Samstag, 10. Juni 2017

Buchtipp: Suter - Elefant

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Martin Suter - Elefant

Autor: Martin Suter
Titel: Elefant
Genre: Gegenwartsliteratur

Seiten:
352
Verlag: Diogenes
Veröffentlichung: 18. Januar 2017
ISBN: 978-3257069709
Preis: 24,00  (gebundene Ausgabe)






  • Ich habe das Buch als Hörbuch genossen und kann vorweg sagen: Gert Heidenreich als Sprecher passt hier sehr gut!
  • Suter gehörte bis dato nicht zu meinen regelmäßig konsumierten Autoren. Tatsächlich bin ich über die Bestsellerliste auf diese Buch gestoßen und konnte mich dem Gedanken an einen kleinen rosaroten Elefanten nicht entziehen. Wäre so ein kleines Tierchen nicht süß? So als Hunde-Ersatz, der dann fröhlich trötet, wenn man nach Hause kommt. Hach...
  • Ganz so süß, wie es nun bei mir wirkt, ist der Roman dann am Ende tatsächlich nicht. Denn all die Anmut und die Faszination, die das kleine Elefantenmädchen ausstrahlt, kann nicht über all die Problematik hinwegtäuschen, die so ein Tier mit sich bringt. 
  • Die Geschichte läuft auf zwei Handlungsebenen und die Charaktere dieser Ebenen begegnen sich erst im weiteren Verlauf der Geschichte - nur der kleine Elefant ist recht früh das verbindende Element zwischen ihnen. Der Obdachlose, der den Elefanten zunächst findet, hat lange Zeit keine Ahnung, wie es dazu gekommen ist, dass es so ein Wesen überhaupt gibt und auch keine Ahnung, wieso es frei herumläuft. Diese Fragen bleiben auch für den Leser erst unbeantwortet und denken sich nach und nach auf. 
  • Dieses Vorgehen erhöht natürlich den Spannungsgrad und ist dazu in der Lage, den Leser soweit zu fesseln, dass ich das Buch kaum noch weglegen wollte. 
  • Und dann drängt sich immer mehr die Frage nach der Moral und dem Recht und vor allem der moralischen Verpflichtung auf: Darf man so etwas? Darf man rosa (im Dunkeln leuchtende) Mini-Elefanten züchten, indem man Gene manipuliert? Und wie wird sich das auf den kompletten Genpool und dann auch auf uns Menschen auswirken? 
  • Darf man alles, was man kann?
  • Diese Frage ist keineswegs neu, aber in der heutigen Zeit umso brisanter - und bleibt unbeantwortet. Auch dieser Roman kann die Antwort nicht liefern. Es gelingt ihm aber gut die verschiedenen Positionen gegenüber zu stellen und ein gutes Ende zu finden, das dabei nicht die von mir gefürchtete "Friede-Freude-Eierkuchen"-Mentalität ausstrahlt. 
  • Die Fragen bleiben und das ist das Wichtige: Martin Suter gelingt es mit spannender Unterhaltungslektüre, die auch ein breites Publikum anspricht, existenzielle Fragen aufzuwerfen, die nach einer Antwort verlangen.
  • Aber diese Antwort muss sich jeder selbst geben!


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