Dienstag, 21. August 2012

[Rezension] Michael Römling - Schattenspieler

Autor: Michael Römling
Titel:
Schattenspieler
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Seiten:
352
Verlag:
Coppenrath
Veröffentlichung: Juni 2012
ISBN:
978-3815753071
Preis: 14,95 Euro

Klappentext: April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald finden die Freunde eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt.

Meine Meinung:
Der zweite Weltkrieg ist oft ein abschreckendes Szenario. Das liegt einerseits natürlich am Krieg selbst, der immer mit Gewalt und Leid einhergeht. Der zweite Weltkrieg betrifft jeden Deutschen dann noch im Besonderen. Geht den Deutschen oft besonders nahe. Macht betroffen. Und dann wird man in der Schule damit auch noch immer wieder über Jahre hinweg konfrontiert, ohne dass man sich wehren kann. Das kann das Interesse sicherlich unter Umständen vergrößern, aber sicherlich auch abschreckend wirken. Will man dann noch privat Bücher aus dieser Zeit lesen? 
Selbst wenn man dies eher mit einem Schulterzucken oder zweifelnd beantwortet, darf man sich an den "Schattenspieler" wagen. Ein Jugendbuch, das während der letzten Kriegstage spielt, aber dabei nicht den Krieg und das Leid in den Mittelpunkt rückt. Das heißt nicht, dass hier verschwiegen oder gar beschönigt wird. Nein, was passiert ist in dieser Zeit wird auch genauso formuliert, aber es stellt eben nicht den Grund der Handlung dar. Dies ist vielmehr ein Krimi. Man begibt sich mit den jugendlichen Charakteren auf eine Schatzsuche.
Ein Manko der Geschichte ist, dass man doch das Gefühl hat, dass die Begegnung der Charaktere, die erst einmal getrennt voneinander eingeführt werden, sehr zufällig herbeigeführt wird. Zufällig geht der eine dort hin, zufällig kommt der andere dazu und der nächste ist dann zufälligerweise auch auf dem Weg dorthin. Natürlich müssen sie aufeinandertreffen, damit die Geschichte funktionieren kann, aber eine etwas weniger willkürliche Motivation hätte mir doch besser gefallen. Die Handlung selbst ist aber spannend. Die Schätze, die weggeschafft werden, das skrupellose Vorgehen der Beteiligten.
Hier sollte daraufhin gewiesen werden, dass die Altersempfehlung eingehalten werden sollte. Wir haben es mit einem Jugendbuch zu tun, ja. Aber unter 14 Jahre alt sollte dieser Jugendliche nicht sein, denn er wird des Öfteren mit Gewalt konfrontiert. Die Gewalt des Krieges, aber auch Gewalt im direkten Zusammenhang mit dem Schatzraub.
Die Sprache wiederrum ist dem Zielpublikum auf jeden Fall angepasst und so lässt sich das Buch für den geübten Leser innerhalb kürzester Zeit lesen.

Fazit: Eine lesenswerte Geschichte mit einem Setting, das gerade für den jugendlichen Leser nicht ganz gewohnt und damit auch noch nicht ausgetreten ist. Der Krieg wird hier angemessen thematisiert, ohne dass es zu aufdringlich erscheint. Damit ergibt sich eine spannende Geschichte, die einige Stunden Lesespaß mit sich bringt.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 1-2
Handlung: 2
Lesespaß: 2


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Kommentare:

  1. Da geb ich dir mal wieder vollkommen recht :-) Inhaltlich sehr zu empfehlen und optisch ist das Buch sowieso 1A! Übrigens gefällt mir dein Design mit dem hellgrauen Hintergrund noch besser!
    Drück!
    Damaris

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    1. Optisch ist das Buch einfach wunderbar. :) Wunderschön :)

      Danke schön. Ja, so sieht es nicht mehr überladen aus mit dem Design und die Schrift ist wieder schwarz, sodass man es auch in den Readern wieder lesen kann.
      Die weißen Kästen, von denen du mir auch mal erzählt hast, müssten inzwischen auch weg sein, oder?
      Wenn man den weißen Kasten hier oben mal ignoriert ;)

      Grüße
      Asaviel

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  2. Guck guck :)
    Ach, obwohl eure Rezis zu diesem Buch sehr positiv sind, kann ich mich immer noch nicht dazu überzeugen lassen. Trotzdem habe ich die Rezi mit Interesse gelesen!
    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Ja, es ist ein Buch, das wir alle wohl vorher so gar nicht auf dem Zettel hatten. Aber es würde sich lohnen. :)
      Vielleicht gibt es ja doch noch den Moment, in dem du sagst: Ja, ich lese es ;)

      Grüße
      Asaviel

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  3. Hallo, Asaviel.
    Liegt vermutlich arg in der Hand der Lehrer, wie die Grausamkeiten der 12 Jahre offengelegt werden. Weniger der mahnende Duktus. Eher die Empathie für das menschliche Schicksal. Anne Frank oder Felice Schragenheim...

    Wenn ein Buch wie Obiges Interesse an sich weckt, umso besser.

    bonté

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    1. Hm,
      naja... Ich denke, es macht einfach die Wiederholung aus, dass viele aus der Schule rauskommen und einfach "keinen Bock" mehr haben sich noch mit dem zweiten Weltkrieg zu beschäftigen. Ich kann über kaum einen meiner Geschichtslehrer etwas Negatives sagen, studiere das Fach ja inzwischen selbst und mein Interesse kehrt inzwischen auch zurück. ;)

      Grüße

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