Freitag, 30. März 2012

[Rezension] Christopher Paolini: Eragon - Das Erbe der Macht


Autor: Christopher Paolini
Titel: Eragon - Das Erbe der Macht
Originaltitel: Inheritance
Reihe: Eragon
1. Das Vermächtnis der Drachenreiter
2. Der Auftrag des Ältesten
3. Die Weisheit des Feuers
4. Das Erbe der Macht
Genre: Fantasy
Seiten: 960
Verlag: cbj
Veröffentlichung: 19. November 2011
ISBN: 978-3570138168

Klappentext: Ein schrecklicher Krieg wütet in Alagaësia. Alle Völker haben sich zusammengeschlossen und ziehen in den Kampf gegen Galbatorix, den grausamen Herrscher des Imperiums. Eragon weiß, dass er und Saphira ihm irgendwann gegenüberstehen werden. Treue Gefährten kämpfen an seiner Seite, allen voran die wunderschöne, kluge Elfe Arya. Doch der finstere König ist nahezu unbesiegbar, denn er besitzt die Macht zahlloser Drachen, deren Seelenhort, den Eldunarí, er an sich gerissen hat. Ein neuer Drache und ein neuer Drachenreiter verändern das Kräfteverhältnis. Wird Eragon Galbatorix besiegen können? Oder muss er sich geschlagen geben? Eine Prophezeiung besagt, dass Eragon Alagaësia für immer verlassen wird ...

Meine Meinung:
Die Leser der Eragon-Trilogie, die dann überraschend zu einer Saga mit vier Bänden wurde, haben lange auf dieses vierte Buch gewartet. Der große Endkampf stand bevor. Wird Galbatorix besiegt und wenn ja wie? Dann erschien das Buch, wurde von den ersten Lesern verschlungen und die Enttäuschung war groß. Es fällt schwer dann noch unvoreingenommen an den Abschluss dieser Geschichte heranzugehen.
Erst einmal ist es schön nach Alagesia zurückzukehren. Man trifft alte Bekannte wieder, die man schätzen gelernt hat. In meinem Fall gehört da Eragon nicht dazu, aber Saphira, Nasuada und vor allem Angela und Solembum.
Doch diese Freude währt nur kurz. Denn so schön es ist die Charaktere wieder zu treffen, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung im Prinzip nicht voran getrieben wird. Es werden in der ersten Hälfte des Buches lediglich Kämpfe ausgetragen. Kämpfe um verschiedene Städte, einmal aus Eragons Sicht, einmal aus Rorans. Und dann kommen dann noch Übungskämpfe zwischen Eragon und den Elfen hinzu. Ohne dass etwas Bedeutendes passiert.
In jeder Situation, in der es etwas brenzlig werden könnte, kann der Leser gelangweilt abwinken: Eragon wird kaum nach dem ersten Drittel des vierten Buches schon sterben. Genauso wenig Saphira. Das bedeutet im Endeffekt wenig Spannung. Die meisten anderen Bücher hätte ich zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon zur Seite gelegt, aber dann möchte man ja doch wissen, wie es mit den Charakteren zu Ende geht, die man ja nun auf einem langen Weg begleitet hatte.
Eragon bleibt im Übrigen wie er ist. Auch wenn im Buch behauptet wird, er hätte sich so stark verändert, kann ich dies nicht bestätigen. Zum Ende hin trifft er tatsächlich einmal selbst eine Entscheidung und setzt diese auch durch, aber das ist eine traurige Ausnahme.
Die Ergebnis der beiden Liebesgeschichten, die sich angebahnt haben, ist ungewöhnlich und deswegen hier zu erwähnen. Es ist schön, dass sich ein Autor einmal traut, nicht den gewohnten Weg zu gehen. Ohne zu viel spoilern zu wollen, muss aber gesagt werden, dass jedes romantische Herz zu bluten beginnt.
Die Entwicklungen der Handlung und auch zwischen den Charakteren bleiben über weite Teile vorhersehbar. Mit einem Geheimnis überrascht uns der Autor noch, doch der geübte Leser weiß, auf welches Ende diese Geschichte hinausläuft. Mir gefällt es sogar ziemlich gut. Es ist einerseits ein sehr gutes und friedvolles Ende, andererseits kein kitschiges "Sie lebten bis ans Ende ihrer Tage". Aber ich mochte auch das Ende vom größten und ersten aller Fantasyromane und diesem ähnelt Eragon sehr stark.
Am negativsten aufgefallen sind die vielen offenen Fragen, die sich auch nach Abschluss von Band vier stellen. Einige Beispiele, um einen Eindruck zu vermitteln: Der Leser weiß immer noch nicht, wer oder was Angela ist. Wo kommt sie her und wie ist sie zu der geworden, die sie ist? Dasselbe bei Solembum. Was bindet ihn an Angela?
Im Laufe von Band vier sehen Eragon und Saphira Männer in dunklen Umhängen aus der Ferne. Sie befinden sich an einem Ort, an dem es keine Menschen geben sollte. Es wird nie geklärt, was diese dort zu suchen hatten und wer sie überhaupt sind.
Roran wird im Kampf gegen Galbatorix Armee einmal beinahe umgebracht. Da taucht eine mysteriöse Retterin auf, die später nie wieder erwähnt wird oder gar einen Namen erhält.

Fazit: Die Geschichte wurde zu einem Ende gebracht und ich bin jetzt froh, dass ich weiß wie es ausgeht für all die Charaktere, die ich im Laufe der Zeit lieb gewonnen habe. Obwohl der Autor noch blutjung war, als er den ersten Band verfasste, ist dies eindeutig der stärkste und überaus lesenswert. Schade, dass das Niveau stetig sinkt. Lest "Das Erbe der Macht", um zu einem Ende zu finden, aber erwartet nicht zu viel.

Gesamtnote: 4
Charaktere: 3
Handlung: 4
Lesespaß: 3
Zusatz:
Abzug aufgrund der zahlreichen offen gebliebenen Fragen 

Eragon: Das Erbe der Macht  - bei Amazon 

Über den Autor: Christopher Paolini hat nie eine öffentliche Schule besucht, sondern wurde von seiner Mutter zu Hause unterrichtet. Als Jugendlicher entdeckt er die Welt der Bücher. Hingerissen verschlingt er J. R. R. Tolkien, Raymond Feist, die nordischen Heldensagen - und erschafft mit 15 Jahren eine ganz eigene, komplexe Fantasy-Welt, Alagaësia. »Eragon« erscheint zunächst im Selbstverlag der Eltern und avanciert durch Mundpropaganda zum heimlichen Bestseller. Durch den Schriftsteller Carl Hiaasen auf das Buch aufmerksam gemacht, veröffentlicht Random House USA im September 2003 die Buchhandelsausgabe, die seitdem alle Rekorde bricht. Heute wird Christopher Paolini weltweit als Autor gefeiert. Er lebt mit seiner Familie in Paradise Valley, Montana. (Quelle)

Kommentare:

  1. Hey Asa,

    schade das dieses Buch dich auch nicht überzeugt hat, dann steht es glaube ich langsam fest das ich es auch nicht in die Hand nehmen werde :) Ich habe lange gezögert denn es ist ja aus der Sicht einen Mannes geschrieben. Aber wenn das Buch an sich nun nicht so toll zu Ende geht, werde ich mich glaube ich auch nicht ran wagen :)

    LG
    Tau

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie gesagt:
      Ich hab es gerne gelesen bzw. gehört, weil ich wissen wollte, wie es zu ende geht, aber Erwartungne erfüllt Paolini leider nicht.

      Grüße
      Asaviel

      Löschen
  2. Hallöchen Asa

    Ich war lang nicht mehr hier deinen Blog besuchen und bin nun eher überrascht das du den vierten Band von Eragon schon fertig gelesen hast. Wie ich aus deiner Rückmeldung entnehmen kann, bist du trotz dass du alle Charas lieb gewonnen hast mit dem Ergebnis des vierten Bandes eher nicht überzeugt. Sogar im EW so habe ich mitbekommen disskutiert man ob es nicht zu der Saga einen fünften Band geben sollte. Ich dagegen bin deswegen echt mit einem ? bestückt da ich auf der einen Seite höre das die Geschichte zu Ende ist und auf der anderen Seite ich zu lesen bekomme dass es für viele soviele offene Dinge gibt. Ich bin der Auffassung das ich mich überraschen lassen sollte da ich den vierten Band bis jetzt noch nicht mal gelesen hab. Aber nun denn...ich werde dir meine Rückmeldung mal per PM zukommen lassen und dann sehen wir weiter. Ciao Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Diskussionen im EW verfolge ich im MOment gar nicht. Einfach nicht die Zeit dafür noch viel im EW zu sein.
      Versuch es mit dem vierten Band. Kann ja sein, dass du am Ende glücklicher damit bist. Ich bin nicht überzeugt, das hast du richtig verstanden.

      Viele Grüße
      Asaviel

      Löschen
  3. tjajaaa das mit den offenen fragen ist sowas ..vlt kommt ja iwann noch was von paolini -.- ich hätt mir aber auch ein anderes ende gewünscht also ein etwas abgeschlosseneres ...aber wir bekommen ja eh nie alles was wir wollen XD

    schöne rezi auf jeden fall und viel spaß beim finding sky :D will ihc ja auch noch unbedingt lesen!

    LG july

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja... aber mal ehrlich:
      Entweder klar sagen: Ja, ich schreib noch was. Darum gibts auch noch offene Fragen oder Eragon mit vier Bänden dann soweit abschließen, dass man zumindest halbwegs zufrieden sein kann.
      Aber du hast Recht: Wir bekommen nie alles. ;-)

      Finding Sky habe ich begonnen. Das ruht aber derzeit eher. Mir kommt so viel dazwischen irgendwie. Aber irgendwann werde ich es auch weiter und fertig lesen. ;-)

      Grüße
      Asaviel

      Löschen
  4. hallo Asa,

    es gibt viele offene Fragen, die sich durch fast alle Bänder ziehen. Paolini begründete es bei einer Lesung damit, das er in Erwägung zieht ein weiteres Buch zu schreiben. Keine Fortsetzung, sondern ein eigenständiges Buch (Ort des Geschehens soll aber weiterhin Alagaësia sein). Daher wob er viele Punkte in Eragon ein, um daran anknüpfen zu können.
    Ich hoffe, dir damit ein wenig helfen zu können ;)

    herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,

      ja, dass er das in Erwägung zieht, ist mir bekannt.
      Aber wenn er so viele Fragen offen lässt, dann sollte mindestens schon gesichert sein, dass es ein weiteres Buch gibt.
      Und ein eigenständiges Buch? Wenn das Buch so eigenständig ist, dann sollte nicht die Reihe selbst so viele offene Fragen haben.
      Mich lässt das einfach sehr unzufrieden zurück und je länger ich Zeit habe darüber nachzudenken, desto unzufriedener werde ich.

      Ich hoffe trotzdem, dass die Lesung Spaß gemacht hat. :)

      Viele Grüße
      Asaviel

      Löschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)