Samstag, 25. August 2012

[Rezension] Jay Asher & Carolyn Mackler - Wir beide, irgendwann

Autoren: Jay Asher & Carolyn Mackler
Titel:
Wir beide, irgendwann
Originaltitel:
The Future of us
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Seiten:
400 Seiten
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 27. August 2012
ISBN:
978-3570161517
Hardcover-Preis: 17,99 €
Kindle-Preis: 13,99 €
Wir beide, irgendwann - bei Amazon

Klappentext: Was wäre wenn ..., ich dich heute küsse?
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...

Meine Meinung:
Diese Geschichte spielt sich 1996 ab. Für mich wirkt das eigentlich noch gar nicht so lange her. Ja, ich war da auch noch ein (kleines) Mädchen, kann mich aber gut an diese Zeit erinnern. Das Zielpublikum (12-15 Jahre), war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht geboren und kann sich auch nicht aus eigener Erfahrung daran erinnern, dass es Zeiten ohne Internet und vor allem auch ohne Handys gab. Am besten funktioniert diese Geschichte jedoch, wenn man sich gerade daran erinnert. Mit einem Schmunzeln im Gesicht oder einem wissenden Nicken und dem guten Gefühl, dass man es trotzdem geschafft hat sich zu verabreden, auch ohne Handy, ohne Facebook. 
Aber Facebook spielt eine wichtige Rolle. Obwohl es noch nicht erfunden wurde, können sich unsere beiden Protagonisten einwählen und einen Blick in ihre Zukunft erhaschen. In die Zeit genau 15 Jahre später. Sie sehen, was sie selbst in ihren Profilen schreiben: Was sie arbeiten, wen sie lieben, wen sie geheiratet haben, wie sie sich fühlen, was es zum Essen gibt. Und sie merken ganz schnell, dass kleinste Veränderungen der Gegenwart Einfluss auf die Zukunft haben. 
Das wird dem Leser dann wechselnd aus Emmas und Joshs Perspektive erzählt. Die beide kennen sich schon ewig und man selbst hat beim Lesen bald das Gefühl mindestens schon genauso lange dabei zu sein. Die Charaktere sind sauber herausgearbeitet und sympathisch. So kann der Leser sich schnell in sie hineinversetzen und mit beiden mitfühlen. 
Die Sprache ist dem Jugendbuch angepasst und damit relativ einfach. So wird die Geschichte zu einem Page-Turner, der sich in kürzester Zeit lesen lässt. Den Autoren ist es gut gelungen die Sprache der Jugendlichen den 90er Jahren anzupassen und nicht die heute modernen Begrifflichkeiten der Alltagssprache zu verwenden. Das ist ein kleines Detail, das aber großen Einfluss auf den gesamten Flair des Buches hat. 
Rasch schreitet man voran in dieser Liebesgeschichte und bald ist auch klar, wie es enden muss. Die Charaktere um Emma und Josh sind oft eher stereotyp und die Handlung, die sich weniger mit Facebook und damit mit der Zukunft beschäftigt, ist auch typisch. Schnell erkennt der Leser, wie das Ende sein wird. Das nimmt etwas die Spannung, aber bei einer Liebesgeschichte kann man trotzdem noch einige schöne Lesestunden mit den beiden Protagonisten erleben. 
Die leise und nie direkt ausgesprochene Kritik am Umgang der Nutzer mit Facebook dringt vielleicht sogar auch zu dem einen oder anderen Leser durch und regt zum Nachdenken an. Muss wirklich die ganze Welt wissen, was ich esse?

Originalcover
Fazit: Eine kurzweilige Liebesgeschichte, die mit sauber herausgearbeiteten Charakteren überzeugen kann und mit einer faszinierenden Idee besticht. Wie gerne würde doch jeder von uns einmal in die Zukunft schauen und sie sogar direkt beeinflussen können. Kleiner Wehmutstropfen ist nur die Vorhersehbarkeit der Handlung.



Gesamtnote: 2
Charaktere: 1-2
Handlung: 2-3

Über die Autorin: Carolyn Mackler wurde 1973 in New York City geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Jugendbücher, für die sie in Amerika mehrfach ausgezeichnet wurde. (Quelle)
Über den Autor:  Jay Asher ist der Autor des weltweiten Bestsellers "Tote Mädchen lügen nicht", der in über 30 Länder verkauft und u.a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Seinen neuesten Roman, "Wir beide, irgendwann" verfasste er gemeinsam mit Carolyn Mackler. Er lebt in Kalifornien. (Quelle)

Weitere Bücher der Autoren:  
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Carolyn Mackler: 




Jay Asher: 



Kommentare:

  1. Grüß Dich, Asaviel.
    Arbeitet man/frau sich durch das kurzfristig gepimpte Image von Gesichtsbuch, scheint es fast unmöglich, daß die Menscheit in den Jahrtausenden zuvor "ohne" zum sozialen Kontakt kam.
    Gut, ich habe bisher auch nicht nachvollziehen können, worin der soziale Wert der Plattform besteht!

    Ist also nicht das Schlechteste wenn ein Jugendbuch die Feinheiten anstößt.

    Ordentlich Lesespaß bei "Legend" noch!

    bonté

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  2. Ich bin privat auch nicht bei FB angemeldet. Nur für den Blog inzwischen, weil man da dann doch besser kommunizieren kann. Aber das muss ja jeder selbst wissen.

    Lesespaß mit Legend ist bald vorbei. Es ist schon fast ausgelesen. Trotzdem danke :)

    grüße

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  3. Dass der Leser das Ende schon früh erahnt, ist richtig. Aber in welcher Liebesgeschichte ist das nicht der Fall? Ganz wenige enden nicht mit einem Happy-End. Ich fand aber allein schon die Idee des Autorenpaares interessant und halte das Buch für die Zielgruppe der Jugendlichen auf jeden Fall für empfehlenswert.

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