Mittwoch, 2. April 2014

[Rezension] John Green und David Levithan - Will & Will

Autor: John Green und David Levithan
Titel:
Will & Will
Originaltitel:
Will Grayson, Will Grayson
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: ab 13
Seiten:
348
Verlag:
cbt
Veröffentlichung: 26. März 2012
ISBN:
978-3570308851
Preis: 14,99 Euro

Klappentext: Sie heißen beide Will Grayson, wohnen beide in Chicago, sind beide siebzehn und tragen neben demselben Namen und demselben Alter dasselbe Problem mit sich herum: Aus lauter Angst, das Ding mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein.
Der eine Will zögert seit Wochen, sich selbst das einzugestehen, was für alle anderen offensichtlich ist: dass er nämlich bis über beide Ohren in seine wunderbare Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere Will flüchtet sich lieber in seine dubiose Online-Beziehung zu einem gewissen Isaac, anstatt sich im real life vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen … (Quelle)

Meine Meinung:

"Und außerdem kann man die Gründe, weshalb man vielleicht heulen muss, total vermeiden  außer es sind Verwandte gestorben oder so was -, wenn man zwei einfache Regeln befolgt: 1.) Lass nichts zu nah an dich ran. 2.) Maul halten. Alles Unglück, das mir jemals widerfahren ist, hatte damit zu tun, dass ich eine der beiden Regeln nicht befolgt habe." (Seite 9)
Spätestens wenn man "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green gelesen hat, übekommt beinahe jeden Leser das Gefühl, dass er auch alle anderen Bücher dieses Autors in den Händen halten will. Zu Recht! Will & Will mussten in meinem Fall recht lange darauf warten, aber das Warten hat sich gelohnt und ich freue mich, dass ich die Geschichte in einer Zeit gelesen habe, in der ich sie wirklich würdigen konnte.
Die Geschichte ist wechselnd von beiden Will Graysons verfasst. Jedes zweite Kapitel übernimmt der andere. Sie leben in unterschiedlichen Städten und sind auf der einen Seite in unterschiedlichen Situationen, aber auf der anderen Seite verbindet sie mehr als nur schlicht der gleiche Name. Sie sind auch im gleichen Alter und somit gerade dabei Erwachsen zu werden. Das bringt an sich schon genug Probleme mit. Die eigenen Identität finden, Freundschaften pflegen und neue aufbauen, sich selbst in der Welt zurecht finden, auch in der Welt der Liebe.
Außerdem werden beide Wills direkt mit dem Thema Homosexualität konfrontiert. Der eine, weil er inzwischen weiß, dass er homosexuell ist, der andere hingegen hat einen besten Freund, der offensiv mit seiner eigenen Homosexualität umgeht.
Sie lernen sich nur kennen, weil bei dem einen etwas bezüglich einer Internetbekanntschaft schief geht. Auch dies ist ein sensibles Thema, das zwar von den Autoren nicht mit erhobenem Zeigefinger dargebracht wird, das aber jedem wachen Leser vor Augen führt, welche Gefahren die Internetbekanntschaft mit sich bringen könnte. 
"ich lege auf, bevor sie etwas antworten kann. ich stelle das handy aus. ich schließe die augen. und dann schreie ich. meine ganze welt bricht zusammen und deshalb mache ich dazu den soundtrack des untergangs. ich möchte scheien, bis mir sämtliche knochen brechen.
einmal. zweimal. noch einmal." (Seite 153)
Es sind die besonderen Charaktere, die dieses Buch so stark machen, denn dass sie beide "Will Grayson" heißen ist nur das i-Tüpfelchen der Geschichte, dass ein kontroverses Thema im Mittelpunkt steht, macht es interessant, aber die Spannung steigt aufgrund der Charaktere. Der eine Will Grayson, wohlbehütet aufgewachsen, hat zwei goldene Regeln: "Halts Maul!" und "Lass nichts an dich ran!" Das funktioniert natürlich nicht immer, eher selten und er muss langsam lernen, dass dies nicht das Leben ist. Der andere Will Grayson, unter unschönen Bedingungen aufgewachsen, lässt sich mit Haut und Haaren auf jemanden ein und fällt damit auf die Nase, muss sich wieder aufrappeln. Dafür brauchen die beiden sich gegenseitig.
Tiny, der schwule Freund, ist eine Marke für sich. Selbst auf den Leser wirkt er zunächst er erschreckend, vielleicht gerade zu abstoßend, aber man schließt ihn schnell ins Herz. Ein Kunststück der Autoren!
Damit ergibt sich eine Geschichte, in deren Mittelpunkt scheinbar das Thema Homosexualität steht, aber wer aufmerksam ist und das Buch mit offenen Augen und offenem Herzen liest, wird erkennen, dass es vielmehr um Freundschaft geht. Und Freundschaften müssen einer harten Belastungsprobe standhalten, wenn die Freunde jugendlich sind und somit gerade erwachsen werden und sich erst noch in der Welt zurecht finden müssen.
"wenn etwas zerbricht, dann ist es nicht das zerbrechen, was verhindert, dass sich alles wieder fügt. es liegt daran, dass ein stück verloren gegangen ist, und sei es auch noch so winzig - die beiden verbliebenen stücke passen einfach nicht mehr zueinander, egal was man versucht. die gesamte Sturktur hat sich verändert." (Seite 215/216)
Fazit: Dies ist ein Buch, das man gerade heutzutage, gelesen haben sollte. Das ganz unkompliziert an das Thema Homosexualität heranführt und offen damit umgeht und das Fragen aufwirft, die sich vielleicht jeder schon mal gestellt hat. Und es ist ein Buch, das sich gleichzeitig mit einem tieferen, noch wichtigeren Thema befasst: Mit Freundschaft. 

Gesamtnote: 1-2
Charaktere:1
Handlung: 1-2
Lesespaß: 1-2

Über die Autoren:
Corine-Preisträger John Green schrieb die preisgekrönten Bestseller »Eine wie Alaska« und »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«. David Levithan ist der Autor des Bestsellers »Nick & Norah«, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. »Will & Will«, der erste gemeinsame Roman der beiden, stand auf der New York Times-Bestsellerliste und wurde unter die Top Ten der romantischsten Bücher des Jahres gewählt.  (Quelle)

Weitere Bücher des Autors:  



Kommentare:

  1. Das Buch lese ich auch im Moment :) Die Idee und Herangehensweise an das Thema finde ich auch sehr interessant!
    Ich bin gespannt was weiter noch passieren wird :D

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  2. Das Buch will ich auch noch unbedingt lesen!
    Mir fehlen nur noch zwei Bücher, die ich lesen muss und dann habe ich jedes von John Green gelesen. Was ich toll finde, ist, dass er an dem nicht alleine beteiligt war.
    Das Buch ist jetzt noch weiter in der Wunschliste gestiegen.

    Liebe Grüße
    Isabell

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  3. Einladung die von Herzen kommt:
    Gibt es deinen Book-Soulmate? <3
    Finde es heraus! Von 25. bis 27. April findet das Lesewochenende unter dem Motto BOOKSOULMATE statt.
    Dazu lade ich DICH herzlich ein! Wir bilden hier Lese-Teams und es wird großartige Fragen und Aufgaben geben! Am Ende werden die gelesenen Seiten innerhalb der Teams zusammengezählt. Welches Team wird wohl am meisten lesen und wird somit DAS Booksoulmate-Team?
    Man lernt viele liebe Menschen kennen die genau so süchtig nach Büchern sind wie DU! :)

    Wie kannst du teilnehmen?
    Ich empfehle dir, über die FB-Gruppe und deinen Blog mitzumachen! :) Du kannst dich in FB austauschen mit anderen und evtl auch mit deinem Leseteam quatschen und dann deine Antworten und bearbeiteten Aufgaben auf deinem Blog online stellen:)

    Hier geht es zur FB-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/599321393472413/

    Dort kann man sich bereits in einer Gruppendatei in Teams eintragen. Dies läuft nach dem Prinzip Lieblingsbücher. Jeder schreibt hinter seinen Namen ein paar L Lieblingsbücher, somit kann jeder gleich sehen, ob er mit dir auf gleicher Buchseite surft oder nicht ;) Schreibe dich hier also in ein Team ein, in dem du dich wohl fühlst! :) Wenn du noch keinen gefunden hast, dessen Büchergeschmack in deine Richtung geht, dann kannst du auch ein neues Team aufmachen! Sicher gesellen sich schnell andere Leute zu dir:)

    Sag mir bitte in diesem folgenden Link als Kommentar bescheid ob und wie du teilnehmen willst :)
    http://booktasy.blogspot.de/2014/04/teilnehmerliste-lesewochenende-no2.html

    Ich freue mich sehr auf das lesen und austauchen mit dir!
    Liebste Grüße,
    Katrin von http://booktasy.blogspot.de

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  4. Hi Asaviel

    "Will & Will" war mein erstes Buch von den beiden Autoren. Danach stand fest, dass ich mehr von ihnen lesen musste. Von John Green habe ich das auch schon gemacht, von David Levithan habe ich noch kein Buch gelesen, das er alleine geschrieben hat. "Letztendlich sind wir dem Universum egal" steht aber schon bereit.

    lg Favola

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