Sonntag, 3. März 2013

[Kurz - Rezension] Daniel Blythe - Wispernde Schatten

Quelle
Autor: Daniel Blythe
Titel:
Wispernde Schatten
Originaltitel:
Shadow Runners
Genre:
Mystery-Jugendbuch
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Seiten:
272
Verlag:
Carlsen
Veröffentlichung: März 2013
ISBN:
978-3551520463

Kurzinhalt: Jede Nacht derselbe Albtraum. Seit Miranda mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Firecroft Bay gezogen ist, hat sie keine ruhige Nacht mehr. Und den ganzen Tag fühlt sie sich von Schatten verfolgt. Als es im Bus dann auch noch schneit und an der Schule die PCs explodieren, ist sich Miranda sicher: Irgendetwas geht hier vor - etwas Düsteres, Geheimnisvolles. Doch Josh und seine Freunde glauben, sie könnten es aufhalten. Und sie behaupten, Miranda habe besondere Fähigkeiten, die ihnen dabei helfen. (Quelle)

Meine Meinung:
"Nicht schlafen wird langsam zum Problem. 
Ich würde alles dafür geben, nicht zu träumen." (Seite 6)
Düster und geheimnisvoll. Das verspricht der Klappentext und es beginnt auch so. Die Träume sind richtiggehend gruselig. Die Situation im Bus wirklich beklemmend. Ein guter Anfang ist gemacht. Gerade für die Altersklasse ab 12 Jahren, die noch nicht eine sehr große (Thriller-) Leseerfahrung mit bringen kann, gelingt es dem Autor ein spannendes Setting zu kreieren, sodass die Zielgruppe sicherlich innerhalb weniger Seiten gefesselt ist. 
Die Sprache ist dem Publikum angepasst, eher einfach und ohne komplizierte Schnörkel. Diese sind in dieser Geschichte auch überhaupt nicht notwendig und man fühlt sich stilistisch gut aufgehoben. Die Seiten gleiten dahin wie nichts, denn es lässt sich wirklich schnell lesen. 
Die Charaktere bleiben relativ flach und sind sicher noch ausbaufähig, was unter Umständen auch der Kürze des Buches geschuldet ist. Zu viele Charaktere für zu wenig Seiten, sodass wir keinen von ihnen intensiv kennen lernen. Nur die Protagonistin wird näher vorgestellt. 
Die Mystery-Elemente vermischen sich schnell und eindringlich mit der klassischen Schulsituation, in der sich Miranda befindet. Leider gibt es den einen oder anderen Logikfehler in dieser Hintergrundgeschichte. So wirft zum Beispiel eine Klassenkameradin Miranda vor, dass sie ihre echten Freunde vernachlässigen würde. Dies ist in dem Moment unlogisch, weil Miranda erst vor Kurzem in die Stadt gezogen ist und das Mädchen bisher gar nicht mehr sein kann als eine flüchtige Bekannte. Das sind aber wohl Kleinigkeiten über die viele Leser hinwegsehen können. 
Die Haupthandlung wird indessen rasant und unaufhaltsam vorangetrieben und auch wenn es mich persönlich nicht so ganz ansprechen konnte, wollte ich dann doch auch bis zum Schluss dabei bleiben und wissen, wie das ganze denn nun aufgelöst wird. 
Diese Auflösung ist unerwartet, fast so unerwartet, dass es wieder zu weit hergeholt wirkt, aber es werden alle Fäden zusammengeführt und dadurch entsteht eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem ist vorstellbar, dass man eventuell noch einmal das eine oder andere Abenteuer mit der Protagonistinn und ihren neuen Freunden erlebt. 
 "Ich weiß, dass es meine Entscheidung ist.
Meine Entscheidung, dass ich herausfinden will, warum diese Dunkelheit mich verfolgt." (Seite 67)
Fazit: Ein Mystery-Thriller, der eine hohes Potenzial an Spannung für die passende Altersgruppe bereithält, mich persönlich aber leider nicht wirklich packen konnte. Einige Logikfehler und unscharf gezeichnete Charaktere erschwerten die Bindung zur Geschichte noch. Dennoch ein Buch, das Jugendliche bestimmt fesseln kann.

Über den Autor: Daniel Blythe wurde 1969 in Maidstone, England, geboren. Er war Dozent für Moderne Sprachen in Oxford und veröffentlichte bereits Romane, Sachbücher und Bücher, die auf TV-Serien basieren, z.B. 'Doctor Who' und 'Losing Faith'. Heute unterrichtet er Kreatives Schreiben an der Sheffield Hallam Universität und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Nordengland. 'Wispernde Schatten' ist sein erstes Buch bei Chicken House. (Quelle)

Kommentare:

  1. Hey du :)

    ah.... das ist wirklich eine schöne Rezension! Denn du behältst im Hinterkopf für welche Altersklasse dieses Buch bestimmt ist ^^ Toll!

    LG
    Romi

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    1. Ja,
      ich denke das ist ganz wichtig, denn das Buch ist wirklich nicht schlecht, aber für mich persönlich war es einfach nicht das richtige. :)

      Grüße
      Asaviel

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  2. Bonsoir Asaviel
    Ein Roman der Kürze mit seinen knapp 300 Seiten. Irgendwo eine Art Geschenk, wenn ein Buch nicht bis fast an die 600 Seiten geht. Aber gut, ein vernachläßigbarer Gedanke. Lang, kurz - das Handwerk muß stimmen.

    Solide Lektüre für die Jugend. Und es ist gut wenn man/frau die Fähigkeit pflegt, deren Sicht auf Bücher im Auge zu belaßen. Nicht die Wenigsten von uns werden im selben Alter auch nicht viel mit Goethe am Hut gehabt haben.

    Das Cover wirkt auf die Zielgruppe dann wohl doch etwas fade.
    :-)

    Sonnige Woche...

    bonté

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    1. Ich lese gerne dicke Bücher. Wenn sie gut sind, können sie gar nicht dick genug sein. ;)

      Und ja... es ist wichtig die Zielgruppe im Auge zu haben, denn das Buch ist nicht schlecht, aber nicht das richtige für mich. Goethe lese ich als Freizeitbeschäftigung aber auch nicht so gerne. ;)

      Grüße
      Asaviel

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  3. Hi Asaviel,

    bei mir subbt das Buch auch noch. Werde es demnächst auch wohl lesen und bin gespannt ob ich auch so empfinde, schließlich bin ich ja auch nicht mehr in dem Alter der Zielgruppe.
    LG Vanessa

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    1. Es war einfach nicht mein Ding.
      Aber das Buch ist wirklich ganz gut. Daher wünsche ich dir viel Spaß damit!

      Grüße
      Asaviel

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