Freitag, 16. November 2012

[Rezension] Jeyn Roberts - D4rk Inside

Quelle
Autor: Jeyn Roberts
Titel:
D4rk Inside
Originaltitel:
Dark Inside
Reihe: 
1. D4rk Inside
2. Rage Within (englischer Originaltitel)
Genre:
Jugendbuch/Dystopie
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Seiten:
400
Verlag:
Loewe Verlag
Veröffentlichung: 1. Juni 2012
ISBN:
978-3785573969
Preis: 14.95 Euro 

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Inhalt:
Aries kämpft sich nach einem Erdbeben durch zerstörte Straßen.
Clementine überlebt als Einzige ein Blutbad in der Gemeindehalle.
Mason verliert all seine Freunde bei einem Bombenanschlag.
Michael entkommt nur knapp dem Amoklauf zweier Polizisten.
Vier Jugendliche kämpfen in einer postapokalyptischen Welt um ihr Überleben. Sie können niemandem trauen. Nicht einmal sich selbst.
Erdbeben verwüsten ganze Kontinente, zerstören Städte und Häuser. Doch etwas regt sich, was tausendmal schlimmer ist: eine dunkle Kraft, die Menschen in rasende Bestien verwandelt.
Wer nicht befallen wird, kämpft um sein Leben. Keiner kann den Monstern entkommen, denn sie sind mitten unter uns: ein Freund, ein Familienmitglied, ein Kind. Ihre Tarnung ist perfekt.

„Dark Inside" ist der erste von zwei Bänden. (Quelle)

Meine Meinung:
"Es ist nämlich ein Spiel. Mit einer ganz einfachen Rechnung. Wenn sie uns alle auf einmal vernichten würden, wäre das Spiel plötzlich aus. Und wo wäre da noch der Spaß?" (Seite 70)
Selbst wenn man als Leser nicht weiß, was einen hier in diesem Buch genau erwarten soll - so erging es mir, als ich die erste Seite aufschlug - ist es genau ab dieser ersten Seite, ab dem ersten Satz spannend. Man befindet sich sofort mitten in der Geschichte und kann sich von Beginn an nicht mehr losreißen.
Mit fünf (verschiedenen?) Perspektiven wird diese Geschichte erzählt. Die ersten vier Kapitel zeigen die im Inhalt genannten vier Jugendlichen jeweils in der Situation, in der ihre gewohnte Welt tatsächlich zusammenbricht. Also Aries kurz vor und während des Erdbebens, Clementine entkommt dem Blutbad, Mason ist durch einen Zufall während des Bombenanschlags nicht in der Schule und Michael flieht vor den Polizisten. Zudem gibt es eine fünfte Perspektive, deren Urheber im gesamten Buch nicht verraten wird. Die einzelnen Kapitel sind betitelt mit den Namen des Protagonisten, aus dessen Sicht wir die folgenden Dinge erleben. Die fünfte Perspektive nennt sich schlicht "Nichts" und scheint im Laufe der Handlung enger mit "unseren" Jugendlichen verknüpft zu sein, als uns lieb sein kann. 
Alle vier Jugendliche befinden sich in Amerika und müssen sich nun in einer dystopischen Welt mit Menschen, die völlig durchdrehen und nicht mehr sie selbst sind, durchschlagen. Dabei beginnen sie an verschiedenen Punkten und finden erst am Ende von Band 1 zusammen. Es lässt sich vermuten, dass sie dann den zweiten Teil der Geschichte, der auch der Abschluss sein wird, gemeinsam verbringen, um zu überleben und eventuell auch wieder den Grundstein für eine normale Welt legen - wer weiß?
In Band 1 sieht es auf jeden Fall nicht so aus, als wenn eine normale Welt so bald wieder möglich ist. Mord, Tod, Gewalt und Brutalität stehen an der Tagesordnung. Beinahe jeder dieser jungen Erwachsenen muss töten, um zu überleben und sie werden immer wieder mit dem Tod, mit Leichen konfrontiert. In diesem Chaos ist es nur allzu verständlich, dass sie auch ihre eigene Existenz in Frage stellen. Daraus ergibt sich ein Buch, das zwar jugendliche Protagonisten hat, das aber kaum noch für Jugendliche ab 14 geeignet ist. Bei zartbesaiteteren Teenagern - so kann ich es mir gut vorstellen - können Alpträume sicher die Folge sein. Ich würde es wirklich jungen Erwachsenen ab 17 und älter ans Herz legen. Dieses Buch hält einen extrem hohen Spannungsbogen von Beginn bis zum Ende durch. Die Seiten lesen sich fast von selbst. 
Es ist eine mysteriöse Geschichte, die nicht nur aufgrund reichlich Actionszenen mit Flucht, Verfolgung, Kampf ums Überleben den Leser in Atem hält, sondern auch mit vielen offenen Fragen. Wie können die Menschen zu diesen Monstern werden? Was hat es mit diesem mysteriösen "Nichts" auf sich und was sollen die Andeutungen, dass die Menschheit selbst Schuld ist? Gerade der letzte Punkt bringt immer wieder ein Moralgedanke mit sich, dass wir die Welt besser behandeln sollten. Dieser ist aber nicht ganz ausgereift, kann er nicht sein, denn ob die Veränderung der Welt, die Veränderung der Menschheit wirklich an unserem schlechten Umgang mit Umwelt und Mitmenschen liegt, wird bisher nicht beantwortet. 
Das Ende ist natürlich mit einem Cliffhanger versehen, aber es ist auch ein kleiner Abschluss mit dem man kurzfristig bis zum Erscheinen des Folgebandes leben kann, denn irgendwann muss dem Leser ja einmal Zeit gegeben werden, um Luft zu holen.
"Zeit war kostbar. Es war nie genug davon da, um ein bisschen davon entbehren zu können." (Seite 387)
Fazit: Eine spannende Geschichte im Jugendbuchgenre, das aber eher für junge Erwachsene geeignet ist, denn die Geschichte bringt viel Brutalität und Existenzzweifel mit sich. Mit beidem können jüngere Leser meiner Meinung nach noch nicht angemessen umgehen, daher muss es etwas Abzug geben. Für alle anderen aber ein Buch, das sich kaum aus der Hand legen lässt und eine klare Leseempfehlung.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 1-2
Lesespaß: 1
Zusatz: Kleiner Abzug, aufgrund der Altersempfehlung

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Über die Autorin:  Jeyn Roberts, geboren in Regina, Kanada, schreibt Geschichten, solange sie sich erinnern kann. Mit 21 Jahren zog sie nach Vancouver und träumte davon, ein Rockstar zu werden. Als das vorerst nicht klappte, studierte sie stattdessen Creative Writing und Psychologie an der University of British Columbia. Nach einem weiteren Studium in England verdiente sie sich ihren Unterhalt als Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Fahrradkurier und Baumpflanzerin. Nachdem es sie regelmäßig in die Ferne zieht, hat Jeyn Roberts schon viel von der Welt gesehen. Während ihres letzten längeren Auslandsaufenthalts hat sie in einer südkoreanischen Schule unterrichtet, lebt nun aber wieder in ihrer Heimat Kanada. (Quelle)

Dienstag, 13. November 2012

[Rezension] Sarah Pinborough - Der Atem der Apokalypse

Quelle
Autor: Sarah Pinborough
Titel:
Der Atem der Apokalypse
Originaltitel:
The Chosen Seed
Reihe:
The Dog-faced Gods-Trilogie
1. Die Bürde des Blutes
2. Die Farben der Finsternis
3. Der Atem der Apokalypse
Genre:
Mystery-Thriller
Seiten:
431
Verlag:
Überreuter
Veröffentlichung:  19. September 2012
ISBN: 978-3800056873
Preis: 16,95 Euro

Klappentext: Cass Jones ist auf der Flucht. Er wird des Mordes verdächtigt und gleichzeitig von dem mysteriösen Netzwerk gejagt. Schwierige Voraussetzungen, um seine letzten Ziele zu erreichen: die Identität Castor Brights zu enthüllen und seinen verschleppten Neffen Luke ausfindig zu machen? sowie den wahren Grund für dessen Entführung zu erfahren? (Quelle)


Meine Meinung:
"Der Priester hatte nicht gesagt, dass auch Cass ein guter Mensch sei, aber das war ihm egal. Er wusste genau, wie weit er in die Grauzone zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse vorgedrungen war." (Seite 10)
"Der Atem der Apokalypse" ist der Abschluss einer Trilogie, die meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Die mysteriösen Umstände, in die der Protagonist Cass Jones schon in Band 1 verwickelt wird und deren vollständiges Bild erst jetzt am Ende enthüllt wird, machen aus dieser Geschichte ein Pageturner. 
Wieder steht natürlich Cass Jones im Mittelpunkt der Handlung, wenn auch die Perspektive immer mal wieder wechselt, um den Leser auch Einblicke in das Handeln des mysteriösen Mr. Bright oder anderen Figuren zu geben. Leider hat der suspendierte und inzwischen vom FBI verfolgte Detectiv Inspector Cass Jones im Vergleich zu Band 1 und 2 eine Portion seines Charmes und seines Witzes verloren. Er steht nicht mehr so klar in einer Grauzone, dass es ihn besonders interessant machen würde. Das ist sehr zu bedauern, denn gerade im Auftaktband war es dieser Charakter, der mich besonders in seinen Bann gezogen hat. 
Es ist zu empfehlen alle drei Bände am Stück direkt hintereinander zu lesen. Sarah Pinborough nimmt sehr viele Fäden auf, verknüpft sie an einem Punkt, löst sie wieder an anderer Stelle. So ergibt sich eine spannende Geschichte mit sehr vielen offenen Fragen und durch den Fantasyeinfluss starkem mysteriösem Einfluss. Wenn man nun die einzelnen Bücher mit größerem Abstand von mehreren Monaten oder gar einem Jahr gelesen hat, also jeweils bei erscheinen, ist es nicht so einfach wieder in die Geschichte zu finden, die Handlung der letzten Bände zu rekapitulieren und sich die offenen Fragen ins Gedächtnis zu rufen. Da jetzt alle drei Bände erschienen sind, wäre es aber kein Problem sie gemeinsam zu lesen. 
Am Ende erwartet den Leser nicht nur ein fulminanter Abschluss, sondern auch eine gute und sinnvolle Auflösung einer Geschichte, die streckenweise so verzwickt und so mysteriös wirkt, dass der Leser schon befürchten muss, dass es kein befriedigendes oder überhaupt akzeptables Ende geben kann. Diese Befürchtung kann aber beschwichtigt werden. Der Autorin gelingt es alle Fäden zusammen zuführen und alle wichtigen offenen Fragen zu beantworten. So soll es sein. 
Dabei gibt es wieder Kriminalfälle, die gelöst werden müssen, denn Menschen werden absichtlich mit einem tödlichen Virus infiziert. Hier findet sich der Täter und auch die Geschichte um Cass' Neffen wird endlich aufgelöst. 
Die Sprache ist durchgängig ihren Protagonisten angepasst und viele von ihnen nehmen kein Blatt vor den Mund, scheuen sich insbesondere nicht zu fluchen. Es passt, wie schon in den Bänden zurvor, gut in die Geschichte. 
Unverständlich für mich ist und bleibt, dass diese Trilogie als Jugendbuch beworben wird. Für mein Verständnis ist 14 Jahre zu jung, um dieses Buch zu lesen. Es fließt viel Blut, es wird gefoltert - psychisch wie physisch -, die Menschen begehen Gräueltaten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen und in der Handlung wird  nicht an Horror-Elementen gespart. Daher ist es viel eher ein Buch für Erwachsene, frühestes Lesealter meiner Meinung nach: 16 Jahre.
"Sieht so aus, als hätte mich alle gut im Blick gehabt. Ein Wunder, dass ihr beim Beschatten nicht übereinander gestolpert seid."
"Immer noch frech wie Dreck."
"Gehört zu meinem Charme." (Seite 108)

Fazit: Der gelungene Abschluss einer Trilogie, die Leser und Protagonisten in Atem hält und einiges abverlangt. Die Geschichte ist mysteriös und verzwickt, sodass der Leser achtsam alle Handlungen verfolgen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Am Ende wird alles sinnvoll aufgelöst.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2-3
Lesespaß: 2


Über die Autorin: Sarah Pinborough wurde 1972 in Buckinghamshire geboren und lebt heute nur ein paar Meilen von ihrem Geburtsort entfernt nachdem sie ihre Kindheit damit verbracht hat, in der Welt umherzureisen (ihr Vater, inzwischen in Rente, war Diplomat). Mit acht Jahren packte sie ihren Koffer und verließ den Mittleren Osten, um dann zehn Jahre in einem Internat zu verbringen. Die Erinnerungen an diese Zeit geben ihr viel Material für ihre Mysterythriller und Horrorgeschichten. (Quelle)
Weitere Bücher des Autors:  


 

Mittwoch, 7. November 2012

[Rezension] Leslie Parrish - Black Cats: Im Netz des Todes

Autor: Leslie Parrish
Titel:
Im Netz des Todes
Originaltitel:
Black Cats: Pitch Black
Reihe:
Black Cats
2. Im Netz des Todes
3. Dem Tod versprochen
Genre:
Thriller
Seiten:
448
Verlag:
Egmont-Lyx
Veröffentlichung: 8. September 2011
ISBN: 978-3802583766
Preis: 9,99 Euro
Kindle-Preis: 8,99 Euro
Im Netz des Todes - bei Amazon

Inhalt:
Der Tod ist nur einen Mausklick entfernt ... Die Polizei nennt ihn den „Professor“. Er ist ein Serienmörder, der seine Opfer übers Internet ködert und sie dann kaltblütig in die Falle lockt. Ihm auf der Spur ist der Profiler Alec Lambert, der den Killer schon einmal hat entkommen lassen. Doch dann schlägt der Professor erneut zu und ermordet zwei Jugendliche. Zusammen mit der Computer-Expertin Samantha Dalton kommt Alec dem Unbekannten gefährlich nahe. Die Lage eskaliert, als Samantha selbst ins Visier des Mörders gerät. (Quelle)

Meine Meinung:
"Ein hübscher Junge. Er war schon schlimmer beschimpft worden. Reicher Schnösel. Lackaffe. Eigenbrötler.
Egoistischer Adrenalinjunkie. Das hatte seine Exfreundin ihm entgegengeschleudert, als er sich nach der Schießerei geweigert hatte, beim FBI aufzhören." (Seite 45)

Der zweite Teil ist theoretisch gut lesbar, ohne das Vorwissen aus Band 1 "Was kostet der Tod" mitzubringen. Hier steht nun nicht mehr Dean Taggert im Mittelpunkt, sondern der neue Kollege bei den Black Cats: Alec. Dean wird zum Nebencharakter, der kaum noch Auftritte hat. Auch die anderen Mitglieder des Teams bleiben - bis auf Lily Fletcher - eher blass dargestellt. 
Der Protagonist wird sehr deutlich in den Vordergrund gerückt. Sein Charakter, seine Vergangenheit und seine Gefühle sind es, um die sich der Leser kümmern soll. 
Natürlich gibt es Mordfälle, wie es sich für einen Thriller gehört. Diese sind über das Internet in die Wege geleitet worden, daher sind die Black Cats zuständig und müssen aufklären, was sich keineswegs als einfach erweist. Ähnlich gut durchdacht, wie die gesamte Handlung dieses Buches, sind die Morde des "Professors", wie er in Ermangelung eines Namens genannt wird. Obwohl es immer wieder Passagen gibt, in denen aus der Sicht des Mörders erzählt wird, weiß auch der Leser bis zum Schluss nicht, wer es tatsächlich ist. Und dabei geht die Geschichte gerade uns Kindern der Internetgeneration unter die Haut. Jedem, der schon Menschen im Internet kennen gelernt und diese auch getroffen hat, wird nicht nur ein kalter Schauer über den Rücken jagen. 
Nicht nur die Perspektive des Mörders, auch Lilys und Sams nimmt der Leser der Geschichte im Wechsel ein. Zusammen mit der spannenden Handlung und einem kleineren Handlungsstrang Lily Fletcher betreffend ergibt sich ein Page-Turner, in dem sich eine große Portion Liebe und ein Prise Erotik verbergen. Diese sind aber keineswegs störend, da dies zu erwarten war, wenn man Band 1 kennt. 
Schon wie im Vorgängerband sind die Morde äußerst grausam und dabei so realistisch dargestellt, dass man sich vorstellen kann, dass Menschen tatsächlich und sogar tagtäglich in die Fallen laufen könnten, die dieser Täter ihnen stellt. Das gibt der Geschichte eine Brisanz, die keinerlei Längen zulässt.
Dabei lässt sich auch Band 2 als abgeschlossene Geschichte betrachten, die den Leser keineswegs mit Cliffhanger zurücklässt. Ich werde auch gerne den dritten Teil lesen, da mich nun zwei Bücher dieser Autorin überzeugen konnten, aber es ist schön, dass man nicht mit einer "Fortsetzung folgt"-Situation förmlich dazu gezwungen wird.

Fazit: Ein spannender und sehr gut durchdachter Thriller mit viel Spannung, viel Gefühl und einer Prise Erotik. Zusammen geht diese Mischung unter die Haut und lässt einen Pageturner entstehen, den man kaum aus der Hand legen kann.


Gesamtnote: 1-2
Charaktere: 1-2
Handlung: 2
Lesespaß: 1-2
Über die Autorin: Leslie Parrish ist das Pseudonym der erfolgreichen Liebesromanautorin Leslie Kelly. Die Black CATs-Serie ist von ihrer Leidenschaft für düstere Thriller inspiriert. Parrish lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in Maryland. (Quelle)

Weitere Bücher des Autors:  

Montag, 5. November 2012

[Rezension] Sabrina Qunaj - Elfenkrieg

Quelle
Autor: Sabrina Qunaj
Titel: Elfenkrieg
Reihe:
2. Elfenkrieg
Genre:
High-Fantasy
Seiten:
719
Verlag:
Aufbau-Verlag
Veröffentlichung: 17. September 2012
ISBN:
978-3746628370
Preis:
14,99 Euro
Kindle-Preis: 7,99 Euro

Inhalt: Die Jagd nach dem Drachenherz
Kein Jahrhundert nach dem großen Elfenkrieg brennen wieder die Städte Elvions, doch dieses Mal sind es Drachen, die in den Krieg ziehen. Sie zerstören die Tempel und greifen die Wächter an, ehe Nebel aufzieht und graue Schemen die Priesterinnen und Orakel vernichten. Als Aurün, die Königin der Drachenelfen, bei Königin Liadan eintrifft und vom Überfall auf ihr Volk berichtet, wird das Ausmaß der Katastrophe erst wirklich klar. Die Nebelgestalten stahlen das Drachenherz und haben damit die Drachen unter Kontrolle. Einzig Aurün konnte den Angreifern entkommen. Sie sucht Hilfe bei Eamon, der sie aus der Welt der Menschen zurück nach Elvion begleitet, um den Kampf um das Drachenherz aufzunehmen.
(Quelle)

Meine Meinung:

"Der Krieg nimmt uns alles, lässt Begriffe wie Ehre und Aufrichtigkeit im Blut ertrinken. Wenn du diesen Weg gehen willst, dann geh ihn, aber allein." (Position 5887 der Kindle-Edition)

"Elfenmagie", der Debütroman der Autorin, hat mich nicht nur überzeugt, es hat mich begeistert, mit sich gerissen und sich als wahrer Geheimtipp entpuppt. Eine fremde Welt, in die der Leser abtaucht, mit Elfen, Kobolden, Drachen und Magie. Bekannte Details werden von Sabrina Qunaj zu einem wunderbaren großen Ganzen verarbeitet.
Nach dieser großen Begeisterung war ich doch mehr als skeptisch, ob diesem herausragendem Debütroman ein zweiter Band auch nur annähernd gerecht werden kann. Insbesondere da der erste Band auch als abgeschlossen betrachtet werden kann, konnte ich kaum daran glauben und habe gezögert. Dann wurden die Stimmen immer lauter, dass auch "Elfenkrieg" wirklich gut ist. Jetzt - nach der Lektüre - ist es einfach immer noch unglaublich, dass Band 2 an den Auftakt heranreicht und mindestens genauso gut ist wie die erste Geschichte um die Dunkel- und Lichtelfen.
Es spielen bekannte Protagonisten wieder eine Rolle, wie Eamon und Nevliin, aber auch Ardemir und Aurün, Nebencharaktere aus Band 1 oder die völlig unbekannte Vinae erhalten nun Protagonistenrollen. Wie schon aus dem ersten Teil gewohnt, sind die Kapitel nach Namen unterteilt und die Geschichte wird zwar im Er-Erzähler aber in wechselnder Perspektive der verschiedenen Protagonisten erzählt. Wenn man Band 1 zwar als abgeschlossen betrachten kann und Band 2 nicht unbedingt notwendig wäre, braucht es aber Band 1 im Vorfeld, um den zweiten Teil wirklich zu verstehen. Viel zu viel baut auf den vorausgegangenen Geschehnissen auf. Aber ich kann versprechen: Wer den ersten Teil gerne gelesen hat, wird auch den zweiten Teil als wunderbare Lektüre empfinden. 
Durch die Perspektivwechsel entstehen an zwei, drei Punkten der Geschichte kürzere Längen, da der Leser besser informiert ist als der jeweilige Charakter. So hadert beispielsweise Eamon gegen Ende der Geschichte mit den Handlungen Nevliins. Der Leser weiß, was letzteren antreibt und damit verlieren Eamons Gedanken ihren spannenden Gehalt.
Die Suche nach dem Drachenherz ist die große Geschichte. In diese eingebettet finden sich natürlich viele Einzelschicksal. So findet der Leser mehrere ineinander verzwickte Liebesgeschichen vor. Bei ihnen ist klar, dass sie sicher nicht alle gut und glücklich ausgehen werden. Aber auch der Krieg, der Kampf auf magische Weise oder ganz klassisch mit Schwert und Pfeil und Bogen kommt nicht zu kurz.

"Es regnete. Natürlich, bei solchen Ereignissen musste es immer regnen. Schließlich gab es der Atmosphäre die nötige Düsternis und Verzweiflung. Auch das Blut wurde weggewaschen, was ja durchaus von Vorteil sein konnte." (Position 5722 der Kindle-Edition)

Auch dieser Band ist wieder in sich abgeschlossen, wobei man vermutlich trotzdem auch wieder Fäden finden könnte, die aufzunehmen lohnt, um die Charaktere dieser Welt ein weiteres Mal zu besuchen. Dies ist aber nicht unbedingt notwendig. Die Autorin kreiert ein Ende, das passend ist und dabei Raum zum Träumen offen lässt. 
Das alles erzählt Sabrina Qunaj in ihrer gewohnten sehr poetischen Sprache, die dabei doch nicht künstlich wirkt und ohne Sätze auskommt, die sich über die ganze Seite erstrecken. Damit lässt sich wunderbar in die Geschichte abtauchen, während man sich gleichzeitig von der Schönheit der Sprache berauschen lassen kann.
"Das Volk der Elfen konnte weinen, doch geschah es nur selten. Manche weinten niemals, und Eamon konnte für jene nur Mitleid empfinden. Der Schmerz war es wert, und niemals hätte er sterben wollen, ohne zu erfahren, wie es war, jemanden gehabt zu haben, der einem wirklich etwas bedeutete." (Position 9588 der Kindle-Edition)

Fazit: Es ist eine unglaubliche Leistung mit dem Debütroman so zu überraschen, indem man als Geheimtipp die Leser begeistert und dann einen zweiten Teil vorzulegen, der ebenso ans Herz geht, ebenso wunderbar ist. In Elfenkrieg vereinen sich Liebesgeschichten mit vielen spannenden Anteilen zu einer High-Fantasy-Geschichte mit ganz großer Klasse. Jedem Freund der fantastischen Geschichten seien "Elfenmagie" und "Elfenkrieg" wärmstens ans Herz gelegt.

Gesamtnote: 1
Charaktere: 1
Handlung: 1-2
Lesespaß: 1


Dieses Buch ist etwas für dich, wenn dir folgende gefallen haben: 



Über die Autorin: Sabrina Qunaj, Jahrgang 1986, wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark. Mit „Elfenmagie“ legte sie ihren ersten Fantasy-Roman vor. (Quelle)

Weitere Bücher der Autorin:  



 

Freitag, 2. November 2012

[SuB im November] Monatsrück und -ausblick

Im vergangenen Monat habe ich ja beschlossen, dass ich jeden Monat ein Bild von meinem SuB zeige. Warum? Nicht nur, damit ich ihn seht, sondern damit auch ich jeden Monat einmal alle Bücher in die Hand nehme und gegebenenfalls aussortiere. Diesen Monat gab es nichts auszusortieren.
Auf dem Bild liegen sie unsortiert. In der Liste sind sie ungefähr nach Erhalt eingeordnet. 
SuB (32)


Das Bild wird beim Draufklicken größer!


Damit ist mein SuB zu letzten Monat gleich geblieben und ich habe nur einen einzigen Neuzugang und zwar "Caragh O'Brien: Die Stadt der verschwundenen Kinder"
Das ist natürlich so nicht ganz richtig. Auch "Blitz" von Alexey Pehov oder "Elfenkrieg" von Sabrina Qunaj hatte ich bekommen, aber beide sind eben auch schon gelesen. Die Rezension zu letzterem folgt in den nächsten Tagen. 
Tja, dann könnte es nun eigentlich an SuB-Abbau gehen, nur leider war ich nicht brav und weiß, dass so ungefähr fünf Bücher auf dem Weg zu mir. *unschuldig pfeif* Die werden dann erstmal Vorrang haben, nachdem ich "Im Netz des Todes" vermutlich noch heute beende. 

Aber ein Buch vom SuB will ich unbedingt diesen Monat schaffen. Da seid nun ihr gefragt:
Welches Buch soll ich im Oktober auf jeden Fall vom SuB lesen? Was könnt ihr mir empfehlen oder was würde euch besonders interessieren?