Montag, 8. Mai 2017

Buchtipp: Elena Ferrante - Meine geniale Freundin


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Autor: Elena Ferrante
Titel:
Meine geniale Freundin
Reihe: Neapolitanische Saga Band 1
Originaltitel: L'amica geniale
Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten:
422
Verlag: Suhrkamp
Veröffentlichung: 29. August 2016

ISBN: 978-3518425534
Preis: 22,00 Euro (gebunden)




Klappentext: Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.
Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden? (Quelle)


  • Dies ist eine Geschichte, an der man kaum vorbeikommt. Das liegt daran, dass sie auf jeder Bestsellerliste auftaucht. Und in jedem Social-Media-Kanal stolpert man früher oder später darüber. Insbesondere jetzt, da Band 2 bereits erschienen ist. Tatsächlich ist es aber so, dass in einem anderen Fall weder Titel, noch Cover mich in irgendeiner Weise angesprochen hätten. Ich wäre immer und immer wieder daran vorübergegangen. Selbst der Klappentext kann mich nicht reizen. 
  • Trotzdem schreibe ich nun ein Buchtipp über dieses Werk, das ich als Hörbuch gehört habe und die Reihe werde ich auch weiter in diesem Medium verfolgen. Wie kommt es dazu? Tatsächlich stelle ich mir diese Frage selbst immer noch. Als ich begonnen habe, habe ich mich lange gefragt, was denn die anderen an dieser Geschichte finden und war versucht vorauszusagen, dass ich das Buch abbrechen würde. Aber jedes Buch sollte zunächst eine gebührende Chance bekommen und bald hat sich herausgestellt: Ich konnte nicht mehr aufhören. 
  • Das liegt in aller erster Linie an Ferrantes Schreibstil. Wow. Eine Mischung aus ausschweifenden Erzählungen, Beschreibungen und detailreichen Auseinandersetzung mit den kleinsten Szenen - und andererseits ein rasantes Tempo, wenn es plötzlich um Gewalt, psychisch und physisch - geht. Man muss ganz genau zu hören und zwischen den Zeilen lesen, um die Nuancen zu verstehen, sie nicht zu verpassen, die sich auf jeder einzelnen Seite finden. 
  • Desweiteren sind die Charakter in ihrer Alltäglichkeit außergewöhnlich. Zunächst haben gerade diese Charaktere mich abgeschreckt. Als Mädchen sind die beiden Freundinnen ja noch ganz interessant, besonders für jemanden, der mit Kindern arbeitet, aber dann wachsen sie so langsam zu jungen Frauen heran und verlieren ihr Kindliches. Sie sind so normal. Und dass ist es gerade, was es dann so spannend macht. Man hat schon so oft geschrieben, dass es diesem oder jenem Autor gelingt vielschichtige Charaktere zu zeichnen, nicht in Schwarz-Weiß-Schubladen zu schreiben - und doch ist es wohl kaum einem so gut gelungen wie dieser Autorin. Man erkennt sich selbst in jedem von ihnen wieder. Sie alle haben positive Seiten und teils so negative Abgründe, dass wir am liebsten jegliche Ähnlichkeit abstreiten würden. 
  • Man verfolgt den Lebensweg der beiden Mädchen von früher Kindheit bis zu einem Alter von 16 Jahren. Der Schnitt, der dann gemacht wird, ist einleuchtend, aber mit einem großen Cliffhanger - klar. Es erzählt das Leben einer oder zweier Mädchen, da sind nicht alle Fragen nach dem ersten Band geklärt. Jede Höhe, jede Tiefe durchlebt der Leser mit den Italienern und tatsächlich hat man nach kurzer Zeit das Gefühl, dabei zu sein, dazu zugehören. Man ärgert sich gemeinsam mit Elena, man fürchtet sich mit Lila, man leidet mit den jungen Männern. 
  • Denn auch die Nebencharaktere - die jungen Männern, die Eltern und Großeltern, Lehrer und Bewohner des Viertels - sind so scharf gezeichnet, dass man sie vor sich sieht und man fest davon überzeugt ist, sie auf der Straße erkennen zu können. 
  • Zusammenfassend sage ich, dass ich bisher das Gefühl habe, dass es eine Geschichte ist, die in ihrem Ablauf wenig aufweist, was einem nicht schon mal irgendwo begegnet ist. Aber die Art und Weise der Begegnung wird hier durch die Autorin, durch ihren Stil zu etwas ganz Besonderem und ja - Auch mich hat das "FerranteFieber" gepackt. Ich werde weiter hören! 



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