Dienstag, 12. Juli 2011

[Nachgedacht] Einen Lebensplan entwerfen?

Derzeit ist es hier ziemlich still. Das liegt einfach daran, dass ich deutlich weniger lese, weil ich nicht so richtig dazu komme. Dadurch dass ich weniger lese, gibt es weniger Rezensionen. Also ist es hier sehr still. 
Nun habe ich mir überlegt, was kann ich dagegen tun. Herausgekommen ist dabei, dass ich etwas aus einem der beiden Bücher, die ich gerade lese, aufgreifen will, was mich zum Nachdenken angeregt hat. Es ist aus Ernst Christian Demisch: Benjamin Franklin - Von einem, der auszog, die Welt zu verändern. Dort gibt es ein Zitat von dem zwanzigjährigen Benjamin Franklin, das ich hier erst einmal wiedergeben möchte: 
"Diejenigen, die über die Dichtkunst schreiben, lehren uns, dass, wer etwas Lesenswertes schreiben weill, einen genauen Plan und Entwurf seiner Arbeit machen soll, sonst läuft er Gefahr, dass die Teile nicht zusammenpassen. Ich glaube, dass dasselbe für das Leben gilt."

Das hat mich persönlich zum Nachdenken gebracht. Wer etwas lesenwertes schreiben will, braucht einen Plan. Braucht also auch derjenige einen Plan, der ein lebenswertes Leben leben will?
Ich selbst habe keinen genauen Plan von meinem Leben. Ich weiß, wo ich in 3 Jahren, in 5 Jahren ungefähr stehen will. Ich weiß aber nicht, wo ich in 20 oder gar 40 oder sogar 60 Jahren sein möchte. 

In 5 Jahren ist mein Studium vorbei und ebenso auch schon das Refrendariat. Zu diesem Zeitpunkt bin ich Junglehrerin und habe hoffentlich einen Job mit 100%iger Arbeitszeit und darf mir langsam aber sicher über eine Verbeamtung Gedanken machen. Das ist die Realität. Der Wunschtraum wäre es, dass ich in der Zwischenzeit auch ein Buch veröffentlicht habe - das bleibt sicherlich ein Wunschtraum. Aber darüber hinaus? Alles weitere Berufliche oder gar Private? Da gibt es bei mir sicher keinen Plan...
Ich frage mich nun, ob ich mir nicht vielleicht mehr Gedanken machen sollte, mehr planen sollte... hm und habe bisher keine Antwort gefunden.

Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Lebensplan oder zumindest eine Ahnung für die nächsten Jahre? Oder lasst ihr alles auf euch zu kommen?

Das ist natürlich kein reines Literaturblog-Thema. Aber ich wurde durch ein Buch zum Nachdenken angeregt und denke doch, dass dieses Thema einige interessieren könnte. 
Sehr würde ich mich über Kommentare freuen oder - wenn ihr das Thema auf eurem Blog aufgreifen wollt - über die Links zu euren Einträgen. :-) Haut in die Tasten

Kommentare:

  1. Ein (Lebens)plan...

    hm...
    Also ich glaube schon, dass man in gewisser Weise eine Richtung haben sollte, die man einschlägt. Man sollte sich schon Gedanken darüber machen wo man in einigen Jahren sein will, aber meine eigene Planung geht meist nie weiter als fünf Jahre.
    Gerade wer so jung ist wie wir beiden macht sich eigentlich eher weniger Gedanken darum sondern lässt einfach alles auf sich zukommen, was ich auch total okay finde. Aber wenn man nachher älter wird sollte man sich schon Gedanken über seine Zukunft machen und einen gewissen Plan entwickeln.
    Man sollte sich dann z.B. ein finanzielles Polster anfuttern und (wenn man einen Partner hat) sich mal intensiv über die eigene Zukunft unterhalten.
    Mit einigen Dingen habe ich bereits jetzt schon begonne, Z.B. Riester ich für das Alter und habe einen Bausparvertrag um später vielleicht mal ein Haus einrichten zu können.
    Aber zurück zum Thema:
    Einen Plan braucht man meiner Meinung nach nicht, weil er eh jederzeit über den Haufen geworfen werden kann durch plötzliche Arbeitslosigkeit, oder die Tatsache, dass der Partner einen verlässt und und und...
    Jeder muss sein Leben so leben wie er es für richtig hält und du musst für dich selbst entscheiden ob du einen Plan / eine gewisse Ordnung festlegen möchtest oder nicht...


    Boah... wieder viel geredet, ich Plappertrine

    ^^
    LG
    Paralauscher

    AntwortenLöschen
  2. Interessante Frage...

    Nachdem ich schon auf die 40 zugehe, ist Heirat, Nachwuchs, Hausbau und Vollzeitjob schon etliche Jahre Realität. Verheiratet bin ich seit über 15 Jahren, unsere Tochter wird bald 15, ins Haus sind wir 2001 eingezogen und abgesichert (Altersvorsorge, Bausparvertrag, Lebensversicherung etc.) bin ich auch.

    Manche Dinge (wie z.B. Krankheit, Arbeitsplatzverlust) lassen sich allerdings nur schwer beeinflussen und deshalb halte ich mich nicht starr an einen Lebensplan, sondern nehme das Leben so, wie es kommt.

    Allerdings ist jeder Mensch verschieden und so muss jede(r) für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben planen bzw. leben möchte.

    LG, Sabine

    AntwortenLöschen
  3. oohh ja ein leseplan ist notwendig zumind bei mir XD ich bin sonst vollkommen konfus ..zwar halte ich mich nicht immer dran vor allem wenn ich rezibücher geschickt bekomme aber sonst klar! ich will meinen sub ja auch dieses jahr auf 25 senken ;D

    lg july

    AntwortenLöschen
  4. Kuckuck Asaviel,

    ein interessantes Thema, dass du hier zur Diskussion stellst. Auch das Zitat reizt noch einmal mehr zum Nachdenken an.

    Wobei ich sagen muss, dass ich zwischen dem Leben und dem Schreiben einen riesengroßen Unterschied sehe und zwar den, den bereits Sabine und Paralauscher angesprochen haben:
    die nicht beeinflussbaren Ereignisse.

    Während ich ein Buch von der ersten Szene über den Plot bis hin zum Schluss durchplanen kann - und wenn ich ein Planschreiber bin auch sollte - kann ich das mit dem Leben nicht.
    Viel zu oft kommt es zu Geschehnissen, die meinen angedachten Plan durchkreuzen.

    Vor zwei Jahren war ich noch davon überzeugt, das mein Freund und ich 2010 heiraten werden. Doch wir haben uns entliebt (ohne Streit, ohne irgendwelche bösen Dinge - wir sind heute die besten Freunde). Eineinhalb Jahre nach diesem eigentlichen Plan, wohne ich nicht mehr dort, habe meinen Job gekündigt und studiere jetzt.
    Hätte ich vor achtzehn Monaten nicht mit gerechnet.

    Und es gibt so viele Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, wie Sabine schon erwähnte: Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Unfälle, Begegnungen ...

    Eine ungefähre Richtung ist vorhanden, Wunschdenken sowieso (von wegen Bestseller und so *g*) und es gibt auch Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass sie eintreten werden.
    Aber ich für mich weiß, dass viele kleine Details nicht zu planen sind. Deswegen reicht mir eine Richtung, in die ich segle.

    Am Schluss bleibt zu sagen: Menschen sind unterschiedlich.
    Der eine plant sein Abendessen und dem nächsten ist selbst das schon zu wenig Spontanität :)

    Liebe Grüße,
    Kristin

    AntwortenLöschen
  5. Hey ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Antworten. Die Zugriffe auf diesen Post zeigen, dass es einige interessiert, sich aber nur ein Bruchteil davon äußert. Schön, dass ihr vier es getan habt.
    Natürlich: Die grobe Richtung ist ja auch bei mir vorhanden. Lehramt, Lehrerin sein... und wie hier schon geschrieben wurde, ich bin noch jung, es ist vieles nicht vorherzusehen.

    Naja, das Thema wird mich wohl immer mal wieder beschäftigen. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

    AntwortenLöschen
  6. @Asaviel:

    Wichtig ist nur, dass du am Ende deines Lebens zurückschauen kannst und sagen kannst:
    Ich habe gut gelebt.

    Mein Opa, der jetzt achtzig geworden ist, blickt zurück und meint, er hat einfach zu viel verpasst.
    Er sagt immer, wenn ich die Chance habe etwas ausergewöhnliches zu tun, sollte ich lieber zugreifen und scheitern, als es nie probiert zu haben.
    Man weiß nie wie lange das eigene Leben dauert, also sei spontan, offen und nimm das Leben so wie es kommt.
    Ein Plan kann eine gute richtung sein, ist aber im enteffekt so etwas wie bonbonpapier.
    man kann es zerknüllen und ab damit in den Papierkorb.

    LG

    AntwortenLöschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)