Donnerstag, 22. Dezember 2011

[Rezension] Juliet Marillier: Sevenwaters 3 - Das Kind der Stürme ***(*)

Autor: Juliet Marillier
Titel: Das Kind der Stürme
Originaltitel: Child of the Prophecy
Reihe: Sevenwaters
3. Das Kind der Stürme
4. Die Erben von Sevenwaters
5. Seer of Sevenwaters (englisch)
6. Return to Sevenwaters (englischer Arbeitstitel)
Genre: Fantasy-Sage
Seiten: 752
Hörbuchlänge: 26 Stunden 27 Minuten
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 1. Juni 2011
ISBN: 978-3426509081
Preis: 10,99 Euro

Klappentext: Die junge Fainne ist abgeschieden von anderen Menschen aufgezogen worden und zu einer mächtigen Zauberin herangewachsen. Doch nun muss sie in die Heimat ihrer Mutter zurückkehren, um eine grausame Prophezeiung wahr werden zu lassen. Fainne könnte sich widersetzen - doch der Preis dafür ist das Leben deren, die sie liebt...

Meine Meinung:
Von Band 1 und von Band 2 war ich völlig begeistert. Sorcha und Hugh haben mich eben so zum Bangen, Lachen und Weinen gebracht wie dann Liadan und Bran. Natürlich hatte ich gehofft, dass es genauso weitergeht. Ich hatte eine sagenumwobene Liebesgeschichte in einer Welt voller Krieg, Ehre und Verantwortung und in einer Welt, die dem Feenvolk gehört erwartet.
Diese Geschichte beginnt nicht in Sevenwarters, wie die Geschichten davon. Fainne ist zwar ein  Kind Sevenwaters, aber ihre Eltern wurden verstoßen, da ihr Mutter die Halbnichte ihres Vaters war. Gleichzeitig ist Fainnes Vater der Sohn der bösen Zauberin, die seit Socha versucht Sevenwaters zu vernichten. Diese Zusammenhänge begreift der Leser sehr schnell und dann folgte ich dem Weg des jungen Mädchens, das zur Frau heranwächst gerne.
Es wird schnell klar, dass diese Geschichte mehr Fantasyelemente aufweist, als die beiden ersten Teile. Fainne und ihr Vater Kieran können Magie aktiv wirken, können damit Feuer machen, Gegenstände durch die Luft fliegen lassen und ähnliches. Auch wenn das Phantastische nicht fehlte in den vorigen Bänden, so war es doch subtiler. Das stört aber nicht.
Schnell erkennt man auch, welcher Mann es sein wird, der die größte Rolle spielt, in wen sich Fainne verlieben wird. Leider ist es so, dass die Liebesgeschichte zwar vorhanden ist, aber nicht mehr die bedeutende und tragende Rolle spielt wie man es aus Sevenwaters gewöhnt war. Ja, vieles kann sich nur aufgrund der Liebe so entwickeln, aber sie spielt sich eher im Hintergrund ab.
Nachdem ich dann festgestellt habe, dass die Geschichte mich nicht so fesseln kann, wie ich erwartet hatte, war ich natürlich enttäuscht, kann aber auch sagen, dass sie zum Ende hin noch einmal an Fahrt aufnimmt und zwar dann, wenn Fainne (endlich) beschließt selbst zu handeln und nicht ihr Handeln bestimmen zu lassen. Es ist über weite Teile eben die Protagonistin, die mich nervt. Ja, es ist schrecklich, was ihre Großmutter tut, ja sie ist nur eine junge Frau, aber es wird so lange hinausgezögert, dass sie endlich selbst die Dinge in die Hand nimmt, dass ich einfach nur noch den Kopf schütteln konnte. Daher konnte ich mich über weite Teile nicht mit ihr identifizieren, was es schwer werden lässt, Begeisterung zu entwickeln.  Dies kann auch durch häufige Wiederholung noch begünstigt worden sein. Es wird im ganzen Buch bestimmt zwanzig Mal betont, dass Fainne nicht weinen kann. Es war schon so schlimm, dass ich bei mir dachte: ‚Ja, ich habs kapiert. Leute von ihrer Art können nicht weinen, verdammt.‘
Positiv ist, dass ich über diese Naivität und Unwissenheit von Fainne hinweg, tatsächlich auch erst sehr spät die Zusammenhänge begriffen habe. Die Puzzleteile liegen ausgebreitet vor dem Leser, aber es wird schon seit Band 1 eine vollständig andere Lösung angeboten, sodass ich gar nicht auf die Idee kam das Puzzle neu zusammenzusetzen. So war die Überraschung groß und das war gut. Die Geschichte wird sauber und zufriedenstellend aufgelöst und man findet eine abgeschlossene Handlung vor, was ich sehr begrüßt habe, da ich noch nicht sicher bin, ob ich mich an Band 4 heranwage.
Fazit: Trotz einiger Mängel und dem Umstand, dass diese Geschichte bei Weitem nicht mehr die Größe der ersten beiden Bände erreicht, ist das Buch doch gut. Ab der Hälfte ungefähr nimmt die Handlung Fahrt auf und dann konnte ich auch über die Differenzen, die ich mit der Protagonistin hatte, hinwegsehen. Alles in allem habe ich es nicht bereut dieses Hörbuch gehört zu haben.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sterne. 


Reiheninfo: Die ersten drei Bände bilden eine abgeschlossene Trilogie. Ab Band 4 beginnt etwas Neues, wobei aber natürlich wieder bekannte Charaktere auftreten. Es spielt in der gleichen Generation wie auch „Das Kind der Stürme“.
Leider beabsichtig der Knaur Verlag nicht die folgenden Bände ab dem 5. Teil in Deutschland auf den Markt zu bringen. Bisher konnte ich nichts über mögliche andere Verlage in Erfahrung bringen.

Über die Autorin: Juliet Marillier wurde 1948 in Neuseeland geboren. Ihre Familie stammt ursprünglich aus Schottland und aus Irland.
Sie unterrichtete Musik an der High-School. in Neuseeland und Australien. Inzwischen lebt sie im Westen Australiens. Sie hat vier Kinder und ebenso viele Enkelkinder.
„Die Tochter der Wälder“ ist ihr erster Roman und wurde 1999 in Australien veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Ich war von Fainne auch nicht so angetan wie von Sorcha und Liadan. Besonders von der Liebesgeschichte war ich etwas enttäuscht, obwohl mir das Buch an sich gut gefallen hat.

    Darf ich kurz Klugscheißer spielen?
    Fainnes Mutter war die Halbnichte ihres Vaters. Und sie ist die Enkelin, nicht die Tochter von Oonagh^^

    AntwortenLöschen
  2. Uh...
    danke für den Hinweis.
    Da hab ich heute am frühen Morgen ja einiges durcheinander gebracht.
    Das mit der Halbnichte habe ich abgeändert und es so umformuliert, dass ich deutlich mache, dass Kieran der Sohn von Oonagh ist. *Kopf schwirrt* Gar nicht so einfach die Familienverhältnisse. Gut, dass du mich korrigiert hast. :-)

    Viele Grüße
    Asaviel

    AntwortenLöschen
  3. Natürlich sind Sorcha und Liadan auch meine Lieblinge, aber ich mochte auch diesen Teil sehr gern, weil Fainne mal ein bisschen anders war als die anderen Frauen der Familie.

    Da ich noch nicht genau weiß, ob ich es an den Feiertagen online schaffe: Ich wünsch dir ein wunderschönes und fröhliches Weihnachtsfest mit ganz vielen tollen Buchgeschenken :)

    Liebe Grüße Nanni

    AntwortenLöschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)