Montag, 1. Juli 2013

[Rezension] Mechthild Gläser - Nacht aus Rauch und Nebel

Autor: Mechthhild Gläser
Titel:
Nacht aus Rauch und Nebel
Reihe: 
1. Stadt aus Trug und Schatten
2. Nacht aus Rauch und Nebel
Genre:
Fantasy/Jugendbuch
Altersempfehlung: 13-16 Jahre
Seiten:
397
Verlag:
Loewe
Veröffentlichung: 17. Juni 2013
ISBN:
978-3785574454
Preis: 17,95 Euro

Klappentext: Flora hat sich endlich an ihr neues Leben gewöhnt: Tagsüber geht sie zur Schule, nachts wandert sie nach Eisenheim, in das schattenhafte Spiegelbild unserer Welt, das von den Allmachtsfantasien des Eisernen Kanzlers bedroht wird.
Zwar ist es Flora gelungen, den Weißen Löwen, den Schicksalsstein Eisenheims, vor ihm zu verbergen, aber die Lüge, die sie darüber erzählen musste, hat sie und Marian, den Jungen, den sie liebt, entzweit.
Doch nun müssen sie sich gemeinsam einer neuen Gefahr stellen: Immer mehr Stadtbezirke von Eisenheim werden von einer unheimlichen Macht vernichtet und eine rätselhafte Prophezeiung deutet darauf hin, dass Flora und der verschwundene Weiße Löwe der Grund für die Zerstörung sind.
(Quelle)

Meine Meinung:
"Eisenheim bebte. 
Und die Schattenwelt zersplitterte in Abermillionen von Scherben." (Seite 118)

Dieser zweite und damit letzte Teil um Flora und ihr Leben macht dem Leser den erneuten Einstieg in die Geschichte leicht. Es wird nicht einmal komplett nacherzählt, was im ersten Band geschehen ist. Vielmehr wird bei der Fortführung der Geschichte innerhalb der ersten zwei Kapitel immer wieder mit kurzen Sätzen oder Halbsätzen dem Leser in Erinnerung gerufen, was er bereits gelesen hat. Dieser zweite Teil sollte damit auch auf jeden Fall nicht ohne die Kenntnisse von "Stadt aus Trug und Schatten" in Angriff genommen werden. Dann würden zu viele Informationen fehlen und man könnte sich sicher nicht auf diese Geschichte einlassen. 
Wie man es schon im ersten Teil kennen gelernt hat, ist die Handlung der Geschichte zweigeteilt. Zum einen folgen Flora in ihrem Alltag in der normalen Welt. Sie muss zur Schule gehen und trifft sich auch mit ihrer besten Freundin Wiebke. Zum anderen verbringt sie die Nächte, wenn ihr Körper schläft, in Eisenheim und dort muss sie mit ansehen, wie die Welt nach und nach untergeht, denn das Nichts, das die Stadt bedroht, breitet sich weiter aus. Dieses Zusammenspiel ist ganz besonders, denn obwohl in dem einen Teil der Geschichte die Dinge drunter und drüber gehen, muss Flora gerade auch ihren Lehrern gegenüber so tun, als wenn alles in bester Ordnung wäre. Verständlicherweise gelingt ihr das nicht immer. 
Mechthild Gläser gelingt es eine durchgehend spannende Handlung vor dem Leser auszubreiten. Es scheint immer etwas zu passieren. Das Nichts rückt vor, Flora wird verfolgt, sie hat Probleme in der Schule oder es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Marian. Ihr Verhältnis zu dem jungen Mann ist einer der wenigen Punkte, die ich als anstrengend empfand. Beide wissen sie, dass sie etwas füreinander empfinden, aber sie finden trotzdem nicht zusammen. Das ist nach einer Weile für mein Empfinden etwas nervig, denn es scheint nur notwendig, um die Spannung weiter zu erhöhen. Das wirkt aber zusätzlich eher nach einer Aufblähung des Stoffes, was die Geschichte wirklich nicht nötig hätte. 
Trotzdem sind beide Charaktere gut durchdacht, ebenso wie die Nebencharaktere und die Gegenspieler. Besonders gut gelungen ist hier der Umstand, dass keiner der Charaktere grundsätzlich gut oder gar grundsätzlich böse ist. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern viele Grauschattierungen. Das macht Spaß und lässt die Personen viel logischer, menschlicher erscheinen, sodass man jedem von ihnen logisch folgen kann. Trotzdem bleiben manche von ihnen natürlich unsympathisch, aber das ist gewollt und trifft keinesfalls auf die wichtigen Charaktere wie Flora und Marian zu.
Der Schreibstil ist flüssig und man hat das Gefühl eine Steigerung zu "Stadt aus Trug und Schatten", welches der Debütroman der Autorin war, mitzuerleben. Wenn man im ersten Band noch hin und wieder über etwas holprige Sätze gestolpert ist, fiel so etwas hier nicht mehr ins Auge. Der Schreibstil unterstützt zusätzlich den Effekt der hohen Spannung, sodass sich mit jeder gelesen Seite das Buch mehr und mehr zu einem Pageturner entwickelt.

"Ich warte vor dem Südpotal auf dich."
"Weshalb?"
"Dies ist Eisenheim", antwortete der Mantikor leise, als wäre er mit einem Mal weit entfernt. Noch während er sprach, senkte sich seine Stimme zu einem Flüstern. "Manchmal sollte man auf den Mantikor hören." (Seite 106)

Fazit: Eine spannender zweiter Teil, der die Geschichte um Flora und Marian zu einem stimmigen und gut durchdachten Ende führt. Je weiter man voran kommt, desto weniger kann man dieses Buch zur Seite legen. Logischer Plot auf zwei Handlungsebenen gepaart mit gut durchdachten Charkateren ergeben eine Geschichte, die unbedingt weiter zu empfehlen ist.

Hast du Lust einmal in das Buch hineinzuschnuppern? Dann hör dir meine Leseprobe an: *klick*

Gesamtnote: 2
Charaktere: 1
Handlung: 2
Lesespaß: 2

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Über die Autorin:
Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich ihrem Studium widmet und ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee. (Quelle)

1 Kommentar:

  1. Huhu,
    ich fand den zweiten Teil auch gut. Manche Dinge hätte ich mir noch etwas ausführlicher gewünscht, z.B. die Sache mit dem Mantikor. Den mochte ich nämlich sehr :-)
    LG,
    Damaris

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