Donnerstag, 25. August 2011

[Rezension] Markus Heitz - Kinder des Judas ****

Autor: Markus Heitz
Titel: Kinder des Judas
Reihe: Judas-Reihe
1. Kinder des Judas
2. Judassohn
3. Judastöchter
Genre: Urban-Fantasy
Seiten: 698
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 12. Oktober 2007
ISBN: 978-3426662779
Preis: 14,95 Euro

Ausstattung: Dieses Buch weist ein düsteres aber ansprechendes Cover auf, das einige verschlungene Symbole zeigt, die sie auch zu Kapitelanfängen wiederfinden lassen. Der Titel ist sehr gut gewählt, da die „Kinder des Judas“ im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen.
Die Handlung wird nicht linear erzählt. Während die Gegenwart 2007 ist, wird auch das Leben von Scylla im 17. Jahrhundert in Serbien beschrieben. Schnell wird deutlich in welchem Zusammenhang beide Protagonistinnen stehen und das Geschehen auf beiden Zeitebenen wird nach und nach miteinander verschränkt. Nach etwas mehr als der Hälfte wird ein weiterer Hauptcharakter eingeführt, aus dessen Sicht weite Teile der zweiten Hälften beschrieben werden. 

Kurzbeschreibung: Leipzig im Jahr 2007. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist … Jung sein, schön, gesund – und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der »Kinder des Judas« verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern – und Vampiren!

Meine Meinung:
Seit der Biss-Reihe sind Vampirromane aus den Fantasyregalen nicht mehr wegzudenken. Doch meist sind die Vampire dort zu einer Art Kuscheltier verkommen. Hier in diesem Buch von Markus Heitz sind die Vampire noch das, was sie einmal waren: blutrünstig und für jeden Menschen gefährlich.
Dieses Buch ist ganz eindeutig nicht für ein jugendliches Publikum geschrieben. Heitz scheut nicht davor zurück detailgetreu die Kämpfe, die Verletzungen und das Aussehen der Verwundeten oder Toten zu beschreiben. Ich habe bisher selten ein Buch gelesen, dass so schonungslos den teils grauenhaften Zustand der Menschen und Vampire beschrieb. An manchen Stellen war es auch für mich zu viel des Guten und etwas weniger Blut, etwas weniger Details und eher Offenheit für eigene Fantasie hätte der Geschichte keinen Abbruch getan. Die ein oder zwei nicht-jugendfreien Sexszenen fallen dann schon nicht mehr ins Gewicht, wenn ich schwachen Gemütern rate, von diesem Buch Abstand zu nehmen.
Sobald Handlungsstränge wie in diesem Buch aufgeteilt werden, besteht immer die Gefahr, dass dabei der eine deutlich spannender und interessanter ist als der zweite. So ging es mir auch bei „Kinder des Judas“. Obwohl man die Geschichte um Scylla im 17. Jahrhundert braucht, um das Geschehen 2007 zu verstehen, hätte ich gerne viel mehr über die Gegenwart gelesen, denn es konnte mich schneller und intensiver in seinen Bann ziehen. Überraschend war auch für mich, dass plötzlich in mitten der Geschichte ein weiterer Protagonist auftaucht, mit dem ich anfangs nicht warm werden konnte.
Besonders an diesem Punkt, aber auch an zwei oder drei weiteren zieht sich die Geschichte etwas, obwohl es die meiste Zeit ein wahrer Page-Turner ist und die Seiten sich scheinbar beinahe von alleine lesen. Es gibt auch immer wieder Wendungen und verschlungene Pfade, die der Leser nicht im Voraus erahnen konnte, was die bemängelten Längen meist wieder ausgleicht.
Die Protagonistin, die uns ihre Geschichte erzählt, ist lange Zeit sehr geheimnisvoll, was das Interesse des Lesers weckt und lange immer weiter anfacht. Erst nach und nach werden die verschlungenen Beziehungen und Bedeutungen sichtbar. Ich mochte sie sehr gerne und hatte großen Lesespaß, während ich ihren Werdegang verfolgte. Auf  jeden Fall werde ich auch Band zwei und drei lesen. 

Fazit: Ein spannender Vampir-Thriller, der eindeutig etwas für Erwachsene ist und um den schwache Gemüter lieber einen Bogen machen sollten. Hier sind Vampire noch das, was sie sein sollten: gefährlich und nach Blut gierend. Wem das nichts ausmacht, möchte ich diese Geschichte gerne ans Herz legen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.


Reiheninfo: Die Bücher der „Pakt der Dunkelheit“-Reihe stehen zwar in einem Zusammenhang zueinander, aber können auch unabhängig voneinander gelesen werden. „Ritus“ und „Sanctum“ gehören natürlich zusammen, aber die „Kinder des Judas“ und alle Folgebände können auch als Einzelromane gelesen werden.

 Über den Autor: Markus Heitz wurde 1971 in Homburg geboren. Er absolvierte das Gymnasium und den Wehrdienst. Danach begann er auf Lehramt an der Universität des Saarlandes zu studieren, entschied sich dann aber für den Magister Artium. Inzwischen schreibt er hauptberuflich und äußerst erfolgreich. Er ist einer der bekanntesten deutschen Fantasyautoren. Sein aktuellstes Buch ist der zweite Teil der Albae-Saga (Die Legenden der Albae 2 - Vernichtender Hass), der aktuell mit Platz 5 der höchste Neueinsteiger auf der Spiegel-Bestseller-Liste ist.

Kommentare:

  1. Ich hab hier etwas für dich ;)

    http://sky-buchrezensionen.blogspot.com/2011/08/mein-achter-award.html

    Liebe Grüße,
    Sky

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  2. Ich finde Markus Heitz ist ein wundervoller Autor! Mit seinen Zwergenbänden habe ich angefangen und auch die erste Ulldart Saga gelesen. Wirklich grandios!!
    Sonnige Grüsse für dich, merci für die anschauliche Rezi :-)
    Damaris

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  3. Hallo,

    diese Trilogie steigert sich mit jedem Band. :)
    Und du hast recht - für schwache Nerven ist das nix.

    LG,
    Sabine

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  4. Hey,
    hier ein award für dich:
    http://buechersuenden.blogspot.com/2011/08/ein-award.html

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  5. @Damaris
    Seine Zwergen-Bücher konnten mich ja irgendwie nicht überzeugen. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mit diesem Volk nicht warm werde. ;-) Den ersten Teil der Ulldart-Reihe habe ich hier liegen.
    Auf die Albae-Saga bin ich nun gespannt. Ich hoffe ja, dass ich Markus Heitz auf der Buchmesse sehe. Wäre schon toll. :D

    @Sabine
    Ui, das klingt ja vielversprechend. Mal sehen, wann der Geldbeutel es zulässt, dass ich den nächsten Band kaufe. :-)

    @Sky und Lisa
    Danke für die Awards. :-)

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  6. Oh das hört sich aber schön an!Tolle Rezension! Niedlich wie du geschrieben hast, die Vampire wären zu Kuscheltieren verkommen- recht hast du!! Hab mich herrlich amüsiert und ich bin neugierig auf diese Reihe geworden. Danke!

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