Samstag, 2. Februar 2013

[Rezension] Simone Elkeles - Back to Paradise

Quelle
Autor: Simone Elkeles
Titel:
Back to Paradise
Originaltitel:
Return to Paradise
Reihe: 
2. Back to Paradise
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Seiten:
320
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 14. Januar 2013
ISBN:
978-3570307946
Preis: 8,99 Euro (TB)
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Kurzinhalt: Zweimal schon hat Caleb Becker seinen Heimatort Paradise wegen Maggie Armstrong verlassen. Zweimal schon wollte er nichts mehr, als Maggie vergessen – Maggie, die er liebt und der er doch so viel Leid zugefügt hat. Und auch Maggie will vor allem eins: endgültig über ihre große Liebe Caleb hinwegkommen. Dann aber treffen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder, und auch wenn beide versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, machen all die unterdrückten Gefühle ihnen alsbald einen Strich durch die Rechnung. Doch gerade, als die beiden ihrer Liebe eine Chance geben wollen, kommen die Schatten der Vergangenheit wieder hoch … (Quelle)

Meine Meinung:
"In der Liebe geht es nicht um Aufrichtigkeit. Es geht darum, die Menschen, die man liebt, vor Dingen zu beschützen, die ihnen wehtun wüden. Das ist Liebe." (Seite 110 - Caleb)
Die Geschichte von Caleb und Maggie wird mit diesem Band nach "Leaving Paradise" fortgeführt und es gibt wohl kaum etwas, was sich der Leser mehr wünscht, als endlich wieder Seite an Seite mit den beiden zu gehen und zu hoffen, dass ihre Liebesgeschichte doch noch ein gutes Ende nimmt. Die Geschichte setzt nicht genau da an, wo sie unterbrochen wird. Es sind mehrere Monate vergangen, acht ungefähr und es gibt einen Neuansatz. Maggi und Caleb haben sich in dieser Zeit nicht gesehen und nichts voneinander gehört. Völlig überraschend müssen sie nun eine Reise auf engstem Raum miteinander verbringen und zu allem Übel auch noch über ihre Vergangenheit reden. Eine tragische Vergangenheit, die immer noch in einem Gewühl von Lügen und Halbwahrheiten verborgen ist. 
In diesem zweiten Band ist es nun nicht mehr so, dass Caleb und Maggie die einzigen Jugendlichen von Bedeutung sind. Natürlich stehen sie noch immer im Mittelpunkt der Geschichte. Das erwartet der Leser auch, aber es gibt weitere Jugendliche mit eigenen Problemen, die auch Einfluss nehmen und mit denen man sich auch sehr schnell anfreunden und in sie hineinfühlen kann. Diese Jugendlichen bringen nun gleich noch mehr Probleme, Problemfelder, eine größere Themendichte in die Geschichte mit ihnen. Sie alle haben eine Vergangenheit oder Erfahrungen, die zum Nachdenen anregen. Dabei sind sie alle nicht perfekt. Was Simone Elkeles in Band eins nur mit Maggie erprobt, wird hier unter anderem mit Lenny, aber auch mit ein bis zwei weiteren Charakteren fortgeführt, dass sie teilweise sogar schwierig sind, aber sie gerade damit liebenswert und sehr, sehr menschlich werden. 
Leider gelingt es trotz dieser positiven Punkte dem zweiten Band nicht die vollständige Faszinationskraft aus Band eins zu erreichen. Letzteren konnte ich für Stunden - bis es beendet war - nicht aus der Hand legen. Dieser abschließende Teil ist nun zwar immer noch ein sehr gutes Buch, lässst sich sehr gut lesen, aber ist leider kein herausragendes Einzelstück. 
Mich nervte immer mal wieder, dass Caleb und Maggie es tagelang, seitenlang und immer wieder nicht schaffen miteinander zu sprechen, ein lang überfälliges klärendes Gespräch zu führen. Stattdessen läuft immer einer von beiden davon oder versteht den anderen falsch. So etwas ist in der Liebe zwar auch in Realität der Fall, aber es ist ja so, dass Maggie und Caleb sich in "Leaving Paradise" schon gut kennen gelernt haben. Da ist dieses völlige Unverständnis teilweise etwas zu viel.
Das ist aber meckern und kritisieren auf hohem Niveau. Es gibt nie die Befürchtung, dass dieses Buch zu nervig, langweilig oder gar schlecht werden könnte. Stattdessen ist es ein sehr gutes Buch, das eine wunderbare und berührende Liebesgeschichte weiter erzählt.
Dem Leser werden sowohl lustige als auch nachdenkliche, aber auch romantische Szenen vor Augen geführt und in jede kann man sich hineinfühlen. Ebenso in jeden Charakter. Man ist gemeinsam mit Caleb wütend und verzweifelt, mit Maggie verwirrt und zornig, aber man ist auch mit beiden gemeinsam einfach nur verliebt. Eine gesunde Mischung, die so nicht ganz neu ist, aber das Herz berührt.
Das Ende ist gut gelöst. Es ist ein wunderschönes Ende, das einen verträumt lächeln zurücklässt. So viel kann wohl bedenkenlos verraten werden, denn vielen wird bekannt sein, dass die Autorin selbst sagt, dass sie Happy-Ends liebt. Man wird ohne einen Cliffhanger zurückgelassen, sodass man ganz zweifellos von einer in sich abgeschlossenen
"Warum sollte mich das nicht ins Grübeln bringen? Das mit uns ergibt keinen Sinn."
"Genauso wenig wie Schokolade und Erdnussbutter, aber aus irgendeinem Grund funktioniert es." (Seite 107)

Fazit: Ein würdiger Nachfolger und Abschluss der Geschichte um Maggie und Caleb. Beide sind ebenso authentisch wie man sie kennen gelernt hat und Simone Elkeles gelingt ein sehr befriedigendes Ende, das den Leser zufrieden zurück lässt. Es gelingt diesem Band zwar nicht mehr ganz die Faszinationskraft zu entwickeln, aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Die Geschichte macht Spaß und lässt sich wunderbar lesen. Und für Freunde des ersten Bands ist es so oder so ein Muss.

Gesamtnote: 1-2
Charaktere: 1
Handlung: 2
Lesespaß: 1-2

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Dieses Buch ist etwas für dich, wenn dir folgende gefallen haben: 

Über die Autorin:
Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller. (Quelle)

Weitere Bücher der Autorin (Auswahl):  

Kommentare:

  1. Ich freue mich auch schon wirklich auf diese Bücher! Habe beide letztens bei amazon bestellt und kann es kaum erwarten. Freue mich über die positive Bewertung deinerseits!

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    1. Sie lohnen sich auf jeden Fall und ich beneide dich fast ein bisschen, dass du diesen Spaß noch vor dir hast :)

      Liebe Grüße

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  2. Grüß Dich, Asaviel.
    Interessant ist Dein erstes Zitat. Denn es umschreibt nicht weniger als, daß selbst dem moralischen Absolutum "Wahrheit" eine dunkle Seite beiwohnt. Menschen, die von sich behaupten nie (!) zu lügen, irritieren mich. Niemand sagt in jeder Lebenssituation nur die Wahrheit.
    Menschlichkeit sollte unser Handeln und Denken bestimmen - kein Dogma.

    Anne Frank hätte sich über eine Lüge ihres Verräters ganz gewiß gefreut.

    bonté

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    1. Hey :)

      Ja, Menschen, die sagen sie lügen nie, haben damit wohl schon das Gegenteil bewiesen. Wahrheit ist zwar ein hohes Gut, aber es hat doch alles seine dunkle Seite. :)

      Grüße

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