Mittwoch, 10. Oktober 2012

[Rezension + E-Literatur-Tipp] Cristoph Hardebusch - Smart Magic oder "Lesen ist nicht gleich lesen"

Quelle


Autor: Christoph Hardebusch
Titel:
Smart Magic
Genre:
High-Fantasy/Jugendbuch
Altersempfehlung: 14-15 Jahre
Seiten:
512
Verlag:
Heyne Verlag
Veröffentlichung: 11. Dezember 2011
ISBN:
978-3453267459
Preis (HC): 16,99 Euro
Preis (Kindle): 13,99 Euro

Klappentext: Das Tor in eine magische Welt ist geöffnet
Tom ist fünfzehn, lebt in Berlin und hat nicht gerade das, was man eine schöne Kindheit nennt. Er wächst bei einer Pflegefamilie auf, die viele Waisenkinder bei sich aufgenommen hat – doch von ihren Pflegeeltern werden sie nur für Diebstähle und Betrügereien ausgenutzt. Sein einziger Freund ist sein älterer Leidensgenosse Alex, der für ihn wie ein Bruder ist und ihm schon ein paarmal aus der Patsche geholfen hat.
Schon bald beginnt sich allerdings Toms trostloses Leben stark zu verändern. Immer öfter erlebt er Dinge, die er sich nicht erklären kann. Als ihm mitten in Berlin auch noch ein kluger Rabe begegnet, der ihm weise Ratschläge zu geben versucht, fängt Tom an zu begreifen, dass er anders ist. Auf der Suche nach Spuren seiner Herkunft folgt er dem Raben schließlich zu einem geheimnisvollen Portal – das Tom in eine fantastische neue Welt voller Magie führt … (Quelle)

Meine Meinung:
"Die Stämme des Volkes sind in alle Richtungen des Himmels zerstreut. So, wie es sein soll, denn sind wir nicht wie der Wind? Wenn sie kommen, ziehen wir davon, und sie können uns nicht angreifen, so wenig, wie sie den Wind fangen können."
"Wir fliehen. Und weil wir das nicht zugeben wollen, sagen wir, dass wir schlau sind und deshalb dem Wind folgen", fasste Matani zusammen. (Seite 98/99 der e-book-Ausgabe)
Die Geschichte beginnt mit einer Familie in Berlin. Tom und Alex leben in einer Pflegefamilie. Ohne dass das Jugendamt dies weiß, werden sie dort ausgebeutet, denn sie müssen Geld ranschaffen, indem sie es stehlen. Dementsprechend unglücklich sind die Kinder. Auch eine Geschichte, die lohnenswert zu erzählen ist, aber um diese Verhältnisse soll es im Großen und Ganzen nicht gehen. Der Leser wird bald in eine fremde Welt entführt, eine Fantasywelt. 
Dort befinden sich dann nun alle drei Protagonisten. Alex und Tom, die nicht wissen, dass der jeweils andere auch in der fremden Welt ist und Matani, die schon zu Beginn dem Leser vorgestellt wurde und recht schnell Tom begegnet. 
Gut gelungen ist die sprachliche Umsetzung. Sie ist im Ganzen dem jugendlichen Zielpublikum angepasst und verliert sich nicht in langen, komplizierten Sätzen. Dabei benutzt Matani, naturgemäß eine andere Sprache als die Jugendlichen aus Berlin. Der Autor lässt Tom immer wieder in sein gewohntes Sprachmuster zurückfallen, was oft Unverständnis der anderen Charaktere hervorruft, aber diesen Jungen sehr authentisch macht, denn keiner kann sprachlich so schnell aus seiner Haut raus. Besonders nicht in Ausnahmensituationen und in denen findet er sich oft wieder. Ähnlich geht es auch Alex, der sich aber gleich schneller ein zufinden scheint. Er steht aber natürlich auch unter größerem Druck, ohne hier mehr zu verraten. 
Nicht nur die drei Protagonisten sind gut durchdacht, sauber ausgearbeitet und werden in ihrer Entwicklung und ihren Handlung konsequent präsentiert, auch die Nebencharaktere fügen sich gut ins Bild, wirken nicht stereotyp und runden die Geschichte damit ab. 
Die Grundentwicklung ist recht bald vorhersehbar, sobald Tom und Alex die Welt gewechselt haben und dort alle Charaktere ihren Auftritt hatten. Trotzdem hält die Entwicklung dorthin die eine oder andere Überraschung bereit. Besonders spannend ist die Verbindung zwischen Tier und Mensch, die immer mal wieder erwähnt wird und für die ich mir eine noch bedeutendere Rolle gewünscht hätte, besonders was Matani und ihr Seelentier betrifft. 
Die Geschichte wird nach einem fulminanten Ende zu einem würdigen Abschluss gebracht. Beinahe alle aufgenommen Handlungsstränge werden vollendet und Erklärungen geliefert. Trotzdem bleibt ein Hintertürchen offen, sodass eine Rückkehr zu Tom und Alex durchaus denkbar ist, obwohl Smart Magic auf jeden Fall als abgeschlossen betrachtet werden kann.

Fazit: Man muss so ehrlich sein und sagen, dass dies hier keine Geschichte ist, die wirklich sehr viel Neues mit sich bringt. Die Grundstrukturen sind bekannt, werden aber zu einer packenden und spannenden Geschichte neu verknüpft, die wirklich lesenswert ist und bei über 500 Seiten mehrere Stunden unterhält. Durch die Charaktere, die direkt unserer Lebenswelt entnommen sind, werden insbesondere Jugendliche große Freude mit diesem Roman haben.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2
Lesespaß: 1-2


Über den Autor: Christoph Hardebusch, geboren 1974 in Lüdenscheid, studierte Anglistik und Medienwissenschaft in Marburg und arbeitete anschließend als Texter bei einer Werbeagentur. Sein Interesse an Fantasy und Geschichte führte ihn schließlich zum Schreiben. Seit dem großen Erfolg seines Debüt-Romans „Die Trolle“ ist er als freischaffender Autor tätig. Christoph Hardebusch lebt mit seiner Frau in Speyer. (Quelle)

Weitere Bücher des Autors (eine Auswahl):  
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E-Literaturtipp: Lesen ist nicht gleich lesen. 

Als ich vor ungefähr drei Wochen gefragt wurde, ob ich nicht ein E-Book lesen und dann über meine Erfahrungen mit dem digitalen oder "e-lesen" schreiben möchte, dachte ich: "Klar, ich hab einen Kindle. Mach ich gerne." 
Kurze Zeit später deutete sich schon an, dass es dieses Mal aber aufgrund der Formatierung nicht möglich sein würde über den Kindle zu lesen. Was bleibt? Laptop oder iPhone. Hm. Nun war ich dann doch skeptisch. Auf dem Kindle haben zumindest die Augen das Gefühl auf Papier zu lesen. E-Ink-Technologie, keine Hintergrundbeleuchtung. Auf dem Laptop zu lesen schließe ich kategorisch aus. Ich sitze schon so viel zu viel an dem Ding, da brauche ich nicht auch noch dort lesen. 
Und auf dem kleinen Handydisplay? Naja, man kann es ja mal probieren und dann über die Erfahrung berichten. Gesagt getan. Wishlist, das Magazin von Deals.com hat mir freundlicherweise ein Gutschein für ein ebook meiner Wahl auf PagePlace zur Verfügung gestellt. Ihr ahnt es schon: Nach einigem Suchen habe ich mich für Smart Magic, das schon ewig auf meiner Wunschliste stand, entschieden. 
Das Anmelden bei PagePlace und das Installieren der App auf dem iPhone4 mit iOS 6 lief völlig problemlos.
Also gut. Aber wenn schon auf dem Handy, dann auch so, dass es Sinn macht. Also wenn ich unterwegs bin. Und dann wurde ich doch überzeugt. Aber warum?
Jede Leseratte, die ich kenne, die regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, lesen in eben diesen. Natürlich nehmen sie dafür in der Regel Bücher mit, lieber Taschenbücher, weil die nicht so schwer sind. Oder eben neuerdings auch den Kindle. So habe ich das auch gehandhabt und war damit soweit auch zufrieden. Der Kindle hat die Sache wirklich erleichtert, denn obwohl meine Tasche groß ist, war manchmal kaum noch ein Buch unterzubringen, weil schon zehn dieser Sorte für die Uni mitgeschleppt wurden. Der Kindle fand ein Plätzchen. Und dann bekommt man die Tasche gerade so zu und freut sich. Und im Bus muss man sie aufmachen, um den Kindle rauszukramen. 
Mit dem Handy ist es anders: Ich muss gestehen, seit ich ein Smartphone habe und schlimmer noch seit ich ein iPhone habe, ist das Handy immer in Griffweite. Ich mache inzwischen alles mögliche damit. So ist es entweder in der Jackentasche oder in der Hosentasche oder sowieso in der Hand. Man braucht keine Taschen mehr aufmachen, braucht nicht mehr kramen, man muss nur noch die App öffnen und kann sofort lesen. Selbst wenn man kein Sitzplatz mehr bekommen hat, eine Hand hat man immer frei, um damit das Handy zu halten und in die Geschichte abzutauchen.
Gerade jetzt, da ich vermehrt Bus und vor allem mit der Bahn unterwegs bin, ist das ungemein praktisch.
Man kann immer und überall mal eben das Handy hervorholen und zwei, drei Seiten lesen. Mir hat das gut gefallen und ich will es jetzt nicht mehr missen müssen.

Das soll nicht heißen, dass ich das gute alte Buch aufgeben möchte. Nein. Es ist wunderbar ein gedrucktes Buch in den Händen zu halten. Frisch gedruckt und noch der Geruch des Neuen oder ein altes Taschenbuch, dem man seine bewegte Geschichte ansieht. Das ist wunderbar.
Aber ich genieße eben auch die Alternative, die sich einem in der heutigen Zeit bietet.
Mein Fazit: Zu Hause auf der Couch, im Sessel oder im Bett gerne das echte Buch. Unterwegs in Bus oder Bahn gerne das e-book. Es erleichtert einfach Vieles und das Abtauchen in die Geschichten machten genauso viel Spaß!

Kommentare:

  1. Huhu,
    von Hardebusch habe ich "Die Trolle" gelesen. War sehr unterhaltsam, aber die anderen Titel dieser Serie (Zwerge, Elfen, Orks) gefielen mir besser :-)
    Schön, dass du an der iPhone-Leserei Gefallen gefunden hast. Ich kann's mir immer noch nicht vorstellen. Der Kindle ist das einfach so super :-)
    Drück,
    Damaris

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    1. Besser spät als nie, gibts von mir auch noch eine Reaktion. ;)
      Ich habe nur wenige der Reihen gelesen. Nur "Die Elfen", Orks und Trolle haben mich nie so wirklich interessiert.

      Das mit dem iphone ist praktisch. Aber "Elfenkrieg" mit 1000 Seiten oder so, werde ich jetzt auch eher über den Kindle lesen. ;)

      Grüße
      Asaviel

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  2. Jetzt bin ich wirklich unsicher, ob ich das Buch noch lesen soll. Ich habe es in meinem Regal stehen und bin bisher nicht dazu gekommen, es zu lesen. Mal sehen, wann ich zum Lesen komme, meine Interesse daran sinkt zumindest im Moment.

    Danke für die Rezension :-).

    Gruß
    Nadine

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    1. Wenn du es im Regal hast, lies es.
      Es ist wirklich eine schöne Geschichte. :)

      Grüße
      Asaviel

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  3. Hi Asaviel!

    @Smart Magic
    Freut mich, dass dir Smart Magic auch gut gefallen hat. Ja, es ist oft vorhersehbar, aber irgendwie trotzdem sehr schön erzählt. War damals echt positiv überrascht, wie gut es sich in einem Rutsch lesen lies. Habe Christoph Hardebusch übrigens gefragt: Er schließt eine Rückkehr zu Tom, Matani und Alex nicht aus, hat aber gerade andere Projekte vor und somit ist es erst mal abgeschlossen.

    @Ebooks/Kindle
    Ich lese inzwischen fast nur noch ebooks weil es so wunderbar praktisch ist und die englischen auch echt meist viel günstiger sind. Wenn ich statt einem gleich zwei oder drei Bücher kaufen kann, ist das auch ein gutes Argument. Auf dem Handy lese ich persönlich nicht so gern, aber wenn es für dich praktisch ist, ist ja super.
    Und bei den randvollen Regalen muss ich einfach nicht mehr alles sichtbar dort stehen haben. Wäre früher ja undenkbar gewesen, aber die Zeiten ändern sich eben;)

    LG und ein schönes (Buchmessen?)Wochenende
    wünscht Nia


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    1. @Smart Magic
      Okay, dann dürfen wir ja aber weiter gespannt sein, ob wir nicht doch zu den dreien zurückkehren dürfen. Schönschön. :)

      @Kindle
      Ich hab inzwischen so viele englische ebooks, weil sie dnan mal sehr günstig oder sogar umsonst sind, dass ich kaum hinterherkomme.
      Ich hoffe, dass es ab jetzt besser wird, weil ich im Prinzip gerade fast nur noch Rezensionsexemplare lese. So viele habe ich eigentlich nie da. Aber immer wenn ich eins durch habe, trudelt das nächste ein. So wird das nichts mit dem SuB-Abbau. sei es nun der echten Bücher oder der ebooks. ;-)

      Ein Buchmessenwochenende hatte ich leider nicht. Konnte aus verschiedenen Gründen nicht hinfahren. :(

      Wünsche dir aber nun ein schönes goldenes Oktober-Wochenende :)

      Grüße
      Asaviel

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