Mittwoch, 24. Mai 2017

Zitat der Woche #4

"... er brauchte es, in jedem Augenblick seines Lebens ununterbrochen bedingungslos geliebt zu werden, selbst wenn er etwas tat, das ihn wenig liebenswert machte, besonders wenn die Vernunft erforderte, dass er nicht geliebt wurde..." 
(4321 von Paul Auster, Seite 645)

Wann hast du zuletzt "Ich liebe dich!" gesagt? 
 
 

Sonntag, 21. Mai 2017

Buchtipp: Brent Weeks - Düsterer Ruhm - Licht-Saga Band 5

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Brent Weeks - Düsterer Ruhm
Autor: Brent Weeks
Titel: Düsterer Ruhm
Reihe: Licht-Saga
1. Schwarzes Prisma
2. Blendende Klinge
3.Sphären der Macht
4. Schattenblender
5. Düsterer Ruhm
6. Lichtbringer (erscheint im Herbst 2018)
Genre: Fantasy
Seiten: 864

Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 20. März 2017
ISBN: 978-3734161018
Preis: 7,95€  (Taschenbuch)

Bei Amazon

  • Die ist der 5. Teil einer sechsteiligen Saga, Spoiler für die vorhergehenden Teile sind möglich, ich versuche sie aber gering zu halten. Ursprünglich war diese Reihe als Trilogie geplant. 
  • In diesem Teil stehen nun verschiedene Figuren im Mittelpunkt. Der Handlungsstrang hat sich langst aufgeteilt und springt zwischen ihnen, wobei Kip, Gavin, Kariss und Theia am meisten Zeit eingeräumt wird. Manche haben nur kurze Gastspiele, andere tauchen selten aber regelmäßiger auf. Dies empfinde ich persönlich als sehr angenehm, da die Figuren alle so gestrickt sind, dass sie Licht und Schatten in sich vereinen. Es gibt keinen Helden, dessen Seite der Leser nicht verlassen will, da man bei jedem entweder die Motive anzweifelt oder er sich auf andere Weise merkwürdig verhält. 
  • Dieser Band erzählt ungefähr die Geschichte über das nächste Jahr - schließt also direkt an Band 4 und hat zum Glück eine kurze Zusammenfassung der vorangegangen Bände, sodass der Leser sich die Geschehnisse schnell wieder in Erinnerung rufen kann. Durch die verschiedenen Handlungsstränge ist diese Zeitablauf aber auch etwas verzwickt. Hat man bei Gavin oft das Gefühl, dass man als Leser nur wenige Stunden bei ihm verweilt, wird die Handlung bei Kip vorangetrieben und immer wieder auch ein Zeitsprung von mehreren Monaten gemacht. So entsteht das Gefühl, dass die Zeit je nach Ort unterschiedlich schnell verläuft. Das funktioniert natürlich aber nur so lange, bis die Handlungsstränge sich kreuzen, was in einem Fantasy-Roman nur eine Frage der Zeit ist. 
  • Mein größter Kritikpunkt ist, dass Vieles einfach nicht erklärt wird. Woher hat Gavins Vater sein Wissen jeweils? Wie konnte dies oder jenes gestohlen werden? Was denkt Kip in dem Moment tatsächlich, wenn der Erzähler explizit auf seine verworrenen Gedanken hinweist, ohne sie offen zu legen? Der Leser ist gezwungen dies alles als gegeben hinzunehmen und kann es nicht hinterfragen, oder eher: sollte es nicht hinterfragen. Ich denke nicht, dass alle Fragen im letzten Band abschließend geklärt werden, da es dann nur eine langweilige Fragenbeantworterei sein würde. Also bleibt einem nichts anderes übrig als damit zu leben. Dies ist aber auch ein Punkt, an dem der Autor es sich leicht macht - zumindest empfinde ich es so: Es werden Logikfehler vermieden, indem die Fragen offen bleiben. 
  • Hatte ich in Band 4 lange Zeit keine Ahnung, wohin das alles führen soll, wurde dies in Band 5 weitergeführt und erst am Ende beantwortet: Was ist das Ziel einiger Figuren? Dies wird nun tatsächlich im Laufe dieses Bandes beantwortet und bleibt bei keiner Figur weiter offen stehen. Das ist gut und macht das Warten auf Band 5 beinahe unerträglich.
  • Ich habe auch diesen Band erneut als Hörbuch gehört und bin erneut begeistert über die Fähigkeiten des Sprechers Bodo Primus. Ich kann jedem dieses Hörbuch aufgrund des Sprechers nur ans Herz legen!

Mittwoch, 17. Mai 2017

Zitat der Woche #3

"Ich glaube, die Schildkröte ... die grüne Meeresschildkröte ... hat sie Folgendes gelehrt: Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dafür." 
John Strelecky - Das Café am Rande der Welt - Seite 58

Uff, ja. Wie wahr, nicht wahr?
Gerade für mich, die ich ja zwischen zwei Jobs pendel, immer wieder eine große Thematik!

Für mehr Infos - klick aufs Buch!

Die Rezension erscheint demnächst auch hier.

Dienstag, 16. Mai 2017

Buchtipp: Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch

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Autor: Markus Heitz
Titel: Des Teufels Gebetbuch
Genre:
Fantasy (Urban-Mystery-Fantasy)
Seiten:
672
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 1. März 2017
ISBN: 978-3426654194
Preis: 16,99 Euro (broschiert)

Bei Amazon




Ich frage mich ja schon seit Jahren, woher der werte Markus Heitz seine Ideen nimmt. Jährlich erscheinen einige Bücher von ihm, die aber niemals alle in dieselbe Kerbe schlagen. Bei den meisten Autoren ist es ja so "Kennste eins, kennste alle (Bücher)." Das ist hier eindeutig nicht der Fall.
"Des Teufels Gebetbuch" läuft so auf einer Ebene mit "Totenblick" und "Oneiros" - also was das Setting betrifft. Wir befinden uns in der Gegenwart in Deutschland - mit klarem Fantasyeinfluss, was schnell deutlich wird, aber nicht die Strukturen, die wir aus unserem Alltag kennen über den Haufen wirft. Die Karten sind besonders, sie können Besonderes, aber davon weiß nicht jeder.

Mir gefällt auch an diesem Roman sehr gut, dass es keine Helden im klassischen Sinn gibt. Denn Heitz' Figuren sind selten perfekt, was sie menschlich macht und so fiebert der Leser besonders gerne mit. Unser Protagonist in diesem Roman ist nicht nur "trockener" Spielsüchtiger, auch Drogen und ein gestörtes Verhältnis zu seiner Familie spielen eine Rolle.

Es gibt immer mal wieder Rückblicke in die Zeit Johann Wolfgang von Goethes, der in diesen Rückblicken auch mitspielt, aber dabei keine Hauptrolle einnimmt. Es gibt Anspielungen auf den "Faust". Von anderen Lesern des Gebetbuches habe ich schon gehört, dass ihr Interesse an diesem Klassiker soweit gestiegen ist, dass sie diesen nun lesen wollen. Wir müssen aber so ehrlich sein, dass die inhaltliche Verwebung gering ist. Nicht jedem, dem "Des Teufels Gebetbuch" gefällt, wird auch "Faust" gefallen. Wobei es schon eine Lektüre wert ist.

Obwohl Heitz' Sprache meist klar und schnörkellos ist, beweist er hier gerade auch in den Rückblicken, dass er mit der Sprache spielen kann und auch so formulieren kann, dass man zumindest das gefühlt hat, man befände sich Ende des 18. Jahrhunderts, wenn die Figuren miteinander reden.

Da ich das Hörbuch gehört habe, noch einige Worte zum Sprecher:
Ich bin immer wieder schwer beeindruckt, wie es den Sprechern gelingt, so vorzulesen, dass in jedem Moment klar ist, welche Figur gerade redet, ohne dass es lächerlich wirkt. Daumen hoch! Uve Teschner liest einfach grandios.

Alles in allem kann ich auch Heitz' neuestes Werk uneingeschränkt empfehlen.
Kleine Längen im Mittelteil des Romans sind so schnell überwunden, dass sie kaum ins Gewicht fallen.



 

Samstag, 13. Mai 2017

Hörbücher - Haul

Bei mir gibts häufig ganz ganz viele neue Hörbücher und gewissermaßen ein "RuH", also Regal ungehörter Hörbücher ;)

Dies sind die neuen im Mai:
(Beim Klick aufs Bild gibts mehr Infos zum Buch :) ) 

 

Anthony Ryan - Der Herr des Turmes (Rabenschatten 2)


Clannon Miller: Pygmalion - Perfekt unverliebt

Sophia Farago: Schneegestöber


Graeme Simsion: Der Mann, der zu träumen wagte

Noah Hawley: Vor dem Fall


Gail Honeyman: Ich, Eleanor Oliphant


Elena Ferrante: Die Geschichte eines neuen Namens


Clannon Miller: First Night - Der Vertrag


Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Wow, erst jetzt wird mir die bunte Mischung bewusst.
Ich bin ganz gespannt, also ran an die Hörbücher :) 

Mittwoch, 10. Mai 2017

Zitat der Woche #2

"Weil diese Wunden, sagte Amy, eine Erinnnerung daran seien, was ihm zugestoßen war, und weil er am Leben sei, weil er jetzt bei ihr sei, was ihm zugestoßen war, sei auch, was ihm nicht zugestoßen war, das solle heißen, dass die Narben an seinem Körper Zeichen des Lebens seien, und deshalb seien sie nicht ekelhaft, sondern wunderschön." 
(4321 von Paul Auster, Seite 441)

Quasi eine schönere Variante von "Was uns nicht tötet, macht uns stärker" ;) 

Montag, 8. Mai 2017

Buchtipp: Elena Ferrante - Meine geniale Freundin


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Autor: Elena Ferrante
Titel:
Meine geniale Freundin
Reihe: Neapolitanische Saga Band 1
Originaltitel: L'amica geniale
Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten:
422
Verlag: Suhrkamp
Veröffentlichung: 29. August 2016

ISBN: 978-3518425534
Preis: 22,00 Euro (gebunden)




Klappentext: Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.
Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden? (Quelle)


  • Dies ist eine Geschichte, an der man kaum vorbeikommt. Das liegt daran, dass sie auf jeder Bestsellerliste auftaucht. Und in jedem Social-Media-Kanal stolpert man früher oder später darüber. Insbesondere jetzt, da Band 2 bereits erschienen ist. Tatsächlich ist es aber so, dass in einem anderen Fall weder Titel, noch Cover mich in irgendeiner Weise angesprochen hätten. Ich wäre immer und immer wieder daran vorübergegangen. Selbst der Klappentext kann mich nicht reizen. 
  • Trotzdem schreibe ich nun ein Buchtipp über dieses Werk, das ich als Hörbuch gehört habe und die Reihe werde ich auch weiter in diesem Medium verfolgen. Wie kommt es dazu? Tatsächlich stelle ich mir diese Frage selbst immer noch. Als ich begonnen habe, habe ich mich lange gefragt, was denn die anderen an dieser Geschichte finden und war versucht vorauszusagen, dass ich das Buch abbrechen würde. Aber jedes Buch sollte zunächst eine gebührende Chance bekommen und bald hat sich herausgestellt: Ich konnte nicht mehr aufhören. 
  • Das liegt in aller erster Linie an Ferrantes Schreibstil. Wow. Eine Mischung aus ausschweifenden Erzählungen, Beschreibungen und detailreichen Auseinandersetzung mit den kleinsten Szenen - und andererseits ein rasantes Tempo, wenn es plötzlich um Gewalt, psychisch und physisch - geht. Man muss ganz genau zu hören und zwischen den Zeilen lesen, um die Nuancen zu verstehen, sie nicht zu verpassen, die sich auf jeder einzelnen Seite finden. 
  • Desweiteren sind die Charakter in ihrer Alltäglichkeit außergewöhnlich. Zunächst haben gerade diese Charaktere mich abgeschreckt. Als Mädchen sind die beiden Freundinnen ja noch ganz interessant, besonders für jemanden, der mit Kindern arbeitet, aber dann wachsen sie so langsam zu jungen Frauen heran und verlieren ihr Kindliches. Sie sind so normal. Und dass ist es gerade, was es dann so spannend macht. Man hat schon so oft geschrieben, dass es diesem oder jenem Autor gelingt vielschichtige Charaktere zu zeichnen, nicht in Schwarz-Weiß-Schubladen zu schreiben - und doch ist es wohl kaum einem so gut gelungen wie dieser Autorin. Man erkennt sich selbst in jedem von ihnen wieder. Sie alle haben positive Seiten und teils so negative Abgründe, dass wir am liebsten jegliche Ähnlichkeit abstreiten würden. 
  • Man verfolgt den Lebensweg der beiden Mädchen von früher Kindheit bis zu einem Alter von 16 Jahren. Der Schnitt, der dann gemacht wird, ist einleuchtend, aber mit einem großen Cliffhanger - klar. Es erzählt das Leben einer oder zweier Mädchen, da sind nicht alle Fragen nach dem ersten Band geklärt. Jede Höhe, jede Tiefe durchlebt der Leser mit den Italienern und tatsächlich hat man nach kurzer Zeit das Gefühl, dabei zu sein, dazu zugehören. Man ärgert sich gemeinsam mit Elena, man fürchtet sich mit Lila, man leidet mit den jungen Männern. 
  • Denn auch die Nebencharaktere - die jungen Männern, die Eltern und Großeltern, Lehrer und Bewohner des Viertels - sind so scharf gezeichnet, dass man sie vor sich sieht und man fest davon überzeugt ist, sie auf der Straße erkennen zu können. 
  • Zusammenfassend sage ich, dass ich bisher das Gefühl habe, dass es eine Geschichte ist, die in ihrem Ablauf wenig aufweist, was einem nicht schon mal irgendwo begegnet ist. Aber die Art und Weise der Begegnung wird hier durch die Autorin, durch ihren Stil zu etwas ganz Besonderem und ja - Auch mich hat das "FerranteFieber" gepackt. Ich werde weiter hören! 



Freitag, 5. Mai 2017

Buchtipp - Michael Peinkofer - Tote Helden

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Autor: Michael Peinkofer
Titel:
Tote Helden
Reihe: Die Legende von Astray 1
Genre: Fantasy
Seiten: 528

Verlag: Piper
Veröffentlichung: 20. März
ISBN: 978-3492703420
Preis: 16,99€ (broschiert)




Klappentext: Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können … (Quelle)

"Vielleicht", entgegnete Lahad feierlich, "glaube ich ja noch an die Kraft der Maige - auch wenn es in diesem Land bei Strafe verboten ist." Seite 40
  • Die neue Saga von Michael Peinkofer setzt an einem Punkt an, an dem andere Fantasybücher ihre Geschichte längst beendet haben, maximal der Epilog kümmert sich in anderen Werken noch darum, was 37 Jahre danach passiert ist. Aus diesem Grund schwingen in dieser Geschichte zwei Handlungen mit. Einmal die Handlung, die deutlich vor uns ausgebreitet wird, aber eben auch all das, was vor 37 Jahren passiert ist und nicht in allen Einzelheiten erzählt wird, lediglich mit Andeutungen müssen wir als Leser versuchen das Puzzle zusammen zusetzen.
  •  Ich habe die anderen Werke Peinkofers nicht in aller Einzelheit verfolgt, teils gar nicht gelesen, teils nur Auszüge. Aus diesem Grund kann und will ich  nicht vergleichen. 
"Auch wenn so weit das Wasser und endlos liegt das Meer, 
zieht ein Stein doch Kreise, erst leis, dann immer mehr. 
Und noch während Menschen denken und sinnen unentwegt, 
hat der Stein im Wasser längst schon etwas bewegt." (Seite 198)
  •  Tatsächlich habe auch ich zu Beginn des Werkes die Stirn in Falten gelegt. Haben wir es hier nur mit einem Games-of-Thrones-Abklatsch zu tun? Kann man vielleicht sogar von Ideenklau sprechen? Diese Phase muss man als Leser überwinden, denn es gibt einen "Zwerg", der viel Rafinesse mitbringt, es gibt einen Königsrat inklusive Eunuchen, es gibt verschiedene Länder, es gibt mehrere Handlungsstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Aber all diese Punkte waren auch schon vor "GoT" vielen High-Fantasy-Romanen eigen. Man kann und sollte es nun weder dieser Geschichte, noch dem Autoren vorwerfen.
  • Denn es entwickelt sich dann eine ganz eigene Handlung, mit eigenen Charakteren, Absichten, Plänen. Ja, das Rad wird hier trotz der 37 Jahre Trennung zu letzten Heldentaten wirklich nicht neu erfunden. Aber das ist meiner Meinung nach nicht notwendig, denn man hat nicht nur solide, sondern gute Fantasykost in der Hand.
  • Spannung und Humor haben mir ein großes Lesevergnügen bereitet. Die Seiten flogen dahin und ich konnte keinerlei Längen feststellen. Natürlich muss die Geschichte erst in Fahrt kommen und zunächst laufen zwei (später sogar drei bis vier) Handlungsstränge nebeneinander, die sich nicht kreuzen. Der Roman ist aber nicht überladen mit Figuren, man kann gut den Überblick behalten und sollte sich von der Personenliste zu Beginn des Buches nicht abschrecken lassen. Die Handlungsstränge kreuzen sich schlussendlich erst auf den letzten 50 Seiten. 
  • Aber alle machen ja auch unmissverständlich klar, dass dies der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. Was wäre eine Fantasyreihe, wenn alle Fragen im ersten Buch beantwortet werden und alle Probleme gelöst? Auch das Kartenmaterial deutet auf eine umfassende Geschichte hin, die uns noch viele Stunden Lesevergnügen bereiten kann. Ich hatte das Gefühl einen spannenden Prolog für eine lange Saga zu lesen und bin gespannt, wieviele Bücher es hier am Ende werden!
"Um etwas so abgrundtief zu verabscheuen, wie er es tun, muss man davon überzeugt sein, dass es existiert." Seite 425 




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Mittwoch, 3. Mai 2017

Zitat der Woche

Ich steh ja total auf Zitate, also gibts hier jetzt jeden Mittwoch ein Buchzitat aus meiner aktuellen Lektüre. Start genau heute, genau jetzt:

"... und was ihn an Federman am meisten beeindruckte, war seine Beobachtungsgabe, wie scharf seineSinneauf die Welt um ihn her gerichtet waren,ud wann immer er auf eine Wolke am Himmel hinwies, oder auf eine Biene, die vom Staubgefäß eier Blüte abhob, oder den Nameneines unsichtbaren Vogels nannte, der sich von irgendwo im Wald vernehmen ließ, erschien es Ferguson, als sähe und hörte er all diese Dinge zum ersten Mal, er selbst hätte nie bemerkt, dass es sie gab, und so waren die Streifzüge mit Federmann vor alle eine Übung in der Kunst des Beobachtens, und Beobachten, erkannte Ferguson, war der erste Schritt, sich darin zu üben am Leben zu sein."
S. 362 in 4321 von Paul Auster 


Mehr die Augen offen halten!  



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