Mittwoch, 18. April 2012

[Rezension] Anika Beer - Als die schwarzen Feen kamen


Autor: Anika Beer
Titel: Als die schwarzen Feen kamen
Genre: Fantasy/Jugendbuch
Altersempfehlung: 12-15 Jahren
Seiten: 448
Verlag: cbj
Veröffentlichung: 12. März 2012
ISBN: 978-3570401477

Kurzbeschreibung: Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen …

Meine Meinung:
Den Ausschlag dieses Buch zu kaufen gab ganz eindeutig das Cover und die komplette Aufmachung. Die Schmetterlinge, die sich in der Geschichte als schwarze Feen entpuppen und nicht nur das Cover zieren, sondern auch den Innenteil der Klappbroschur und die Kapitelanfänge. All das gemeinsam mit dem Klappentext oder der Kurzbeschreibung laden zum Verweilen ein.
Und tatsächlich findet sich im Inneren dann eine spannende Welt. Nein, sogar zwei Welten. In der einen lebt Marie, in der anderen Lea und irgendwie sind sie miteinander verbunden. In dieses Geflecht spielen dann die Schatten eines jedes Menschen hinein und insbesondere die Feen. Zusammen mit Gabriel will Marie dem auf den Grund gehen, denn irgendetwas ist nicht in Ordnung.
Leider wird die Geschichte nicht an den spannenden Punkten soweit ausgeführt und erzählt, wie ich es mir gewünscht hätte. Gabriel ist der interessanteste Charakter, er und seine Gabe. Die Schatten der Menschen wecken neben Neugier zwar auch eine große Portion Abscheu, aber das macht ja den Reiz aus. Statt aber hier weiter einzugehen, mehr auszuführen, werden viel mehr typische Probleme geschildert. Marie verliebt sich in den gleichen Jungen, den ihre beste Freundin schon seit Jahren anhimmelt und es kommt zum Streit. Das ist natürlich nicht völlig unerheblich für den Fortgang der Geschichte, hätte aber keineswegs in der Ausführlichkeit dargestellt werden müssen.
Maries Freundinnen und die Liebesgeschichte nehmen einen zu großen Platz ein, sodass man immer wieder nur darauf wartet, dass das Wichtige wieder in den Vordergrund rückt: Was ist mit den Feen? Was ist mit den Schatten? Und was ist mit Gabriels Gabe und seiner Vergangenheit? Stattdessen ergibt sich Marie einer Weile dem Selbstmitleid und die Handlung stockt. Zum Ende hin wird dies natürlich besser und dann überschlagen sich die Ereignisse geradezu, sodass der Autorin scheinbar kaum noch Zeit blieb auch wirklich alles ausreichend zu erklären.
Die Prioritäten hätten etwas anders verteilt werden müssen und das Buch könnte mich voll auf überzeugen, denn die Geschichte und die Thematik haben durchaus Potenzial. Etwas schade, dass dieses nicht vollkommen genutzt wurde.
Die Sprache ist dem jungen Zielpublikum angepasst, könnte aber mit der Feenthematik etwas verschnörkelter, metaphernreicher sein. Zumindest hätte ich das erwartet. So ist sie lediglich sehr einfach und erleichtert damit den Lesefluss. Die Perspektive wechselt, mal wird aus Maries und mal aus Gabriels Sicht erzählt. Besondere Leckerbissen sind die Zwischenspiele, die den Leser in diese fremde zweite Welt entführen und aus Leas Perspektive geschildert werden.
Erfreulich ist, dass diese Geschichte in sich abgeschlossen scheint. Es gäbe zwar durchaus Ansatzpunkte, um die Fäden für einen nächsten Band neu aufzunehmen, aber dies ist meines Wissens nach nicht geplant und auch nicht notwendig, denn der Autorin ist ein befriedigendes Ende geglückt. 

Fazit: Damit findet der Leser in diesem Buch eine wunderbare Grundidee mit spannenden Ansätzen, die leider in den meisten Punkten von der typischen Teenager-Problematik überdeckt werden. "Als die schwarzen Feen kamen" ist damit selbst keine "schwarzes" Buch, das glückliche Erinnerungen frisst, aber wird mir auch nicht allzu lange im Gedächtnis haften bleiben.


  Gesamtnote: 3
Charaktere: 2-3
Handlung: 2-3
Lesespaß: 3 

Als die schwarzen Feen kamen - bei Amazon

Ein kleiner Einblick ins Buch? Hier gibts Zitate 


Über die Autorin: Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. „Als die schwarzen Feen kamen“ ist ihr erster Jugendroman. (Quelle)

Kommentare:

  1. Als ich kürzlich im Buchladen stöberte, entdeckte ich das Buch. Das Cover sowie Titel hatten mich auch angesprochen. Als ich dann kurz mal reingelesen hatte, war ich aber nicht mehr ganz so interessiert. Mit deiner Rezi, sehe ich nun, das mich mein Gefühl nicht im Stich gelassen hat. Ist dann wohl nicht ganz meins.
    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei mir war es ein Spontankauf, der nicht hätte sein müssen. Es gibt einfach ganz viele andere Bücher, die deutlich besser sind und die ich vorher empfehlen würde. :-)

      Grüße
      Asaviel

      Löschen
  2. Hallöchen!
    Uuuuiii, genau 1 Monat noch!!!!! Juhuuuu!!!
    Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, die Rezi so zeitnah zu posten. Ich werde das Buch heute oder morgen in der Post haben und freue mich auf ein bisschen seichte und leichte Romantasy. Ich denke, dieses Buch passt im Moment perfekt.
    Interessante Rezi - ich bin gespannt, wie es mir gefallen wird.

    Liebe Grüße
    Anka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohhhh!!! Stimmt. Nur noch ein Monat. Das hätte ich gar nicht bemerkt. Hach, ich freu mich. Eine Antwort hast du noch nicht bekommen oder?
      Bei mir laufen die Lieder hoch und runter und wenn ich unterwegs bin hab ich dauerhaft nen Ohrwurm XD

      Ja, ich denke so als leichte Romantasy-Lektüre zwischendurch eignet sich das Buch ganz gut. :) Bin auf deine Meinung gespannt!

      Viele liebe Grüße
      Asaviel

      Löschen
  3. Schöne Rezi! Ok, ich war immer noch am Überlegen, aber deine Argumente sind wirklich überzeugend. Obwohl es ja kein schlechtes Buch zu sein scheint, nur muss man bei dem dereitigen Bücher-Tornado starke Prioräten setzen. Da wird dieses Büchlein erst mal in die hintersten Winkel meiner Gedanken geschoben, was aber nicht heißen muss, dass irgendwann doch mal meine Neugierde siegt. :)

    LG Reni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,

      Anka liest es aktuell und sie ist glaube ich überzeugter als ich. Es gibt also auch viele Stimmen, die sagen, das Buch ist ganz wunderbar. Für mich, war es wenig besonders.
      Es gibt viele andere Bücher auf den meisten Wunschlisten, die es eher verdient haben gelesen zu werden :-)

      Grüße
      Asaviel

      Löschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)