Samstag, 3. September 2011

[Rezension] Tara Hudson - Wenn du mich siehst ****

Autorin: Tara Hudson
Titel: Wenn du mich siehst
Originaltitel: Hereafter
Genre: Fantasy/Jugendbuch
Altersempfehlung: 14-15 Jahre
Seiten: 352
Verlag: Heyne fliegt
Veröffentlichung: 29. August 2011
ISBN: 978-3453267237
Preis: 14,99 Euro

Ausstattung: Das Cover lässt nur wenig darauf schließen, was der Leser im Inneren findet. Die Geisterwelt wird mit einigen Nebelschwaden und der unteren Hälfte eines Mädchengesichts angedeutet. Der Titel lässt eine Erwartungshaltung entstehen, sodass der Leser immer herausfinden möchte, wie der Satz "Wenn du mich siehst, ..." vollendet wird oder werden könnte. 
Leider gibt es trotz Hardcover kein Lesebändchen. In Grün oder Türkis hätte es sehr gut zum Buch gepasst. Andererseits ist es aufgrund der geringen Seitenzahl verständlich.

Kurzbeschreibung: Amelia ist 18 – zum Zeitpunkt ihres Todes. Seitdem streift sie als ruheloser Geist durch die Kleinstadt, in der sie einst zur Schule ging, mit Freunden die Nachmittag verbrachte, lernte, lachte, liebte: All dies scheint ihr unwiderruflich verloren. Doch dann lernt sie Joshua kennen, der mit seinem Wagen über die Böschung schießt und beinahe ertrinkt – in jenem Fluss, in dem Amelia ihren Tod fand. In letzter Minute wird er gerettet. Tief in den dunklen Fluten aber erblickt er für einen Sekundenbruchteil Amelia, die ihm in dem verzweifelten Versuch zu helfen hinterher gesprungen ist. Und das Wunder geschieht: Die Gabe, Amelia sehen, hören und sogar berühren zu können, bleibt Joshua erhalten. Er trifft sich mit ihr und die anfängliche Beklommenheit beider weicht bald einer zarten Liebe. An seiner Seite kann Amelia das unheimliche Zwischenreich, in dem sie einer Gefangenen gleich orientierungslos umherirrte, verlassen und ein Stück weit ins Leben zurückkehren. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Denn da ist noch jemand, der Amelia sehen kann, jemand, der Böses im Sinn hat und sie endgültig ins Jenseits befördern will …

Meine Meinung:
„Zugleich kam ich  mir ein wenig töricht vor, weil ich Angst gehabt hatte. Schließlich kann man nicht zweimal sterben.
Und ich war längst tot, so viel stand fest.“

Aus der Ich-Perspektive wird dem Leser in dieser Geschichte das Leben nach dem Tod von Amelia erzählt. Sie weiß gar nicht wie lange sie schon tot ist und warum. Sie weiß nur, dass sie ertrunken ist und seitdem sinn- und orientierungslos durch die Welt wandert. Menschen können sie weder sehen noch anfassen. Sie selbst kann ebenfalls nichts berühren. Das ändert sich als sie auf Joshua trifft, der ebenfalls beinahe ertrinkt.
Besonders die Sichtweise dieser Geschichte ist außergewöhnlich, denn bisher wurden Geistergeschichten meistens aus der Sicht der verängstigten Menschen geschildert und nicht von dem Geist selbst erzählt.
Dass Amelia sich schnell und Hals über Kopf in Joshua verliebt, ist für diese Geschichte notwendig, aber vielleicht etwas übertrieben. Das gleiche Gefühl hatte ich immer, wenn die beiden körperlichen Kontakt hatten und dabei beinahe in Flammen stehen. Warum das so ist, wird nie abschließend geklärt.
Natürlich gehört zu einer schönen Liebesgeschichte auch, dass die beiden Verliebten sich erst bewähren müssen. Da ist zum einen Eli, der zur Geisterwelt gehört und der nicht davon begeistert ist, dass Amelia sich ihm verweigert, zum anderen Joshuas Großmutter, die sich dem Ziel verschrieben hat, Geister zu jagen.
Die Geschichte um Amelia, wer sie ist, wie sie zu Tode gekommen ist und warum und natürlich ob sie am Ende die Möglichkeit erhält als Geist zwischen den Welt bei Joshua zu bleiben ist sehr spannend und dicht erzählt. Gleichzeitig versucht Tara Hudson die ganz großen Gefühlen zwischen den beiden Jugendlichen zu beschreiben, was nicht immer vollständig gelungen ist, sodass ich als Leserin zwischendurch von dem Geplänkel zwischen Amelia und Joshua leicht genervt war und lieber wissen wollte wie der Haupthandlungsstrang weitergeht.
Sehr gut ist es der Autorin gelungen den Charakteren nach und nach mehr Tiefe zu geben. Besonders bei Joshua und seiner Großmutter Ruth fällt dies auf und es lässt den Leser auch über kleinere Ungereimtheiten hinwegsehen. So darf Joshua, nachdem die Ärzte festgestellt hatten, dass sein Herz einige Zeit aufgehört hatte zu schlagen, trotzdem am gleichen Tag das Krankenhaus verlassen. Doch das sind Kleinigkeiten, die im Großen und Ganzen nur wenig ins Gewicht fallen.

Fazit: Eine schöne paranormale Fantasygeschichte, die auch junggebliebene Erwachsene zum Träumen einlädt. Unter Geistergeschichten hat man sich bis jetzt immer etwas anderes vorgestellt und es ist schön wie Tara Hudson mit alten Vorurteilen aufräumt und eine nette Liebesgeschichte präsentiert.
Ich vergebe 4 von 5 Sterne.


Über die Autorin: Tara Hudson lebt ihn Oklahoma und hat Jura studiert. Erst nach ihrem Studium erinnerte sie sich wieder an ihre alte Leidenschaft für Geistergeschichten. Schon als Kind hatte sie ihren Freunden gruselige Geschichten erzählt und nun widmete sie sich dieser Gabe und veröffentlicht ihren ersten Roman „Wenn du mich siehst“.

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension! Ich freue mich auch auf das Buch und bin gespannt, was mich hier erwartet!

    LG
    Kathi

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  2. Tolle Rezension, das Buch steht auch schon auf meiner Wunschliste!
    Liebe Grüße, Belle :))

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  3. Klingt gut :) Ich werde mir das Buch auch noch kaufen.

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  4. ich finde auch, das es gut klingt, hat mir echt lust auf das buch gemacht :D

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  5. Na das hört sich nach einer schönen Geschichte an. Ist mal was anderes. Danke für den schönen Buchtipp!

    Liebe Grüße
    Anka

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  6. Schön dass euch die Rezension gefällt. :-)

    Und viel Spaß mit dem Buch an alle, die es schon haben oder noch kaufen. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  7. Das Buch liegt auf meinem SUB und ich habe auch schon die ersten 50 Seiten gelesen, die mir bisher ganz gut gefallen habe. Das mit der Ungereimtheit ist mir allerdings auch aufgefallen und hat mich ein wenig gestört - nun ja, ich bin mal gespannt ;)

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