Mittwoch, 4. Januar 2012

[Rezension] Veronica Roth - Die Bestimmung ****(*)

Autor: Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung
Originaltitel: Divergent
Reihe:
1. Die Bestimmung
2. Insurgent (englisch)
Genre: Dystopie
Seiten: 480
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 19. März 2012
ISBN: 978-3570161319
Preis: 17,99 Euro

Klappentext: Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…
 

Meine Meinung:
Hoch gelobt kommt dieses Buch über das weite Meer aus Amerika zu uns hinüber. Es reitet genau auf der Welle der Dystopien und konnte in den USA jede Menge begeisterte Leser für sich gewinnen. Ab diesem Moment bin ich immer sehr vorsichtig. Meiner Meinung  nach ist es wichtig, die Erwartungen dann etwas zurückzuschrauben und nicht zu viel zu erhoffen, nur weil so viele begeistert sind. Nur so gibt man dem Buch eine Chance zu überzeugen.
Nicht nur dank großer Schrift und dickem Papier lässt sich dieses Buch sehr, sehr schnell lesen, beinahe verschlingen. Die Sprache ist dem Zielpublikum angemessen. Schnörkellos und direkt, dabei aber nicht einfältig ist der Stil, mit dem der Leser in eine düstere Zukunftsvision entführt wird. Diese Zukunft lässt eine Gänsehaut entstehen. Man weiß nicht, was passiert ist, man weiß nicht, was das bekannte Amerika so zerstört hat, dass die Menschen nun in einer Stadt gefangen und in Fraktionen aufgeteilt leben. Und doch findet man sich sehr schnell zurecht.
Ich hatte erst die Befürchtung, dass ich unter Umständen mit den Fraktionen dauernd durcheinander kommen würde, aber das geht erstaunlich gut. Natürlich lernt man die beiden am besten kennen, die die Hauptrolle spielen: Altruan und Ferox. Tris, die Protagonistin wächst bei den Altruan auf, wechselt aber mit 16 zu den Ferox. Ab diesem Wechsel ist die Geschichte sehr spannend und tatsächlich konnte ich nie voraussehen, was als nächstes passieren wird.
Aber auch in dieser Dystopie kann man wieder die Frage nach der Eignung für jugendliche Leser stellen. Die Ferox sind die Mutigen, aber sie sind auch die Brutalen. Ihre Vorgehensweise zur Auswahl der Anwärter ist von Kampf und Gewalt geprägt. Die Ausbildung ist brutal, das Verhalten der Jugendlichen untereinander ebenfalls. Auch hier finde ich es fragwürdig, ob es richtig ist, dies Jugendlichen an die Hand zu geben. Gleichzeitig wäre die Spannung im Buch natürlich mit weniger brutalen Charakteren nicht so hoch.
Einzig die Liebesgeschichte konnte mich nicht völlig überzeugen. Es ist dem Leser schon so früh klar, dass Four sich in Tris verliebt hat, doch sie durchschaut dies nicht und reagiert völlig naiv. Das nervt dann nach einigen hundert Seiten doch zunehmend. Es ist im Ganzen nicht Tris, die mich überzeugt hat, sondern Four. Er ist einer dieser geheimnisvollen jungen Männer, die in der Bücherwelt so beliebt sind, aber er hat Schwächen, die ganz offen dargelegt werden. Sie müssen aufgrund der Handlung schon dargelegt werden. Und diese Schwächen sind es, die ihn erst richtig sympathisch werden lassen.

Fazit: Eine sehr spannende Zukunftsvision als Jugendbuch, die aber auch ältere Leser sicher in ihren Bann schlagen kann. Die Handlung wird rasant vorangetrieben und der Leser ist mittendrin und kann sich oft die Frage stellen, wie man selbst wohl reagieren würde. Lediglich die Liebesgeschichte konnte mich nicht vollkommen überzeugen, was dem Lesespaß aber kaum Abbruch tut.
Ich vergebe 4,5 von 5 Sterne.


Über die Autorin: Veronica Roth lebt in Chicago und studierte an der dortigen Northwestern University Creative Writing. Im Alter von nur 20 Jahren arbeitete sie während ihres Studiums den Roman, der später "Die Bestimmung" wurde und mit dem sie in den USA auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmte. (Quelle)

Kommentare:

  1. Danke für deine Rezension! Das Buch steht sowieso auf meiner WL und wird dort nun wohl auch bleiben ;-)

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  2. Sehr gute Rezi. Gefällt mir sehr gut :)
    Ich hatte ja ein bisschen die Nase voll von Dystopien, weil ich von "Neva" so enttäuscht war. Aber "Die Bestimmung" ist echt super und jetzt bin ich auch wieder dabei. Es warten noch "the Sign" und "Cassia&Ky2" auf mich, dann wird es auch erst mal wieder gut sein;)
    Bei "Die Bestimmung" hätte ich allerdings gern noch weiter gelesen.

    LG Nanni

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  3. Ja, das Buch ist wirklich toll! Ich habe es auch verschlungen. Schade, dass wir nun so lange auf Teil 2 warten müssen.

    LG
    Anika

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  4. Bald nenne ich auch ein Exemplar mein Eigen****

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  5. @Annika
    Ich tendiere dazu den zweiten Teil auf englisch zu lesen. Das Englisch soll ziemlich einfach sein und daher... *grübel* naja, schaun wir mal ;-)

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  6. Huhu^^
    Das Buch steht auch schon länger in der Originalversion auf meiner WL. Danke für die Rezi, hat mich eindeutig darin bestärkt es auf der Liste zu lassen und auch wirklich zu kaufen^^
    Lg^^

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  7. Hach ich höre echt nur Gutes über das Buch. Ich muss es wirklich als nächstes lesen, es wartet ja schon im Regal :)

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