Sonntag, 1. April 2012

[Rezension] Sabrina Qunaj - Elfenmagie

Autor: Sabrina Qunaj
Titel: Elfenmagie
Reihe: 
1. Elfenmagie
2. Elfenkrieg (23.7.2012)
Genre: Fantasy
Seiten: 976
Verlag: Aufbau Verlag
Veröffentlichung: 20. Februar 2012
ISBN: 978-3746627380
Preis: 14,99 Euro
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Klappentext: Die magische Elfenköngin Jahrtausende nach der Teilung Elvions erreicht die Fehde der Licht- und Dunkelelfen einen Höhepunkt. Mit dem Blut der Halbelfe Vanora könnte das Reich wiedervereint werden und die Königin Alkariel ihre alte Macht zurück erhalten. Die Dunkelelfen versuchen dies zu verhindern, indem sie das Mädchen versteckt halten. Nichts ahnend wächst Vanora in der Welt der Menschen bei ihrem Vater auf, bis das Schicksal sie eines Nachts einholt und der geheimnisvolle Glendorfil erscheint.

Meine Meinung:
Die Erwartungen an dieses Buch waren unglaublich hoch. Nicht nur, dass der Verlag nur die allerwärmsten Worte parat hat, nein unter manchen Bloggern wird es als das beste Buch überhaupt gehandelt. Hohe Erwartungen gepaart mit einer Portion Vorsicht legten mir diesen dicken Wälzer in die Hände. Fast 1000 Seiten warteten da auf mich. Es blieb nur zu hoffen, dass es 1000 Seiten voller Lesespaß sein werden.
Schon der Prolog kann überzeugen und nach wenigen Seiten befindet sich der Leser auch schon mitten in der Geschichte. Die Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel, wodurch eine kurze Eingewöhnungszeit von Nöten ist, um sich zurecht zu finden. Wer ist hier nun wer? In welcher Beziehung stehen sie zu einander? Und was sind ihre Ziele? Dafür braucht der geübte Leser aber nur kurze Zeit, dann hat er verstanden und kann in eine zauberhafte Welt abtauchen.
Bei Elfen besteht oft die Gefahr, dass es alles schon gab. Und wenn dann Dunkelelfen ins Spiel kommen ist die Gefahr noch größer. Aber der Autorin gelingt es tatsächlich eine völlig neue Welt zu erschaffen. Dieser Welt nicht nur ein Äußeres und Bewohner zu geben, sondern auch eine gut durchdachte Geschichte. Diese Geschichte hängt natürlich eng mit der Handlung in dem vorliegenden Buch zusammen.
Der personale Erzählstil in den einzelnen Kapiteln zeigt deutlich die Gefühlswelten unserer Protagonisten, in deren Mittelpunkt auf jeden Fall Vanora steht. Durch die wechselnden Perspektiven lernt der Leser aber jeden dieser Charaktere näher kennen und ja, lernt sie lieben.
Ich werde nicht viel vorweg nehmen, aber soviel verraten: Es entwickelt sich eine Dreier-Geschichte. Zwei Männer lieben Vanora und sie hat es nicht leicht sich zu entscheiden. Im Normalfall ist die Sache für den Leser schnell klar. In beinahe jeder Geschichte schlägt sich der Leser vollkommen auf die Seite des einen oder des anderen Mannes. Und obwohl mir immer klar war, wer es sein musste, hätte ich es beiden Männern gegönnt. Mir blutete das Herz beim Lesen, weil immer klar war, dass einer von beiden verletzt werden würde, dass sie sich nur für einen entscheiden konnte. Das passiert äußerst selten. 
"Da war nur noch dieser leicht Hauch seines Atems in ihrem Gesicht und die Schwärze seiner Augen, in der sie langsam unterging. Es gibt schlimmere Arten zu sterben, als in diesen Augen zu ertrinken, fuhr es ihr durch den Kopf,..." (Seite 386)
Über diese - stellenweise sehr dramatische - Liebesgeschichte hinweg gibt es aber auch viele spannungsreiche Szenen mit allem, was das Fantasyherz höher schlagen lässt: Magie, Schwertkampf und zwei Heere prallen aufeinander und es gilt eine Welt zu retten. An dieser Stelle gibt es vielleicht einen sehr kleinen Kritikpunkt: Über weite Teile ist die Handlung neu und sehr gut durchdacht, aber es gibt immer wieder Abschnitte, die schnell durchschaut werden und vorhersehbar sind.
Es lässt sich aber über diese kleine Schwachstelle mühelos hinweg sehen, denn die Autorin hat noch zwei Asse im Ärmel, mit denen sie die Geschichte zu würzen weiß. Das erste Ass nennt sich Humor. Auch die Elfen und Vanora selbst zeigen immer wieder eine humorvolle Seite, die oft von Sarkasmus geprägt ist. Hier tritt aber besonders Bienli hervor. Ein Kobold, der mit Elfen eigentlich so gar nichts anfangen kann.
"Einen Augenblick lang sah ihn der Kobold ungläubig an, dann schüttelte er den Kopf und richtete sich auf. 'Elfen', murmelte er. 'Keine Ahnung, wozu die überhaupt gut sein sollen.'" (Seite 154)
Das zweite Ass ist eines, das für den Leser große Schrecken mit sich bringt. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, muss ich euch warnen, dass Sabrina Qunaj keine Scheu hat dem Leser Charaktere zu nehmen, die er gut kennt, die er lieben gelernt hat. Es stirbt manch ein Charakter, von dem man vorher noch gesagt hätte: Der ist unentbehrlich.
Das Ende ist somit auch äußerst dramatisch und traurig, aber gleichzeitig wunderbar gelungen und stimmig. Es ist tatsächlich die einzige Lösung und konsequenterweise beschreitet die Autorin diesen Weg. Sehr gut!
Meiner Meinung nach könnte die Geschichte auch als Einzelband gelesen werden, denn dieses Ende würde durchaus als Abschluss Bestand haben. Aber ich freue mich trotzdem umso mehr, dass ich noch einmal in die Welt der Elfen eintauchen darf, wenn Band 2 im Juli erscheint.

Fazit: Elfenmagie ist so etwas wie ein Geheimtipp. Ein Favorit unter den Büchern, die nicht aus den ganz großen Verlagen kommen, aber trotzdem unbedingt gelesen werden müssen. In diesem Buch vereinen sich ganz große Gefühle wie Liebe, Freundschaft, Trauer und Angst mit spannungsgeladenen Szenen und einem erfrischendem Humor.

Gesamtnote: 1
Charaktere: 1
Handlung: 1-2
Lesespaß: 1


Über die Autorin: Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte.
Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.
Ihre Lieblingsautoren sind George R.R. Martin, Bernard Cornwell, Rebecca Gablé, Andrzej Sapkowski, Robin Hobb und Diana Gabaldon. (Quelle)

Kommentare:

  1. Kann nur zustimmen! Tolles Buch und tolle Rezension :)

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  2. Wooooow! Du hast den dicken Wälzer gelesen und bist sogar richtig begeistert! Toll! Jetzt bin ich gespannt, was die Zwillinge sagen. Reni und Sandi haben sich das Buch doch auch auf der Messe gekauft, gelle?

    Drück dich, Anka

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    1. Hey,

      ja und ich weiß, dass Sandi auch schon durch ist und eine Rezi dazu schreibt. Sie ist auch schwer begeistert. Es lohnt sich wirklich! :-)

      Viele Grüße
      Asaviel

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  3. Tolle Rezension! Wenn ich mal wieder Lust auf Elfen habe, werde ich mir das vielleicht besorgen ... :-)

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