Freitag, 18. Oktober 2013

[Rezension] Tahreh Mafi - Rette mich vor dir

Autor: Tahreh Mafi
Titel:
Rette mich vor dir
Originaltitel:
Unravel me
Reihe: 
1. Ich fürchte mich nicht
(1.5. Zerstöre mich)
2. Rette mich vor dir
3. (In Planung)
Genre:
Dystopie
Seiten:
416
Verlag:
Goldmann
Veröffentlichung: 30. September
ISBN:
978-3442313044
Preis: 16,99 Euro

Klappentext:
Juliette ist die Flucht gelungen. Sie und Adam sind den Fängen des grausamen Regimes entkommen und haben Zuflucht gefunden im Omega Point, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Hier gibt es andere wie sie mit übernatürlichen Kräften, und zum ersten Mal fühlt Juliette sich nicht mehr als Außgestoßene, als Monster. Doch der Fluch ihrer tödlichen Berührung verfolgt sie auch hier – zumal Adam nicht länger völlig immun dagegen ist. Während ihre Liebe zueinander immer unmöglicher scheint, rückt der Krieg mit dem Reestablishment unaufhaltsam näher. Und mit ihm das Wiedersehen mit dem dunklen und geheimnisvollen Warner, hinter dessen scheinbar gefühlloser Fassade sich so viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat ... (Quelle)

Meine Meinung:
"Der Planet ist ein gebrochener Knochen, der nicht mehr heilen kann, zersplittert in tausend Bruchstücke, die man verklebt hat" (Seite 9)
Man sollte unbedingt Band 1 "Ich fürchte mich nicht" gelesen haben, bevor man zu diesem zweiten Band der Trilogie greift. Und wer Juliettes Geschichte schon einmal begegnet ist, hat die Erfahrung gemacht, dass die Handlung und die Stimmung recht bedrückend ist. Darum ist zu empfehlen, dass man dieses Buch nur in einer gefestigten Gemütslage liest, ansonsten ist es schwierig und kann den Leser sicher (noch weiter) nach unten ziehen.
Auf jeden Fall wirkt dieses Buch über die Lesezeit hinaus auf die Gedanken und Emotionen des Lesers. Man kann sich ihm gar nicht entziehen. Das liegt - wie bereits erwähnt - hauptsächlich an der Protagonistin. Sie ist zur Handlungslosigkeit verdammt. Sie soll ihre Fähigkeiten weiter erkunden, hat aber Angst vor sich selbst und findet keinen direkten Zugang zu ihrer Macht. Ihre Zweifel scheinen im Verlauf eher zu wachsen, als verstreut zu werden. Immer wieder hat man das Gefühl, dass sie nun doch aus ihrem Schneckenhaus klettert, aber das ist leider lange ein Trugschluss. 
Und zum ersten Mal begreife ich, dass ich die Kraft habe, alles zu zerstören. (Seite 62)
Den besonderen Schreibstil, den man schon im ersten Teil kennen lernen durfte und der die nicht nur Sprache oft sehr poetisch wirken lässt, sondern der den Leser auch mit mehrfachen Wiederholungen einzelner Worte direkt hintereinander und durchgestrichenen Worten, Sätzen oder sogar ganzen Abschnitten überraschte, findet sich auch hier. Aber in weit geringerem Maß. Erst dachte ich, das würde für Juliettes innere Entwicklung sprechen, denn aus ihrer Ich-Perspektiver verfolgt der Leser die Handlung. Aber Juliette braucht tatsächlich bis zum letzten Drittel des Bandes, bevor sich eine echte Entwicklung zeigt. 
Es sind auch unerwartete Wendung im Mittelteil und am Ende, die Juliette immer wieder aus der Bahn werfen und den Leser überraschen. Ich kann aber beruhigen: Die Autorin erklärt diese abrupten Veränderungen der Situation schlüssig, sodass keine logischen Brüche entstehen.
Logikfehler können den Leser hier also nicht verärgern, aber er sollte mit Gewalt, Verwundungen und Krieg umgehen können. Hier lehnen sich Menschen gegen das Regime auf und wie in jeder Gruppierung läuft auch bei den Rebellen nicht alles nach Plan oder gar reibungslos. So entstehen viele Konflikte, die manche Charaktere auch immer wieder mit Brutalität zu lösen versuchen. Es ist zwar keine übertriebene Gewaltdarstellung vorhanden, aber zusammen mit der sehr bedrückenden Gesamtstimmung, wirken sie brutaler als vielleicht in anderen Büchern.
Das Ende bringt keinen echten Abschluss mit sich, was natürlich damit zu erklären ist, dass diese Bücher als Trilogie geplant sind und somit einige Fragen offen bleiben müssen. 
Hoffnung ist für mich allmählich nur noch etwas Gefährliches, das mir Angst macht. (Seite 347)
Fazit: Somit ergibt sich, dass dieser zweite Band eine gelungene Fortsetzung einer besonders eindringlich geschriebenen Dystopie ist. Der Leser kann sich der Protagonistin Juliette nicht entziehen, auch wenn sie und die Geschichte es ihm nicht immer ganz leicht machen. Das passt aber zur Handlung, denn in ihr hat es auch keiner der Charaktere leicht.


Gesamtnote: 2-3
Charaktere: 2
Handlung: 3
Lesespaß: 2-3
Zusatz: besonderer Stil

Über die Autorin:
Tahereh Mafi ist 25 Jahre alt. Sie wurde als jüngstes von fünf Kindern in einer Kleinstadt in Connecticut geboren und lebt mittlerweile in Orange County in Kalifornien. Nach ihrem Abschluss an einem kleinen College in Laguna Beach studierte Mafi, die acht verschiedene Sprachen spricht, ein Jahr in Spanien. Danach reiste sie quer durch die Welt und fing nebenbei an zu schreiben. Mit ihrem Debüt "Ich fürchte mich nicht" eroberte sie die amerikanische Romantasy-Gemeinde und Bloggerwelt im Sturm. "Rette mich vor dir" ist der heiß ersehnte zweite Band der Trilogie um Juliette. (Quelle)

Kommentare:

  1. Das Buch liegt bei mir schon startbereit :-)... Von daher habe ich erst mal nicht viel von deiner Rezi gelesen.
    Bin ganz gespannt
    Liebe Grüße Hanne

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    1. Hallo Hanne,
      viel Spaß damit. Ich finde es gut, fand den ersten Band aber besser. :)
      Gespannt bin ich natürlich auf Teil 3.

      Grüße
      Asaviel

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  2. Als Spoiler-Phobikerin habe ich mir jetzt nur deine Bewertung angeschaut... schön, dass du die Fortsetzung als gut befindest! Ich habe ein bisschen Angst vor dem typischen "2nd Book Syndrome", weswegen dieser Schatz schon seit Anfang des Jahres in meinem Schrank versauert und immer nehme ich mir zuerst noch was anderes vor. Ich fand das erste so unglaublich vom Stil her und Juliette war faszinierend wie schon lange keine Protagonistin, wenn ich auch beim Ende ein bisschen die Nase gerümpft habe. Daher ist wohl meine Zurückhaltung, das wackelige zweite anzufangen, verständlich, oder?

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    1. Hallo Caro,
      ich bin in meinem Rezensionen immer extrem darauf bedacht, dass ich nicht spoiler und bin auch hier der Meinung, dass du die Rezi lesen kannst, ohne etwas derartiges zu befürchten. Aber das ist natürlich dir überlassen :)

      Liest du die Bücher auf englisch? Denn auf Deutsch ist es ja erst vor Kurzem erschienen. Ich hatte auch etwas Sorge wegen dem zweiten Buch und seh diese auch leicht bestätigt. Mir hat Band 1 noch deutlich besser gefallen, aber auch dieses ist gut und wir dürfen auf die Fortsetzung gespannt sein. :)

      Grüße
      Asaviel

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    2. Jap, lese viel mehr auf englisch als auf deutsch -- will das aber auf 2014 wieder ändern. Irgendwie zweifel ich aber jez schon schwer an mir selbst. ;) Ich identifiziere mich mit englisch einfach mehr, was durchaus eine Berufskrankheit sein kann...

      Anyhoot, werde mir das dann auf jeden demnächst aus dem Schrank nehmen, und zwar mit Vorfreude. Danke. =)

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    3. Okay. Ich lese fast nur Deutsch, obwohl ich gerade auf dem Kindle gerne auch Englisch lese. Aber derzeit drückt mein SuB "richtiger" Bücher, also nicht e-books, aufs Gemüt. Also muss ich da erstmal etwas weglesen, bevor ich mich wieder dem Kindle zuwende. :-)

      Nochmal viel Spaß mit Juliette.

      Grüße

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