Dienstag, 23. Oktober 2012

[Rezension] Alison McGhee - Ich lebe, lebe, lebe

Quelle: Verlagsseite
Autor: Alison McGhee
Titel:
Ich lebe, lebe, lebe
Originaltitel:
All rivers flow to the sea
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: 14 - 17 Jahre
Seiten: 160
Verlag:
dtv
Veröffentlichung: 1. Oktober 2012
ISBN:
978-3423249348
Preis: 12,90 Euro
Kindle-Preis: 10,99 Euro
Ich lebe, lebe, lebe - bei Amazon

Inhalt:
Sie hatten einen schrecklichen Unfall, Rose und ihre große Schwester Ivy. Jetzt liegt Ivy im Koma, und Rose verbringt jeden Nachmittag an ihrem Bett im Pflegeheim. Immer und immer wieder erlebt Rose den Zusammenprall ihres Autos mit einem Lieferwagen in einer vereisten Kurve, den Moment, der sie aus der Zeit katapultiert hat. Nur der Freund der Familie, William T., schafft es, an Rose heranzukommen. Und noch jemand ist da, der auf sie aufpasst: Tom. Lange sträubt sich Rose, sich ihre Gefühle für Tom einzugestehen, bis zu dem Moment, wo sie über ihre Verzweiflung und Einsamkeit mit ihm sprechen kann. Sie begreift, dass sie Ivy loslassen muss, um ins Leben zurückkehren zu können. (Quelle)

Meine Meinung:
"Mir bricht das Herz", sagte ich ihm, und das ist die Wahrheit. Wenn einem das Herz bricht, dann spürt man den Schmerz ganz konkret, ganz körperlich. Du fühlst ihn, bei jedem Schlag einen neuen Schmerz, und du kannst tun, was du willst, es hört nicht auf, weder zu schlagen, noch zu brechen. (Seite 124)
Alison McGhee war für mich bis dato ein unbeschriebenes Blatt, denn weder hatte ich etwas aus der Feder der Autorin gelesen, noch von ihr gehört. Titel und Klappentext dieses Buches haben mich aber dann sofort angesprochen und ich musste mir unbedingt den Inhalt näher anschauen. Dem Leser muss schon vor dem Aufschlagen der ersten Seite bewusst sein, dass er es hier mit einem unbequemen Buch zu tun hat. Dies ist nichts für einen lauen Herbstnachmittag in der Sonne, wenn man die Seele baumeln lassen will. Hier werden große Themen angegangen, die ans Herz gehen.
Der Tod steht im Mittelpunkt der Geschichte. Er ist noch nicht eingetreten, denn Rose Schwester Ivy lebt noch, wenn man es leben nennen kann, beatmet und künstlich ernährt zu werden. Zusammen hatten sie einen Unfall, aber Rose wurde nur leicht verletzt, jetzt weiß sie kaum, wie sie weiterleben soll, während ihre Schwester im Koma liegt. Tod, Angst, die Psyche, Geschwisterliebe, Familie und Liebe sind die großen Themen, die in diesem schmalen Buch aufgegriffen werden. Manch einer wird sich fragen, wie solche Fragen, solche schweren Begriffen und Themen auf gerade einmal gut 150 Seiten abgehandelt werden.
Ich muss sagen: Es gelingt. Und dabei ist die Geschichte an sich doch recht handlungsarm. Der Leser erhält Einblick in Rose Gefühlswelt, in ihre Gedanken, ihre Empfindungen nach dem Unfall gemeinsam mit ihrer Schwester. Sie versucht mühevoll den Alltag zu meistern und scheitern dabei fast auf ganzer Linie. Ihre Mutter hingegen versucht eigentlich gar nicht mehr überhaupt noch etwas zu meistern. Daran scheint auch die Familie zu zerbrechen.
So wie Rose immer wieder den Unfall vor Augen hat, wird der Unfall auch immer wieder für den Leser geschildert. Diese Absätze beginnen immer gleich: "Ivy und ich hatten einen Unfall..." (Seite 9) und variieren dann. So erfährt der Leser einerseits mehr über diesen Unfall, andererseits etwas darüber, welche Besonderheit des Unfalls Rose gerade besonders beschäftigt. In einer Situation, in der die meisten Menschen in Trauer, und in Sprachlosigkeit versinken, gelingt es hier der Autorin Worte für ein Mädchen zu finden, das Schreckliches erlebt hat und versucht damit ihr weiteres Leben zu leben. Dabei sind die Gedanken des Mädchens nicht immer klar, nicht immer linear. Es gibt Wiederholungen, es gibt Schleifen, Gedankensprünge - genau das ist zu erwarten. Das ist es, was dieses Buch besonders macht.
Von der ersten Seite an war ich eins mit Rose, konnte direkt an ihrer Seite, direkt ihre Gedanken, Gefühle, ihren Kummer und Schmerz nachvollziehen und auch ihre unlogischen Handlungen verstehen. Getreu nach dem Motto: Wie kann die Welt sich weiter drehen, als wäre nichts passiert, wenn für ein Mädchen wie Rose die Welt eigentlich doch zusammengebrochen ist?
Um dann Spannung zu erzeugen braucht es keine Action, nicht einmal viel echte Handlung. Die Gefühle und Gedanken dieses Mädchens und die Frage, ob und wie sie es schafft wieder ihr eigenes Leben zu leben, reichen aus, um einige Lesestunden zu haben, die ganz tief das Herz berühren und für die zarte Gemüter ganz sicher Taschentücher bereit legen sollten.

Originalcover; Quelle
Fazit: Eine herzergreifende Geschichte über einen Unfall, Kummer, den Abschied, den Tod und die Kraft und den Mut zu finden weiter zu machen. Die Geschichte wird von den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten und der Hoffnung des Lesers getragen, dass eben diese doch noch das Licht am Horizont sieht und für sich den richtigen Weg findet. 
Keine einfache Geschichte, die man mal so zwischendurch liest, sondern ein 150 Seiten, die Kraft kosten und noch lange nachwirken und das auf ganz positive Weise.


Gesamtnote: 1
Charaktere: 1
Handlung: 1


Dieses Buch könnte etwas für dich sein, wenn dir folgende Bücher gefallen haben:
(Klick aufs Bild führt zu Amazon) 







Über die Autorin: Alison McGhee ist Autorin etlicher hochgerühmter und ausgezeichneter Romane für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Ihre Bücher finden sich regelmäßig auf der New York Times-Bestsellerliste. Alison McGhee lebt mit ihrer Familie in Minneapolis, Minnesota. (Quelle) 

 Weitere Bücher der Autorin:  
(Klick aufs Bild führt zu Amazon)



Kommentare:

  1. Uih, das hört sich ganz toll an. Kommt sofort auf meine Wunschliste. Danke für diese ansprechende Rezension!
    LG Nia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne doch.
      Es lohnt sich auf jeden Fall :)

      Grüße
      Asaviel

      Löschen
  2. Danke für die Rezi :) Landet sofort auf meiner WuLi :)

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Asaviel.
    "All Rivers Flow To The Sea", der Originaltitel gibt viel von der Intension des Buchs, für die kommenenden 150 Seiten, dem Leser an die Hand. Gewiß ist im Leben lediglich der Tod. Uns obliegt die Spanne der Zeit davor.

    bonté

    AntwortenLöschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)