selbst noch nicht verstehen.
Gleichzeitig haben sie jedoch Familien, in denen keineswegs alles glatt läuft. Annas Vater hat seinen Job verloren und verspielt in einer Nacht das letzte Gehalt. Francescas Vater kann es nicht ertragen zu sehen wie sein Mädchen erwachsen wird und tyrannisiert Ehefrau und Tochter.
In diesem Alltag muss nun noch die Liebe Platz finden und dadurch scheint die Freundschaft der Mädchen verloren zu gehen…

Meine Meinung:
Der Leser verfolgt nicht nur die beiden Mädchen, sondern oftmals ist die Handlung auch ganz nah am Rest der Familienmitglieder dran. An Annas Mutter oder ihrem gut aussehendem Bruder Alessio, den ebenfalls die Liebe aus der Bahn geworfen hat, an Francescas Mutter oder auch ihrem despotischem Vater. In jeden dieser Charaktere kann man sich einfühlen und auch wenn man manches mit Entsetzen oder auch mit Abscheu sieht, kann ich den Sog dieser Gefühle nicht leugnen.
Die Geschichte selbst tritt gegenüber den Gefühlen völlig in den Hintergrund. Es ist eine Handlung, die wenig Spektakuläres mit sich bringt, aber eingebettet in diese Gegend, zusammen mit den schwierigen Familienverhältnissen den ganz normalen, aber doch verrückten Alltag widerspiegelt.
Besonders das Stahlwerk überschattet die gesamte Geschichte und der Autorin gelingt es die Stimmung in der Stadt und im Werk mit  einfachen Worten einzufangen und direkt auf den Leser zu übertragen. Das macht diese Geschichte wertvoll.
Silivia Avallone versucht Spannung aufzubauen, indem sie manches ungeschrieben lässt, was zwischen den handelnden Personen gesagt wurde. Das Verhältnis der beiden Mädchen wird immer schwieriger und obwohl der Leser ahnt, was vorgefallen ist, kann er sich dessen lange nicht sicher sein.
Der Autorin gelingt es hervorragend die verschiedenen Charaktere auszuarbeiten und mit dem Leser bekannt zu machen. Leider baut sich darum nur eine kleine Geschichte auf, die – im Gegensatz zu den Charakteren – nur wenig fesselndes Potenzial hat.

Fazit: Es wird eine ergreifende Familiengeschichte erzählt. Natürlich kann damit keine Höchstspannung erreicht werden, aber wer bereit ist ein Jahr in das Leben zweier italienischer Mädchen abzutauchen, findet hier genau den richtigen Roman, der mit einem weinenden und einem lachendem Auge endet.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen. 


Quelle
 
Über die Autorin: Silvia Avallone, 1984 in Biella geboren, lebt in Bologna, wo sie Philosophie studiert hat. »Ein Sommer aus Stahl« ist ihr erster Roman und hat sich über 300.000 mal in Italien verkauft.

1 Kommentar:

  1. ich bin immer noch am überlegen ob ich das Buch nun lesen sollte oder nicht....lasse mir da wohl noch ein wenig Bedenkzeit :)

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