Donnerstag, 18. August 2011

[Rezension] Jutta Wilke - Holundermond ****

Autorin: Jutta Wilke
Titel: Holundermond
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Altersempfehlung: 10-12 Jahre
Seiten: 316
Verlag: Coppenrath
Veröffentlichung: Januar 2011
ISBN: 978-3815753057
Preis: 14,95 Euro 
Ausstattung: Das Cover des Buches spricht mit persönlich an. Es ist ziemlich düster gehalten und greift wichtige Elemente der Geschichte auf: Das Kloster, ein Baum, der vermutlich ein Holunder sein soll und zwei rennende Kinder – ein Junge und ein Mädchen. Das ganze Bild wird von einem großen Vollmond beschienen.
Holundermond ist ein ausgefallener Name für ein Buch und anfangs kann man sich nur sehr wenig darunter vorstellen. Ich hätte erwartet, dass der Holunder eine viel größere Rolle spielt, als es im Endeffekt der Fall ist. Trotzdem gelingt es dem Titel im Zusammenspiel mit dem Cover die Neugier zu wecken.
Ich hätte mir Illustrationen für dieses Buch gewünscht, denn es hätte sich angeboten. Der Grundriss des Klosters wäre spannend, ebenso wie das Altarbild oder aber Bilder der wichtigen Gegenstände in diesem Buch. All das ist nicht vorhanden, was die übliche Vorgehensweise ist. Illustrationen wären sicherlich das Tüpfelchen auf dem „i“. 

Klappentext: Wie verwunschen wirkt das alte Kloster im sanften Licht des Mondes. Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist. Entschlossen, das Rätsel zu lösen, stellt sie sich zusammen mit ihrem Freund Flavio den dunklen Kräften des Klosters entgegen.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einem Thema, von dem sehr viele Kinder inzwischen betroffen sind: Neles Eltern haben sich getrennt. Ihr Vater zieht aus dem gemeinsamen Heim und auch Nele und ihre Mutter werden sich eine neue Wohnung suchen müssen. Die Zwölfjährige hatte Mühe all das zu verstehen und ist dementsprechend frustriert. Ohne dessen Wissen fährt Nele als blinder Passagier mit ihrem Vater nach Wien. Dort soll er Diebstähle historischer Kunstschätze aufklären.
Man kann von der ersten Seite an mühelos mit dem jungen Mädchen mitfühlen, besonders wenn man selbst ein Scheidungskind ist. Dass ihr das Verstecken im Auto ihres Vaters gelingt, ist zwar erstaunlich, doch erst so kommt die Geschichte in Gang.
Aus Neles Perspektive wird beinahe die gesamte Handlung erzählt. Es gibt nur kurze Abschnitte, in denen der Leser dem Fiesling Dr. Holzer oder aber Johanna, einem geheimnisvollen Mädchen folgt. So kann der Leser Nele schnell in sein Herz schließen. Alle Charaktere bleiben aber oft nur grob umrissen. Ihre Gefühlswelt ist nicht immer ganz klar, was besonders zu den anderen Charakteren ein Bezug etwas erschwert.
Trotzdem ist die Geschichte spannend und obwohl der Bösewicht von Anfang an erkennbar ist, fragt man sich doch, was hier eigentlich geschieht, denn das wird nur nach und nach aufgedeckt. Sobald die Charaktere in Wien eingetroffen sind, entstehen keine Längen und das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, was sicherlich auch an dem einfachen Schreibstil liegt, der an ein junges Publikum angepasst ist, aber  diese jungen Leser trotzdem auch fordert.
Das Ende lässt einige Fragen offen, was auf zwei Weisen ausgelegt werden kann: Einerseits hätte ich mir einige Antworten gewünscht, um vollständig zu verstehen, was passiert ist oder wie es mit Nele und ihren Eltern und Johanna und ihrem Bruder weitergeht. Andererseits lässt mich die Geschichte nicht mit einem völlig offenen Ende unbefriedigt zurück, sondern lädt ein zum Träumen, um die Geschichte selbst weiterzuführen.
Diesem Buch kann es auf einfache Weise gelingen das Interesse der Kinder an der Geschichte unserer Welt zu wecken, denn diese spielt nicht nur aufgrund der angesprochenen Kunstschätze eine große Rolle, sondern auch der Einfall der Türken nach Österreich wird immer wieder thematisiert. So werden Kinder animiert eventuell noch mehr über diese Zeit erfahren zu wollen, ihre Neugier wird geweckt, was große Bedeutung hat, um die Lernfreude zu erhalten und zu fördern. 

Fazit: Eine spannende Geschichte besonders  aber nicht nur für Kinder und Jugendliche. Fiktion und Wirklichkeit werden behutsam miteinander vermischt und lassen den Leser in eine fantasievolle Welt eintauchen.
Ich vergebe 4 von 5 Sterne. 


Über die Autorin: Jutta Wilke wurde 1963 in Hanau geboren und lebt dort auch heute mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern. Lange Zeit war sie Rechtsanwältin. Diesen Beruf hat sie aber aufgegeben und widmet sich voll und ganz dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern. Holundermond ist ihr erster Roman. Ihr nächstes Jugendbuch „Bitte zweimal Wolke 7“ steht schon in den Startlöchern und soll noch im August 2011 veröffentlicht werden. Hier geht es zur Webseite der Autorin.




An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Jutta Wilke für die sehr nette Widmung bedanken. Sie hat mich sehr gefreut. Das Buch bekommt einen Ehrenplatz im Regal. :-)

1 Kommentar:

  1. Eine schöne Rezension! Habe jetzt schon wirklich häufig gehört, dass das Buch durchaus begeistern kann :)

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