Donnerstag, 4. April 2013

[Rezension] Andrea Schacht - Kyria & Reb - Die Rückkehr

Quelle
Autor: Andrea Schacht
Titel:
Kyria und Reb - Die Rückkehr
Reihe:
Kyria und Reb
1. Bis ans Ende der Welt
2. Die Rückkehr
Genre:
Dystopie/Jugendbuch
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Seiten:
352
Verlag:
Egmont-Ink 
Veröffentlichung: 10. Januar 2013
ISBN:
978-3863960384
Preis: 17,99 € (HC), 16,99 (e-book)

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Klappentext: In der spannenden Fortsetzung von „Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ kehrt Kyria in ihre Heimatstadt und damit in das perfekt gesteuerte Überwachungssytem von New Europe zurück. Ein gefährliches Unternehmen, denn dort erwartet sie ein mörderisches Komplott. Hinter Kyria liegen vier Monate, in denen sie zum ersten Mal erlebt hat, was es bedeutet, frei zu sein – und in denen sie Reb, dem jungen Rebellen aus dem Untergrund, nähergekommen ist. Seit sie weiß, dass ihr Vater ermordet wurde, setzt sie alles daran, seinen Mörder zu finden. Schon bald muss sich Kyria verstecken, denn sie erfährt immer mehr über die wahren Drahtzieher in New Europe und ihre üblen Machenschaften. Da taucht Reb wieder auf, der ihr Herz erobert hat … (Quelle)

Meine Meinung:
"Ich bin besitzergreifend, oder? Weil ich ihn liebe,  will ich ihn für mich allein. Und das ist egoistisch." Seite 209
Kyria und Reb haben es mir nicht leicht gemacht. Schon nach Band eins hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Hätte ich nun auf Band zwei warten müssen, eventuell monatelang, hätte ich vermutlich gar kein Interesse gehabt, aber der zweite und letzte Band lag schon bereit und wurde direkt im Anschluss gelesen, also kam dieses Thema nicht auf. 
Am Ende des ersten Buches trennen sich ja die Wege der beiden Protagonisten und so ist es nun über weite Strecken des Abschlusses. Die beiden jungen Erwachsenen verbringen wenig Zeit miteinander. Dafür wurde der Schreibstil verändert. Wird der Anfang der Geschichte ausschließlich aus Kyrias Sicht geschildert, gibt es nun immer wieder Perspektivwechsel und der Leser erhält viele Einblicke in die Gedanken- und Lebenswelt von Reb. Dies ist auch unbedingt notwendig, da man anderenfalls die Hälfte des Buches beinahe nichts von ihm gelesen hätte. 
Kyria selbst macht einerseits zwar eine Entwicklung durch, bleibt dabei aber gleichzeitig so naiv wie eh und je. Dadurch wird sie dann immer wieder vom echten Leben und dem, wie es wirklich in NuYu zugeht überrascht. Das empfand ich auch im zweiten Band erneut als anstrengend, denn irgendwann muss man doch mal aufwachen, oder? Besonders auffällig ist dies, da Kyria eine Weile in der normalen Bevölkerung - der Civitas - lebt und dies als höhergeborene Electi eben nicht gewöhnt ist. 
Spannung kam bei mir selten auf. Die meisten Szenen sind von den Gedanken und eben auch den Zweifeln der Protagonisten geprägt. Reb zweifelt an sich, an seiner Karriere als Wagenlenker und vor allem an seiner Liebe zu Kyria und Kyria zweifelt an Reb, an ihrer Mutter und an dem System in NuYu. Das ergibt einen sehr gesellschaftskritischen Mix, der zum Nachdenken anregt und in einigen Punkten ganz sicher auch auf unsere heutige Lebenswelt anzuwenden ist, denn die Überwachung, die hier geschildert wird, ist durchaus im Möglichen und manchmal hat man das Gefühl, dass es darauf hinauslaufen wird. Ich denke aber, dass gerade das jugendliche Zielpublikum eher Spannung erwartet und deswegen leicht die Lust verliert an diesen kritischen, sorgenvollen und eben sehr nachdenklichen Tönen. 
Aufgelockert wird das natürlich trotzdem wieder durch stakatohafte, schnelle und fetzige Dialoge. Besonders dann wenn die beiden Protagonisten dann doch wieder aufeinander treffen. Und zum Ende hin muss es natürlich ein Finale geben. Hier ist es dann tatsächlich so, dass das Buch kaum aus der Hand zu legen ist, denn Andrea Schacht lässt doch noch dann auf einen Schlag viel Spannung einfließen.
"Besser er ging seinen eigenen Weg. Die Schmerzen, die Menschen seiner Seele zufügen konnten, waren weit unerträglicher als jeder körperlicher Schmerz." Seite 26

Fazit: Eine sehr gesellschaftskritisch Dystopie, der es meiner Meinung nach über weite Teile an Spannung fehlt. Außerdem fehlt durch die Trennung der Protagonisten meistens die besondere Note, die Band 1 ausgemacht hat, die Dialoge zwischen Kyria und Reb. Der Abschluss ist gut gelöst und macht Sinn, sodass der Leser ein in sich geschlossenes Ende vorfindet, aber ich brauchte Sitzfleisch um dorthin zu gelangen.


Gesamtnote: 3
Charaktere: 2-3
Handlung: 3-4

Kommentare:

  1. Hallo Asaviel.
    Lektüre, die verhorntes Sitzfleisch herausfordert, birgt entweder grundsätzliche Schwächen, oder sie neigt zur Verkopftheit. Abschreckend eher in beiden Extremen.

    Immerhin darf zum Ende hin die "7. Kavallerie" der Spannung noch aufsitzen. :-)

    bonté

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  2. Okay gut, nach deiner Rezension weiß ich, ich brauch es kein zweites Mal versuchen :) Ich hab mich schon mit Kyria&Reb #1 ziemlich gelangweilt und fand es wurde wenig Neues geboten. Gerade wie du sagst, Kyria ist mit ihrer Art extrem anstrengend und würde sie am liebsten permanent schütteln. Dank deiner Rezi spar ich mir guten Gewissens den Abschluss.

    Danke dir ;P

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    1. Ja, ich glaube wer in Teil 1 schon größere Schwierigkeiten mit Kyria hatte, wird an Teil 2 auch nicht viel Freude haben. :/

      Grüße
      Asaviel

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