Mittwoch, 28. August 2013

[Rezension] Christoph Marzi - Die wundersame Geschichte der Faye Archer

Autor: Christoph Marzi
Titel:
Die wundersame Geschichte der Faye Archer
Genre:
Jugendbuch/Fantasy
Seiten: 
384
Verlag: Heyne
Veröffentlichung: 12. August 2013
ISBN: 978-3453529922
Preis: 14,99 Euro

Klappentext:
Eine Liebe, die alle Zeiten überdauert
»Geschichten sind wie Melodien!« Mit diesen Worten verzaubert Alex Hobdon die junge Buchhändlerin Faye Archer vom ersten Augenblick an. Als er sein Skizzenbuch in ihrem Laden vergisst, tut Faye etwas völlig Untypisches: Sie schreibt Alex über Facebook an, und aus ein paar kurzen Chats entwickelt sich eine berührende Liebesgeschichte. Doch dann erfährt Faye, dass Alex ein Geheimnis verbirgt, das so unglaublich klingt, dass es eigentlich nur wahr sein kann, und Faye muss sich entscheiden, ob ihre Liebe zu Alex stark genug ist, dieses Geheimnis zu teilen ... (Quelle)

Meine Meinung:
"Manche Geschichten sind wie Melodien." (Seite 28)
Faye Archer lebt ihren Traum. Sie ist Ende Zwanzig, arbeitet in einem Buchladen und ist Künstlerin. Sie lebt in New York, Brooklyn. An dem Ort, den sie liebt. Dieses New York wird oft beschrieben. Dabei werden vor den Schattenseite ganz gerne mal die Augen zugedrückt und man sieht aus Fayes Persepktive nur das Positive. Das macht auch mal Spaß, denn auf anderer Seite bringt diese Geschichte genug Melancholie mit sich. 
Das Wundersame dieser Geschichte offenbart sich nur langsam und ist eigentlich nur eine Kleinigkeit und trotzdem von großer Bedeutung. Es lässt sich aber kaum von einem Fantasyroman sprechen. Es ist ein Jugendbuch, das Faye Archers Leben beleuchtet. Individualismus, Freundschaft, Liebe und schlicht die Melodie dieser Geschichte stehen im Mittelpunkt. Dabei geht es viel um Gefühle. Die Gefühle, die Faye empfindet oder die sie durch die Stadt, durch andere Menschen fühlt. Marzi versucht dabei Empfindungen in Worte zu fassen, die sich kaum greifen lassen.
"Am nächsten Morgen fühlte sie sich weder gut noch schlecht, dafür aber sehr intensiv und irgendwo dazwischen, wobei sie niemandem hätte erklären können, was sie damit meinte, aber genau so fühlte es sich an." (Seite 237/238)
Es ist auf jeden Fall der Stil und die Sprache des Autors, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. Wer andere Bücher von ihm gelesen hat, kennt es schon und wird sich darin verliebt haben. Die Poesie, die Verträumtheit und die Melodie, die Christoph Marzi jedes Mal in seine Werke legt, nimmt den Leser gefangen und entführt ihn in eine andere Welt. Dafür braucht es kaum phantastischen Elemente. Durch diese beiden Punkte "Gefühle" und "Schreibstil" ist es meiner Meinung nach aber auch eher ein Frauenbuch. Teenies und junggebliebene Frauen werden ihre Freude haben. Aber kaum ein gestandener Mann wird sich in dieser Geschichte wiederfinden können. 
Ungewöhnlich ist, dass es am Ende keine echte Auflösung gibt. Zum einen kommt es innerhalb weniger Seiten zu einer abrupten Wendung, die den Leser sehr überrascht, obwohl sie nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Zum anderen wird das "Wundersame" nicht abschließend erklärt. Damit wird der eine oder andere sicherlich eher unbefriedigt mit dem Abschluss eines Romans zurückgelassen, der als Einzelband daherkommt und auch an sich keine Fortsetzung fordert. Dies braucht aber kein Manko zu sein, denn man muss nicht immer alles verstehen, um sich darin verlieren zu können.
Gestört hat mich die Länge im Mittelteil, in dem auf der Handlungsebene nicht sehr viel passiert. Dies kann nur bedingt durch die Sprache ausgeglichen werden.
"Dann, später am Abend, kam der Herbst über sie, und ihr Herz atmete den Winter, der, kühl und gierig besitzergreifend, eigentlich schon längst bei ihr war." (Seite 348)

Fazit: Sprachlich findet der Leser hier ein typisches Marzi-Buch. Was die Handlungsebene betrifft, wendet er sich von echten Fantasyinhalten ab und schafft etwas durchaus Poetisches und Melodisches, das sich kaum in eine Schublade einordnen lässt. Dabei nimmt Faye Archer den Leser aber an die Hand und entführt ihn direkt nach Brooklyn auf eine Art und Weise, wie nur dieser Autor es erreichen kann.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 3
Lesespaß: 2
Zusatz: Aufgrund des Sprachstils Notenverbesserung! 
"Bücher haben eine Seele", pflegte Mica Sagong zu sagen. "Keiner muss die Seele eines Buches suchen. Die Seele des Buches findet den Leser. Das tun sie immer." (Seite 24) 
 Die wundersame Geschichte der Faye Archer - bei Osiander

Über den Autor: Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith, Lumen und Somnia) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren. (Quelle)

Weitere Bücher des Autors:  




 

Kommentare:

  1. Ich muss auch ganz bald mal was von Marzi lesen, Nanni schwärmt ja auch immer so. :)

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    1. Hey.
      Nanni und ich haben oft einen sehr ähnlichen Geschmack. Ich kann Marzi auch nur empfehlen. :)

      Grüße

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  2. Ahhh... ich les das Buch auch gerade :-)
    Bis jetzt bin ich total begeistert... mal sehen, was ich nach der letzten Seite sage. Hast du schon andere Bücher des Autors gelesen?
    Liebe Grüße

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    1. Hey.
      Ja. Die lycidasreihe hab ich gelesen.
      Lyra liegt aufm SuB und alle anderen Bücher stehen im Prinzip auf dem Wunschzettel. Sein Schreibstil ist einmalig. Lycidas gehört zu meinem liebsten Büchern. Ich möchte es bald nochmal lesen.

      Grüße

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